Freies Fahren auf dem Hillmannring Spektakel in neuer Aufmachung

Mit neuem Termin und neuem Konzept hat Heino Helms am Wochenende zum Motocross am Hillmannring geladen. Während sich die Fahrer zufrieden zeigten, sieht der Organisator noch Verbesserungsbedarf.
23.07.2018, 17:01
Lesedauer: 3 Min
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Von Niklas Golitschek

Osterholz. Heino Helms legten sich die Sorgenfalten am Sonnabendmittag auf die Stirn. „Wo sind sie denn alle?“, stammelte der Betreiber des Hillmannrings beunruhigt. Lediglich zehn, vielleicht 15 Fahrer drehten auf der extra hergerichteten Strecke ihre Runden. Dabei hatten sich vorab fast 100 angekündigt. Entsprechend übersichtlich fiel auch der Blick über das große Feld, das als Fahrerlager diente, aus. Vertraut wirkte da nur noch das Geknatter der Maschinen, die über die Motocross-Strecke fegten.

Dabei hatte Helms in diesem Jahr im Rennplan einige Änderungen vorgenommen und unter anderem die Saisoneröffnung des Niedersachsen-Cups abgegeben. „Im Frühjahr war es hier zu nass und wir mussten warten, bis die Weide gemäht war für das Fahrerlager“, begründete der Betreiber diesen Schritt. Bei besserem Wetter wollte er nun im Juli ein freies Fahren anbieten, damit sich die Fahrer auf der altbekannten Strecke ausprobieren können. Schien das Interesse im Vorfeld groß, planten einige dann doch offenbar kurzfristig um. Denn in Teutschenthal bei Halle (Saale) und im nordrhein-westfälischen Verl stiegen an diesem Wochenende ebenfalls wichtige Rennen. Zu diesen verschlug es dann auch einige Größen der Szene, nur manche machten sich im Anschluss auf nach Syke.

So auch Lokalmatador Jascha Berg aus Thedinghausen: Noch am Freitag hatte der über die Region hinaus bekannte Fahrer gemeinsam mit Nico Koch einen Lehrgang für 25 Nachwuchsfahrer gegeben. Anschließend brach er aber selber zum Team-Training nach Teutschenthal auf und nutzte das Übungswochenende in der Heimat nicht.

Zufriedene Fahrer

Die Fahrer vor Ort zeigten sich mit den Bedingungen dennoch zufrieden. „Der Lehrgang war hilfreich“, befand etwa Max Kientopp. Der 13-Jährige reiste mitsamt Familie am Donnerstagabend aus Himmelpforten an – ein Heimspiel, wie Vater Sven schmunzelnd anmerkte. Cross-Fahrer sind weit längere Strecken gewohnt. Beim Lehrgang übten sie etwa das Anfahren vor den Sprüngen, Kurven fahren oder Bremspunkte vor diesen finden. Das beherrscht er bereits ganz gut, mit seiner neuen 85-Kubik-Maschine belegt Max Kientopp den fünften Platz im Niedersachsen-Cup, im Nordcup wird er auf Rang sieben geführt.

Ähnlich sah das auch bei den Brüdern Caspar und Jannes Wittig aus Bremervörde aus. Beide nutzten das Wochenende zum Training. „Das ist eine schöne Strecke, sie bringt Spaß“, fand Jannes Wittig, der gemeinsam mit Max Kientopp in der MX3-Klasse unterwegs ist. Gemeinsam mit Bruder Caspar zählt er mittlerweile zu den Stammgästen beim alle zwei Jahre ausgerichteten Super-Cross in Kiel, der Dutch-Super-Cross gehört ebenso zum festen Rennkalender der beiden.

In einer herausfordernden Situation befindet sich derzeit der 13-jährige Caspar Wittig: „Es ist meine erste Saison mit der 250er Zweitakter. Ich bin der jüngste Fahrer in der MX1-Klasse.“ Seine beiden Ziele, Spaß zu haben und in die Top Ten vorzufahren, hat er bereits erreicht. „Das kommt nur über den Spaß“, sagt Vater Udo Wittig-Rock. Caspars Saison laufe besser als erwartet. Rund 15 000 bis 20 000 Kilometer lege die Familie jährlich für den Sport zurück. „Die Eltern sind dabei Sponsoren, Werkstatt und Trainer“, sagt der Bremervörder über seine Rollen neben der des Wohnmobil-Fahrers.

Unterdessen versuchte Heino Helms herauszufinden, wo die Fahrer steckten, die sich angekündigt hatten. Im Verlauf des Nachmittags stießen unter anderem noch 15 Fahrer aus dem Niedersachsen-Cup dazu. Abends füllte sich das Gelände zur Beach-Party mit dem von Helms selbst gebauten Pool, der rund 26 000 Liter Wasser fasste. „Das Fest hätte nicht besser laufen können“, berichtete Helms von der Atmosphäre. Nur: „Es waren nicht genug Leute da. Auch aus der Region, etwa aus Okel, hätte ich mir mehr Gäste gewünscht.“ Hier habe seine Fete wohl mit dem Deichbrand-Festival und dem Schützenfest in Riede kollidiert.

Kein optimaler Termin

Alles in allem habe er sich vielleicht das falsche Wochenende für das freie Fahren ausgesucht, bilanzierte Heino Helms. „Das war nicht ganz souverän von mir gewählt.“ Davon wollte er sich jedoch nicht entmutigen lassen, im kommenden Jahr soll es besser laufen. „Dann muss es brennen“, sagte Helms. Und immerhin: Am Sonntag ließen sich 55 Fahrer blicken. Die hätte Helms auch gerne am Sonnabend schon gehabt.

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