Abbiegeassistenzsystem

Raus aus dem toten Winkel

Die Stadt Syke rüstet ihre Lastwagen und Feuerwehrfahrzeuge mit einem Abbiegeassistenzsystem aus. Es soll die Verkehrssicherheit für Fußgänger und Fahrradfahrer erhöhen. Dafür wurde ein Förderantrag bewilligt.
26.05.2020, 16:52
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Von Sarah Essing
Raus aus dem toten Winkel

David Cramer von der Stadtverwaltung demonstriert, wie schlecht Fahrradfahrer und Fußgänger von der Fahrerkabine eines Lastwagens aus zu sehen sind.

Michael Galian

Es ist die Horrorvorstellung eines jeden Kraftfahrzeugführers: Man biegt ab und fährt einen Radfahrer oder einen Fußgänger an, weil er im Rückspiegel nicht zu sehen war. Er befand sich im sogenannten „toten Winkel“, und schon ist es passiert – oft mit gravierenden Folgen für die schwächeren Verkehrsteilnehmer. Und je größer das Fahrzeug, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass dies passiert. Unterstützung darin, folgenschwere Unfälle dieser Art zu vermeiden, bieten sogenannte Abbiegeassistenzsysteme. Zusätzliche Spiegel, Kameras und/oder akustische Signale, die einen besseren Einblick in den Raum seitlich vom Fahrzeug bieten oder Warntöne erklingen lassen, wenn sich dort etwas befindet. „In den nächsten zwei Jahren werden diese Systeme Pflicht für Lkw“, weiß Sykes Bürgermeisterin Suse Laue. Da die Stadt Syke so lange nicht warten will, hat sie sich um Fördergelder beim Bundesamt für Güterverkehr beworben. Diese sind nun bewilligt worden.

„Das ging sehr schnell“, freut sich Erster Stadtrat Thomas Kuchem. Die ausgeschriebene Förderung soll die freiwillige Nachrüstung von Bestandsfahrzeugen unterstützen, um die allgemeine Verkehrssicherheit zu erhöhen. Als weiterer Aspekt wird genannt, dass dies dazu beitragen könne, den Rad- und der Fußverkehr stärker als mögliche Alternativen zum motorisierten Individualverkehr wahrzunehmen.

Die Zuwendung beträgt maximal 1500 Euro je Einbau. Jährlich kann ein Antrag für maximal zehn Fahrzeuge gestellt werden. Genau das hat die Stadt Syke nun getan. Rund zwei Dutzend Lastwagen und größere Fahrzeuge befinden sich im Besitz der Stadt. Als Erstes sollen nun der Laster und der Steiger des Bauhofes, der große Spülwagen der Kläranlage sowie sieben große Feuerwehrfahrzeuge mit dem Assistenzsystem ausgerüstet werden. Die Nachrüstung in zehn der städtischen Fahrzeuge bezuschusst das Bundesamt für Güterverkehr mit insgesamt 15 000 Euro. Da die Kosten der Nachrüstung voraussichtlich 3000 Euro pro Fahrzeug betragen, muss die Stadt nun nur noch einen Eigenanteil in der gleichen Höhe erbringen. Eine Investion, die sich lohne, wie Suse Laue und Thomas Kuchem finden. Die Stadt Syke wolle mit der Nachrüstung der Fahrzeuge mit diesem System mit „gutem Beispiel“ vorangehen und einen Beitrag zum Schutz der schwächeren Verkehrsteilnehmer leisten, heißt es seitens der Verwaltungsspitze. „Sicherheit hat absoluten Vorrang“, betonen sie. Dabei haben sie jedoch nicht nur die Fahrradfahrer und Fußgänger, sondern auch die Mitarbeiter im Blick, die für die Stadt diese Fahrzeuge auf den Straßen bewegen. „Dieses System gibt ein besseres Gefühl“, unterstreicht Gerd Pennewiß, seit über 20 Jahren für den Bauhof auf den Straßen der Stadt unterwegs.

Mit der Umsetzung der Nachrüstung der städtischen Fahrzeuge solle nun „umgehend“, wie Thomas Kuchem betont, begonnen werden. Weitere Fahrzeuge und ein entsprechender weiterer Antrag sollen im kommenden Jahr folgen.

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