Stadtbibliothek Syke

Bei den Ausleihzahlen spitze

Die Einschränkungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie haben auch die Syker Stadtbibliothek nicht unberührt gelassen. Das schlägt sich auch in der Statistik nieder, wie der Kulturausschuss hörte.
21.02.2021, 17:42
Lesedauer: 3 Min
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Von Sarah Essing

Syke. „Das Corona-Jahr war ein besonderes Jahr.“ Dieses Fazit stellte Eva Meyer ihrem Jahresbericht im Kulturausschuss der Stadt Syke am Donnerstagabend voran. Die Syker Bibliotheksleiterin bekannte, dass die Einschränkungen zur Eindämmung des Pandemiegeschehens auch die Bibliothek nicht unberührt gelassen haben. Das schlage sich natürlich auch in der Statistik nieder.

„Insgesamt sind die Zahlen schlechter als in den Vorjahren“, fasste Meyer zusammen. Zwar seien die Nutzerzahlen in Syke seit Jahren konstant, doch im vergangenen Jahr gingen sie runter. Das sei auf die Schließungen zurückzuführen, so Meyer, denn: Im Vergleich mit den Ausleihzahlen anderer Bibliotheken im Landkreis schneidet Syke am besten ab. „Das kommt nicht von ungefähr“, ist Meyer überzeugt. Seien die Mitarbeiterinnen doch überaus engagiert, vor allem, wenn es darum gehe, die Leser mit dem passenden Lesematerial auszustatten, hebt sie den Einsatz ihres Teams hervor. Ganz geschlossen sind hingegen seit dem 16. März die Zweigstellen in den Grundschulen Barrien und Heiligenfelde und in der Luise-Chevalier-Schule. Damit habe die Bibliothek rund ein Drittel ihrer normalen Öffnungstage verloren.

Weiter positiv entwickelt sich hingegen die Online-Nutzung, berichtete Meyer, über die Ausleihe von digitalen Medien über die Onleihe-App. 2019 hatte diese 460 Nutzer, die 16.318 Medien entliehen. 2020 waren es schon 527 Nutzer, die 20.060 Medien entliehen. Sie führt dies darauf zurück, dass der Ausleihbetrieb durch die Pandemie ebenfalls eingeschränkt war – und immer noch ist. So wurden in der Zeit des ersten Lockdowns kostenlose Probe-Abos für die Onleihe angeboten. „Das wurde ganz gut angenommen“, so Meyer. 28 neue Leser nutzten dieses Angebot.

Der zweite Lockdown erfolgte im November und hält immer noch an. Allerdings können Medien nach Vorbestellung am Fenster der Bibliothek abgeholt und auch wieder zurückgegeben werden. Ein Angebot, das „von den Nutzern gut angenommen wird“.

Zu bedenken sei bei der Statistik zudem, dass auch nach der Wiederöffnung im Mai der Ausleihbetrieb weiterhin eingeschränkt gewesen sei. Das Hygienekonzept hatte die Besucheranzahl auf maximal acht Personen festgesetzt. Besucher, die die Bibliothek nicht für die Ausleihe, sondern anderweitig nutzen – wie etwa als Treffpunkt oder für die Internetrecherche – konnten seit März 2020 gar nicht mehr kommen. „Vor diesem Hintergrund muss die Statistik 2020 gelesen werden“, so Meyer.

Die Zeit habe das Bibliotheksteam genutzt, um den Medienbestand auszuwerten und auf den neuesten Stand zu bringen, so Meyer weiter. So sei zu beobachten, dass die Ausleihe von Sachliteratur seit Jahren kontinuierlich sinke. „Das ist dem generell veränderten Mediengebrauch geschuldet“, führte Meyer aus. „Die Menschen schlagen nicht mehr in Lexika nach, sondern holen sich Informationen aus dem Internet.“ Dem habe man Rechnung getragen, indem die Aufstellung in der Syker Bibliothek geändert wurde. Die Belletristik prominenter in den Vordergrund, der Sachbuchbereich weiter nach hinten. Zudem wurde mit der Neugestaltung des Kinder- und Jugendbereichs begonnen, die der Rat Ende 2019 genehmigt hatte. Ende März sollen die neuen Möbel kommen, alle passend zum neuen Motto „Ritterburg“. Darüber hinaus werden gerade Konzepte für den „Maker Space“ erarbeitet ebenso wie für eine eigene Escape-Room-Box zum Thema „Harry Potter“. „Wir warten nur darauf, dass die Türen wieder aufgehen und die Massen strömen, um zu zeigen, was man alles machen kann“, sagte Meyer.

Auf Nachfrage aus dem Gremium, was die Leiterin der Bibliothek denn über einen Umzug der Bibliothek an die Hauptstraße denkt, bekannte Meyer, dass das Team dem „sehr aufgeschlossen“ gegenüber steht. Eine Bibliothek sei heutzutage nicht mehr nur eine reine Ausleihstelle, sondern eher wie „ein öffentliches Wohnzimmer“. Das gehöre ihrer Meinung nach an die Hauptstraße, damit mehr Menschen dort einfach mal „reinstolpern“ können. Dazu passen auch die jüngsten Pläne, am langen Montagabend ein Kaffeehaus-Flair in der Bibliothek zu kreieren, begleitet von Klaviermusik. Möglich sei dies dank einer Spende der Fleischerei Behrens, von der ein Klavier für Veranstaltungen angeschafft wurde.

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