Digitalworkshop

Selbstständig und kreativ

Syker Realschule nimmt als eine von 20 Schulen in Deutschland an einem digitalen Forschungsprojekt zur Wirtschaft der Zukunft teil. Als Thema wählten sie: Wie werden wir in Zukunft einkaufen?
15.11.2019, 18:21
Lesedauer: 2 Min
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Von Sarah Essing
Selbstständig und kreativ

Unter Anleitung von Annalena Stöger (Mitte) und Julia Rieger (hinten links) erarbeiteten die Schüler erste Ideen.

Braunschädel

Syke. „In welcher Wirtschaft wollen wir leben?“ „Welche Werte sind für uns dabei relevant?“ Diese beiden Fragen stehen im Zentrum eines Projektes, das die Wirtschaftsprofilschüler der neunten und zehnten Klassen der Realschule Syke in Angriff genommen haben. Als eine von 20 Schulen in Deutschland nehmen die beiden Kurse an einem Workshop der Initiative „Wirtschaftsforscher“ teil, bei der sie sich mit diesen Fragen auseinandersetzen und ein eigenes Projekt erarbeiten, mit dem sie versuchen, eine Antwort zu geben. Als Thema haben sich die Schüler ausgesucht: Wie werden wir in Zukunft einkaufen?

„Die Idee zur Teilnahme an diesem Projekt entstand im vergangenen Schuljahr, als ich mit meinen Schülern über die neue Datenschutzrichtlinie der EU gesprochen habe“, berichtet Rainer Heusmann, Wirtschaftslehrer der neunten Klassen. Intensiv seien die mit der Digitalisierung allgemein verbundenen Änderungen für Mensch und Leben diskutiert worden, welche Gefahren, welche Chancen sich daraus ergeben. „Das Thema hat die Schüler brennend interessiert. Sie waren bereit, sich intensiv damit auseinanderzusetzen“, sagt Heusmann. In diesem Schuljahr habe er daher mit seinem Kollegen Christian Reincken, der die zehnten Klassen unterrichtet, eine Bewerbung für die Wirtschaftsforscher abgegeben. Diese Initiative der Pricewaterhouse-Coopers-Stiftung Jugend – Bildung – Kultur mit Education Y, dem Institut für Ökonomische Bildung Oldenburg und der Karl-Schlecht-Stiftung zielt laut eigener Aussage auf eine „fachlich fundierte, mehrperspektivische und problemorientierte Auseinandersetzung von Schülern und Lehrkräften mit ethischen Fragestellungen in der Wirtschaft ab“. Etwas das, wie Heusmann sagt, gut in das Konzept des Wirtschaftsprofils der Schule passt, bei dem es immer auch um die Verbindung von Wirtschaft und Ethik gehe.

„Bei dem Projekt geht es darum, eine Sensibilisierung für ethische Fragen zu Wirtschaftsthemen zu schaffen“, erläutert Annalena Stöger den Hintergrund. Im Auftrag der Initiative gestaltete die Politik-Studentin gemeinsam mit ihrer Kollegin Julia Rieger den Auftakt des Schulworkshops. Dabei befassten sich die Schüler neben der Nutzungsweise der digitalen Plattform zunächst mit den Zusammenhängen zwischen Staat, Markt, Unternehmen und Verbrauchern und dem gemeinsamen Spannungsfeld, in dem diese Gruppen miteinander agieren. Im Mind-Map-Verfahren entwickelten sie eine eigene Fragestellung, der sie sich in Kleingruppen während der Projektphase widmen wollen, beispielsweise: Wie sieht unser Schulkiosk in zehn Jahren aus? „Den Schülern steht dabei völlig frei, welche Medien sie nutzen, Texte, Karikaturen, Diagramme, Filme, alles ist möglich“, erläutert Annalena Stöger. Auch wie das Ergebnis ihrer Präsentation aussieht, sei es nun Film, Hörbeitrag, Internetseite, App, Power-Point-Präsentation, bleibt ihnen überlassen. „Das ist für die Schüler schon mal eine Herausforderung“, sagt Heusmann. Kommt aber den Prinzipien des sogenannten „Deeper Learning“ nach, bei dem Lernende neben Fachlichem auch Schlüsselkompetenzen wie Teamfähigkeit, Kreativität, Selbstkritik und Kommunikationsfähigkeit vertiefen. „Den Schülern wird dabei nichts theoretisch vorgekaut, sondern sie müssen sich praktisch selbst etwas erarbeiten“, fasst Annalena Stöger zusammen. Und das finden die klasse.

Bis März 2020 haben die Schüler Zeit, ihre Ideen in Präsentationen umzusetzen. Diese wird dann zum Abschluss des Projekts beim Economic Youth in Frankfurt am Main vorgestellt. Die teilnehmenden Lehrkräfte, die vor Projektstart ebenfalls geschult wurden, sowie vier bis sechs Schüler von jeder Schule reisen dorthin, um ihre Ergebnisse zu präsentieren. Der Beginn einer regelmäßigen Teilnahme, wie Rainer Heusmann und Christian Reincken hoffen. „Wir wollen in den nächsten Jahren gern damit weiterarbeiten“, sagen sie.

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