Barrierefreiheit durch Apps Schöneres Kino mit Greta und Starks

Syke (abu). „Greta & Starks“ ist jetzt im Hansa-Kino in Syke angelaufen. Dabei handelt es sich allerdings nicht um eine heitere Liebesgeschichte, sondern um zwei weitere Schritte in Richtung Barrierefreiheit im Lichtspielhaus an der Herrlichkeit.
18.02.2015, 00:00
Lesedauer: 1 Min
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Schöneres Kino mit Greta und Starks
Von Micha Bustian

„Greta & Starks“ ist jetzt im Hansa-Kino in Syke angelaufen. Dabei handelt es sich allerdings nicht um eine heitere Liebesgeschichte, sondern um zwei weitere Schritte in Richtung Barrierefreiheit im Lichtspielhaus an der Herrlichkeit. Greta ist eine Applikation (App) für das Mobiltelefon, die sehbehinderten Menschen hilft, Starks eine App für stark gehörgeschädigte Menschen. Greta steht für Audiodeskription, Starks für Untertitel.

Silvia Kahle, Inhaberin des Hansa-Kinos, und der Behindertenbeirat der Stadt Syke haben diese beiden Anwendungen jüngst getestet. Oder besser: testen lassen. Denn über Andreas Evenburg, Vorsitzender des Syker Behindertenbeirates, ist es gelungen, Testpersonen für die Programme zu aktivieren. Beide wollten ihren Namen nicht in der Zeitung veröffentlicht haben.

Nennen wir den Probanden für die App Greta also Herrn P. Herr P. ist laut Angaben Andreas Evenburgs fast erblindet, geht aber trotzdem gerne ins Kino. Das jedoch sei ihm allein nicht möglich. Denn er brauche immer jemanden, der ihm die Situation des Filmes auf der Leinwand erklärt. Das ändert sich jetzt. Herr P. schaute den Film „Honig im Kopf“. Er könne zwar hören, was gesprochen wird, wisse aber nicht, wo sich die Akteure auf der Leinwand befänden, erklärte Andreas Evenburg. Mit Handy und entsprechender App kein Problem. Hat Herr P. aber nicht. Also reichte ihm Silvia Kahle einen Tablet-Computer, auf dem Greta geladen war. Herr P. setzte sich die Kopfhörer auf, und schon stand einem unbeschwerten Kinogenuss nichts mehr im Wege. Abschließend erklärte er: Nicht nur der Film habe ihm sehr gut gefallen, auch die Unterstützung von Greta.

Eine Woche später testete der stark hörgeschädigte Herr S. mit seiner Familie den gleichen Film. Auch er bekam das Tablet, aber mit Starks. Nach Ende des Films war auch er der Meinung, jetzt wieder öfter ins Kino zu gehen. „Diese Apps sind ein Riesenfortschritt und ermöglichen es, durch die detaillierte Beschreibung der Ereignisse auf der Leinwand den jeweiligen Film für betroffene Personen zu genießen“, wertete Andreas Evenburg. „Der Kinobesuch hat eine neue Qualität. Ein Stück Barrierefreiheit ist mit diesen Apps geschaffen.“ Weitere Auskünfte zu den neuen Möglichkeiten erteilt Silvia Kahle unter Telefon 0 42 42 / 34 77.

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