Bartholomäus-Gemeinde in Barrien vor letztem Schritt / Stiftermahl in Osterholz Stiftung als sicheres Standbein

VON RENATE SCHÖRKEN
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VON RENATE SCHÖRKEN

Syke-Barrien. Der Kirche könnte das Geld ausgehen. Dann wäre ein lebendiges, vielfältiges Gemeindeleben nicht mehr zu finanzieren. Sparzwänge würden das Miteinander bestimmen. Diese mit durchaus realistischen Zahlen belegte Sorge trieb den Vorstand der Barrier St.-Bartholomäus-Gemeinde um, als er im Februar 2009 mit breiter Rückendeckung beschloss, eine Kirchenstiftung ins Leben zu rufen. 'Wir hätten uns bedauern und beweinen können', sagt Karl Heinz Wenderoth heute. 'Das haben wir aber nicht getan. Wir haben es angepackt.'

In diesen Herbsttagen steuern die Initiatoren auf die Zielgerade zu: 'Im nächsten Frühjahr werden wir die Stiftung formal errichten', kündigen der stellvertretende Kirchenvorstandsvorsitzende Wenderoth und Pastorin Susanne Heinemeyer an. Ein Etappenziel, wenn man so will, wird schon am Reformationssonntag erreicht: Beim Stiftermahl im Gasthaus Osterholte wollen Förderer und Gäste aus dem öffentlichen Leben gemeinsam gut speisen, Rückschau halten und einen Ausblick wagen. Fröhlich wolle man miteinander sein, sagen der Kirchenvorsteher und die Pastorin. Versuchen, die Gäste für das große Ziel zu begeistern, Engagement zu wecken bei jenen, die aufgrund ihrer Position in der Öffentlichkeit, in der Politik oder Wirtschaft Positives bewirken können. Und die in ihrer Funktion zum Multiplikator werden könnten, in dem sie den Stiftungsgedanken fördern und verbreiten.

Der Blick auf den Auszug des Stiftungskontos stimmt Wenderoth bereits jetzt zufrieden: 'Am 30. September hatten wir 23100 Euro zusammen.' 25000 Euro müssen es mindestens werden. Ein Stiftungsstock in dieser Höhe ist mit der Landeskirche vereinbart und in der Stiftungssatzung festgeschrieben. Aber nach oben sind keine Grenzen gesetzt, wie Karl Heinz Wenderoth und Susanne Heinemeyer gebefreudigen Menschen versichern. Jeder kann mit seinen Euros helfen, der Bartholomäus-Gemeinde ein Stück finanzieller Sicherheit zu geben.

Und zwar langfristig, denn das Kapital aus dem Stifterstock wird nicht angetastet, sondern stetig vermehrt. Ihre festgeschriebenen Förderaufgaben erfüllt die Stiftung ausschließlich aus Zinserträgen. 'So haben auch noch die Nachkommen der Stifter etwas davon', betont Wenderoth. Und was ist mit dem Förderverein Use ole Karken? Sei das nicht eine Konkurrenz zur Kirchenstiftung? Diese Frage hört Wenderoth häufiger. Und rückt dann etwaige falsche Eindrücke zurecht: 'Wir ergänzen uns gut.' Der Förderverein arbeite kurzfristig mit zweckgebundenen Spenden. Der Stiftung gehe es um verlässliches Geld auf lange Sicht, 'damit wir verbindlich planen können'.

In 20 Jahren könnte sich das Einkommen der Bartholomäus-Gemeinde aus der Kirchensteuer (im Verhältnis zu den heutigen Zahlen) halbiert haben. Diese düstere Prognose trifft die Gemeinde dort, wo sie am lebendigsten ist und wo sie richtig Geld kostet: Kirchenmusik, Kinder- und Jugendarbeit, Diakonie, Projektarbeit. Zum Beispiel die Personalkosten könnten künftig mit Hilfe der Stiftung geschultert werden. Aber dazu muss der Topf jetzt gefüllt werden. Die Zeit ist allemal günstig: Noch bis zum 30. Juni 2011 läuft das Bonifizierungsprogramm der Landeskirche: Geldgaben werden um ein Drittel aufgestockt. 'Das sollte Anreiz sein, jetzt zu spenden', glaubt Karl Heinz Wenderoth. 'Wir haben nichts zu verschenken.'

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