Sportabzeichen

Sportlich, sportlich

108 von 150 Kindern des Grundschulverbunds Schwarme/Martfeld haben beim Sportabzeichen 2016 abgesahnt und dazu den ersten Platz in ihrer Kategorie belegt. Doch jetzt soll das System umgestellt werden.
20.06.2017, 17:03
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
Von Dominik Albrecht
Sportlich, sportlich

Ausgezeichnete Sportler: Die Freude der 41 Schwarmer Kinder kannte bei der Verleihung keine Grenzen.

UDO MEISSNER

Schwarme/Martfeld. 150 Schüler des Grundschulverbunds Schwarme/Martfeld haben im vergangenen Jahr am Sportabzeichen teilgenommen. Diese Woche durften sich 108 Kinder der dritten und vierten Klassen über den ersten Platz in der Kategorie D freuen. 41 davon stammen aus der Schwarmer Grundschule.

Unter lautem Beifall der anwesenden Eltern und bei strahlendem Sonnenschein rief Jessica Dove, Schulleiterin der Schwarmer Grundschule, jedes Kind auf und gab ihnen ihr Sportabzeichen. 72 Prozent der teilgenommenen Schüler des Verbunds haben eine Auszeichnung erhalten, für die der Kreissportbund (KSB) übrigens mehr als 1600 Euro an die Schulen verteilt hat. Für Jessica Dove sind die strahlenden Kinderaugen einmal mehr der Beweis, dass das Sportabzeichen ein wichtiger Schub für das Selbstbewusstsein ist. „Jeder kann etwas, egal in welchem Bereich“, ist sie überzeugt. Und was genau ist es, was Schwarme den ersten Platz bescherte? „Wir haben viele sportliche Kinder“, sagt Jessica Dove wie selbstverständlich. Und das freut sie nicht nur für die Kinder, sondern auch persönlich. Denn eines ihrer selbst ernannten Ziele ist es, den Titel „Sportfreundliche Schule“ an die Grundschule Schwarme zu holen.

Einen gehörigen Anteil an dem ersten Platz gebührt auch dem TSV Schwarme – allen voran Hanna Hofe. Die 83-Jährige engagiert sich seit mehr als 20 Jahren, um das Sportabzeichen in die Grundschulen Schwarme und Martfeld zu integrieren. „Mir ist das Sportabzeichen einfach wichtig“, betont sie. Hanna Hofe ist auch für Inge Schmidt-Grabia, stellvertretende Vorsitzende des KSB des Landkreises Diepholz, „der Motor des Ganzen“ gewesen. „Wenn bei einem Kind beispielsweise die Schwimmabnahme noch nicht erfolgt war, hat sie alles möglich gemacht, damit die Kinder diesen Teil auch erfüllen können. So konnten sie das Sportabzeichen noch erhalten“, beschreibt Schmidt-Grabia. Sie bedauert daher das Ende der Zusammenarbeit zwischen TSV und Grundschule. Der TSV sei auch nach dem Unterricht umfassend für die Schüler da gewesen und habe ihnen die Möglichkeit gegeben, für das Abzeichen zu trainieren. Ab sofort übernimmt Jutta Precht, Sportlehrerin an der Grundschule Schwarme, die Betreuung für die Sportabzeichen. Für Inge Schmidt-Grabia beinhaltet das Risiken: „Ich denke, es wird schwierig, Kinder innerhalb der Schulzeit dazu zu bringen, sämtliche Erfordernisse zu erfüllen.“ Nach ihrer Einschätzung hat Jessica Dove zudem bis zur Auszeichnung „Sportfreundliche Schule“ noch einen weiten Weg vor sich: „Das ist ein wahnsinnig langer Papierkrieg. Unter anderem brauchen die Lehrer bestimmte Ausbildungen.“

In Zukunft möchte Jessica Dove das Training für das Sportabzeichen außerdem auf den Ganztag verlegen. „Die Vorbereitungen bedeuten viel Aufwand für unsere Lehrer und fordern viel Kraft. Das lässt sich nicht immer im allgemeinen Sportunterricht unterbringen“, begründet Jessica Dove. Am Nachmittag wäre das Sportabzeichen ein freiwilliges Angebot. Ausgeschlossen soll dadurch aber niemand werden: „Wenn ein Kind teilnehmen möchte, kann es für die Stunde einfach zum Nachmittagsunterricht kommen.“ Inge Schmidt-Grabia steht dieser Entscheidung gespalten gegenüber. Zwar freut sie sich, dass ein Sportangebot in den Lehrplan aufgenommen wird. Dennoch rechnet sie damit, dass weniger Kinder am Sportabzeichen teilnehmen: „Wahrscheinlich erreichen wir die Kinder nicht mehr, bei denen es gerade nötig wäre.“

Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+