Grundschule Am Lindhof

Gemeinsam mehr bewegen

Die Grundschule Am Lindhof in Syke hat beim Niedersächsischen Schulsportpreis den dritten Platz erreicht. Mit einem Bewegungsstundenplan wurden Schüler und Eltern durch den Lockdown gelotst.
12.10.2020, 17:17
Lesedauer: 3 Min
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Von Sarah Essing
Gemeinsam mehr bewegen

Grant Hendrik Tonne überreichte Tina Lehmann die Auszeichnung für den dritten Platz beim Niedersächsischen Schulsportpreis.

INGO HOFFMANN

Syke. Nein, so richtig mitbekommen, haben die Kinder das noch nicht. Auch das Feiern musste ausfallen. „Wir dürfen im Moment ja keine großen Versammlungen abhalten“, sagt Tina Lehmann, Schulleiterin der Syker Grundschule Am Lindhof. Dennoch ist die Freude groß über den dritten Platz beim ersten Niedersächsischen Schulsportpreis des Deutschen Sportlehrerverbandes (DLSV). Ist die Auszeichnung doch eine Anerkennung für die Bemühungen der Schule und ihrer Lehrer, den Kindern auch in der herausfordernden Corona-Zeit Anleitung zu Sport und Bewegung zu bieten.

Mit dem Preis will der DLSV besondere sportliche Aktionen oder Projekte prämieren, die das Schulleben in Niedersachsen durch mehr Bewegung und sportliche Aktivität bereichern, heißt es in der Ausschreibung. Da die erste Ausschreibung mit der Corona-Pandemie zusammenfiel, wurde bei der Auswahl der Preisträger besonders auf Aktionen geachtet, die den Bewegungs- und Gesundheitsstatus von möglichst vielen Schülern während der Homeschooling-Zeit und danach kreativ verbesserten.

„Schon während des Lockdowns haben sich unsere Lehrer überlegt, wie man nicht nur Mathe, Deutsch, Sachkunde und Englisch in den Stundenplan für die Schüler zu Hause einbauen kann, sondern auch Sport und Bewegung“, erläutert Tina Lehmann. Daraus resultierten Stundenpläne, die neben Rechen-, Schreib- und Leseaufgaben auch sportliche Aktivitäten beinhalteten. Unterstützung dafür fanden die Lehrer zudem im Internet, etwa mit Videos von den Volleyball-Profis von Alba Berlin oder den Fußballern von Werder Bremen, zu denen mitgemacht werden konnte. Aber nicht nur Übungen für Ballspiele standen auf dem Programm, sondern auch tanzen, jonglieren, Fitness oder Aktivitäten im Wald, bei denen auch die Eltern oder Geschwisterkinder zum Mitmachen aufgefordert wurden. „Das Jonglieren hat Spaß gemacht, auch wenn ich das nicht so gut konnte“, lautete das Urteil von Sophia in dem Video, das die Schule für den Preis gedreht hatte. Darin kamen auch Eltern zu Wort, die besonders die Anregungen für gemeinsame Aktivitäten hervorhoben. Etwas, das die Jury als positiv vermerkte, zeige es doch deutlich, dass Schule immer eine Gemeinschaft sei, in der Lehrer, Schüler, Eltern und Erziehungsberechtigte gemeinsam an einem großen Projekt arbeiten.

Mit dem Ende des Homeschoolings waren die Herausforderungen für die Schüler jedoch noch nicht beendet. Es galt, den Abstand zu wahren. Schüler müssen an ihren Plätzen im Klassenraum sitzen bleiben. Sportunterricht zum Ausgleich dieses „starren Sitzens“ gab es zumindest am Anfang noch nicht. Um daher Abwechslung und eben auch Bewegung in den neuen Schulalltag zu bringen, kreierten die Sportlehrer der Grundschule Am Lindhof ein Konzept zur „bewegten Pause“ – immer unter Einhaltung der Abstände wohlgemerkt. Dabei erlebten dann alte Kinderspiele ein Revival, die die nachfolgenden Generationen gar nicht mehr kennen: Gummitwist – „ganz einfach!“, wie Till fand – Seilspringen oder Hüpfkästchen. „Die kamen sehr gut an“, hat auch Tina Lehmann bemerkt und denkt schon weiter: „Vielleicht kann dieses Interesse ja für eine Arbeitsgemeinschaft genutzt werden.“

Corona beeinflusste auch die Verleihung der Schulsportpreise. Mit Niedersachsens Kultusminister Grant Hendrik Tonne, Rainhard Rawe, Vorstandsvorsitzender des Landessportbunds Niedersachsen, Karsten Taeger, Vertreter der Landessportjugend und dem Präsidenten des DSLV, Daniel Möllenbeck, war die Veranstaltung zwar gut besetzt, doch der Rahmen fiel kleiner aus. In seiner Begrüßung betonte Möllenbeck, dass die Situation im Schulsport seit den Schulschließungen im März dramatisch war. Vielen Schülern fehlte die einzige Bewegungszeit pro Woche. Einige bewegten sich wochen- und monatelang überhaupt nicht, durften teilweise sogar die Wohnung aus Angst vor Ansteckung nicht verlassen, hatten hohe Inaktivitäts- und Bildschirmzeiten. Ungleichheiten verschärften sich. Umso wichtiger waren die Bemühungen vieler Schulen und Kollegien, die Schüler auch im Homeschooling zu Bewegung und Sport zu motivieren und den Kontakt zu halten. Der erste Platz ging an die Integrierte Gesamtschule Wunstorf; Zweiter wurde die Kooperative Gesamtschule Hage-Norden. Alle drei Gewinner können sich nun über einen Gutschein des Sponsors Sport Thieme freuen.

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