Lukas-Kita Stein um Stein

Am 6. August ist Schluss mit Containern: Dann zieht die Kindertagesstätte der Lukas-Schule in Bassum in ihr neues Gebäude ein. 65 Kinder finden dort Platz.
04.06.2018, 10:52
Lesedauer: 3 Min
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Von Dominik Albrecht

Bassum. Noch gleicht der Rohbau neben der Lukas-Schule Bassum denen eines x-beliebigen Grundstücks in Deutschland. Kalte Betonwände, Löcher für spätere Türen und Fenster und das Ganze mangels Dach in Open-Air-Optik. Doch am 6. August soll Leben in das dann holzverkleidete Gebäude einziehen. Denn dann eröffnet die Lukas-Schule ihre erste Kindertagesstätte und beendet damit deren Dasein im Container.

Die technische Planung des 1,4 Millionen Euro teuren Projektes hat im Herbst vergangenen Jahres begonnen. 180 000 Euro werden dabei über Landesmittel finanziert. „Daran ist aber die Verpflichtung geknüpft, dass wir die Krippe 25 Jahre betreiben müssen“, merkt Friedhelm Bilsing an. Angesichts der Platzknappheit in hiesigen Kitas sicherlich ein nicht ganz so saurer Apfel, in den der Geschäftsführer der Lukas-Schule da beißen musste. Im November wurde der Bau vom Trägerverein abgenickt, im Januar die Baugenehmigungen eingereicht, und im März begannen die Bagger auch schon mit den Arbeiten.

In dem 720 Quadratmeter großen Gebäude können sich 65 Kinder aufgeteilt in zwei Ü3-Gruppen mit je 25 Kindern und eine Krippengruppe mit 15 Kindern austoben. Dazu gesellen sich ein Speisesaal, ein Bewegungs- sowie ein Personalraum. Eine eigene Küche werde es hingegen nicht geben, dafür stehe weiter die Delme als Lieferant zur Verfügung. „Wir haben nur eine Ausgabe-Küche“, erklärt Friedhelm Bilsing. Dieser hat beim Bau der neuen Kita übrigens besonderen Wert auf offene Bereiche gelegt. So wurden zwei Innenhöfe integriert, in denen sich die Kids auch außerhalb der eigentlichen Gruppenräume aufhalten und spielen können. Zugleich gibt es auf diese Weise genügend Fläche für Veranstaltungen. „Außerdem haben wir innen viele Scheiben eingeplant, um die Kommunikation zwischen den Gruppen zu ermöglichen“, führt der Geschäftsführer der christlichen Einrichtung aus. Lobenswert: Nicht nur an die Lütten wurde gedacht. Auch die Umwelt darf sich dank des „Null-Energie-Konzeptes“ freuen. „Es wird über eine Wärmepumpe geheizt. Die Energie dafür kommt wiederum aus der Photovoltaik-Anlage, die auf das Dach kommt. Auf diese Weise kommen wir mit ganz wenig, wenn nicht sogar komplett ohne Energie aus“, sagt Bilsing – Fleißsternchen ins Klima-Heftchen.

Hinzu kommen etwa 4000 Quadratmeter Außenfläche, die unter anderem mit Spielgeräten die Zeit an der frischen Luft versüßen sollen. Dem Leitbild der Lukas-Schule entsprechend ist – als ausgewiesene Umweltschule – auch das Einbeziehen der Natur kein Problem. „Dank des schönen großen Außengeländes können wir in Richtung Experimentieren und Forschen gehen und das Naturwissenschaftliche mit reinbringen“, erläutert Elke Hollauer. Der Erzieherin sind auch die zunehmenden Anmeldungen von Eltern mit Kindern mit Migrationshintergrund nicht entgangen, weshalb auch die Sprache ein großes Thema werden soll. „Wir sind zwar kein Sprachkindergarten, aber wir werden da ein Augenmerk drauf legen“, bestätigt Hollauer. Für Friedhelm Bilsing ist ein breites Angebot in der Kita ein logischer Schritt hinsichtlich des Verbundes: „Wir möchten die Kinder gut auf unsere Grundschule vorbereiten, sodass sie da gut einwachsen können.“

Elke Hollauer ist es auch, die die Leitung der neuen Kita übernehmen wird. Seit August hat sie schon das kleinere Pendant in den Modulbauten gemanagt. Die Erzieherin hat zuvor unter anderem im Familienzentrum im Ruhrgebiet als Leiterin in einer altersgemischten Gruppe mit Kindern von zwei bis sechs Jahren für Ordnung gesorgt. An der Planung der neuen Lukas-Kita war Hollauer ebenfalls beteiligt, weshalb sie es gar nicht erwarten kann, als Erste einen Schritt in die fertigen Räume zu setzen. „Das ist eine Herausforderung aber auch sehr spannend“, sagt Elke Hollauer. Die Leitung der „kleineren Kita“, wie sie es nennt, hat ihr aber auch schon einen Wissensvorsprung geliefert. „Dadurch, dass ich die kleine Kita schon geleitet habe, konnte ich mich mit vielen Themen auseinandersetzen. Dieses Wissen kann ich jetzt in die große Kita tragen“, sagt Hollauer.

Ihr unterstellt werden nach eigenen Angaben je zwei Erzieher pro Kindergarten-Gruppe sowie drei Erzieher für die Krippe. Praktikanten und FSJler seien dabei sehr gerne als Ergänzung gesehen. Das Team wird die Kinder von 8 bis 14 Uhr betreuen. „Dazu gibt es auch die Möglichkeiten, einen Früh- oder Spätdienst zu buchen und Sonderzeiten einzurichten“, sagt Elke Hollauer. Die Maximalzeit könne sich so bis 16 Uhr erstrecken.

Wer sein Kind jetzt unbedingt auch in der Kita der Lukas-Schule unterbringen möchte, sollte keine Zeit vergeuden. Die noch freien Plätze sind nämlich überschaubar.

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