Bauweise des Kindergartens Okel beschlossen

Zwischen Fördermitteln und hitzigen Diskussionen

Es war eine sehr launige Stadtratsitzung am Donnerstagabend. Doch eine Entscheidung steht nun fest. Der Kindergarten in Okel wird mit Beton gebaut. Auch über die Ableitung des Niederschlags wurde diskutiert
17.09.2021, 13:13
Lesedauer: 3 Min
Zur Merkliste
Zwischen Fördermitteln und hitzigen Diskussionen
Von Dennis Glock

Syke. Mit einem Blick auf die aus 21 Punkten bestehende Tagesordnung der Stadtratssitzung am Donnerstagabend war jedem Anwesenden schnell klar, dass der Abend länger dauern könnte. Vor allem deswegen, weil über die Zukunft von vier Bebauungsplänen und verschiedenen Anträgen abgestimmt werden musste. „Wir haben einiges zu besprechen. Deshalb legen wir am besten direkt los“, sagte Thomas Kuchem, Erster Stadtrat.

Es dauerte freilich nicht lange, bis die Stimmung allmählich kippte. So beantragte die Fraktion der Grünen um Gerhard Thiel, dass der Kindergarten in Okel auf Holzrahmenbauweise errichtet werden soll. Thiel sah in diesem Vorstoß besonders im klimatechnischen Bereich einen Vorteil gegenüber eines herkömmlichen Betonbaus: „Meines Erachtens ist Holz für das Wohlbefinden der Kinder deutlich besser geeignet als Beton. Da Beton gleichzeitig als Klima-Sünder angesehen werden kann, spielt hierbei auch die Umwelt eine große Rolle. Wir müssen klimatechnisch handeln.“

Anderer Meinung war Andreas Schmidt von der Freien Wählergemeinschaft. Der Polizist stimmte einem klimatechnischen Handeln zwar zu, hatte bei einem Holzbau aber ein mulmiges Gefühl. „Holz wird mit der Zeit marode. Bei einem möglichen Wasserschaden sehe ich die Holzrahmenbauweise nicht so gut aufgestellt wie einen Bau aus Beton. Wir haben keine Zeit, unendlich lange zu diskutieren und somit weiter in Verzug zu geraten“, betonte Schmidt vor dem Hintergrund, dass die Eröffnung bis zum Beginn des Kindergartenjahres 2022/2023 angestrebt werde. Schon jetzt verzögerte sich der Bau des Kindergartens um zehn Monate. Bürgermeisterin Suse Laue betonte noch einmal, dass es nicht um die Kosten ginge, sondern um die Tatsache, eine sinnvolle Entscheidung zu treffen und bald mit dem Bau anfangen zu können: „Wir müssen am Ziel ankommen, und das so schnell wie möglich.“ Eine Abstimmung im Stadtrat sollte die Entscheidung bringen. Drei Stimmen für den Holzbau waren am Ende aber zu wenig. Die Mehrheit des Gremiums entschied also für die Bauweise aus Beton, was bei den Grünen für Ernüchterung sorgte.

Ebenfalls für Diskussionen sorgten Vorschläge, wie eine sinnvolle Ableitung von Niederschlagswasser auf Stadtstraßen erfolgen kann. Betroffen seien hierbei schon seit Jahren die Orte Gessel und Ristedt. „Viele Dinge stehen zur Debatte. Wir werden verschiedene Maßnahmen prüfen“, versprach Laue. Reinhard Hansemann von der FDP merkte zudem an, dass man auch die Reinigung der Abflussschächte besser im Blick haben sollte. Bauamtsleiter Heinrich Sievers versicherte darauf, dass man sich um dieses Thema kümmern werde. Klar ist aber schon jetzt, dass man es bei den Ableitungsmaßnahmen des Wassers nicht jedem Bürger recht machen kann. „Bis wir zu spruchreifen Lösungen kommen, wird es noch einige Zeit dauern. Dabei ist vor allem wichtig, dass wir mit den Anwohnern sprechen. Klar ist dabei, dass für den einen oder anderen Kosten anfallen werden“, erklärt Sievers.

Neben hitzigen Debatten vermeldete die Bürgermeisterin aber auch erfreuliche Meldungen in Form von Fördermittelbescheiden. Die Stadt Syke kann sich demnach auf 138.000 Euro als Zuschuss von der nationalen Klimaschutzinitiative für die geplante Fahrradabstellanlage am Syker Bahnhof freuen (wir berichteten). 345.000 Euro gibt es von der EU für die Innenstadtentwicklung. „Das Geld berechnet sich nach der jeweiligen Einwohnerzahl einer Stadt. Deshalb konnten wir hier nicht mehr rausholen“, berichtete Kuchem. Außerdem fließen 77.000 Euro in die Ausstattung an den örtlichen Schulen. Von dem Geld sollen vor allem Leihgeräte für Schüler und Lehrkräfte finanziert werden. Auch Sprachkisten für Kindertagesstätten sind im Gespräch.

Geehrt wurde außerdem Ortsbrandmeister Ihno Fißer. Er war bis zum 30. April im Amt und hat diese Funktion anschließend noch kommissarisch übernommen. Bereits auf der Mitgliederversammlung im Juli wurde er mit 37 Ja-Stimmen und zwei Gegenstimmen für eine weitere Amtszeit wiedergewählt. Der Stadtrat hat nun einstimmig entschieden, Fißer zum Ehrenbrandmeister zu ernennen.

Zur Sache

Neuer Besitzer gefunden

Die Stadt Syke ist Eigentümer eines Grundstücks im Gewerbegebiet Bürgermeisterkamp. Das Objekt in der Ferdinand-Salfer-Straße 2a mit einer Größe von 4503 Quadratmetern hat jetzt einen neuen Besitzer gefunden. Der evangelisch-lutherische Kirchenkreis Syke-Hoya hat für den Neubau der Tafel in Syke ihr Interesse an dem Grundstück bekundet. Der Kirchenkreis beabsichtigt, eine Fläche von rund 2.270 Quadratmeter von der Stadt Syke zu erwerben. Der Kaufpreis liegt bei 37,72 Euro pro Quadratmeter. Der Verkauf wurde zum Ende der Sitzung beschlossen. Somit ist die Arbeit der Tafel für mindestens weitere 15 Jahre in Syke gesichert.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+