Konzert der Gruppe Basta Super Puter und schicke Kita

Die A-cappella-Gruppe Basta singt sich mit eigenen Stücken und Abba-Hits in die Herzen der Zuschauer.
22.01.2019, 16:24
Lesedauer: 2 Min
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Von Karsten Bödeker

Syke. Mundgemachte Melodien sind die Welt von Basta. Mundgemacht sind dabei sowohl die gesungenen als auch die gesummten Töne. A-capella-Musik heißt diese Kunst und am Donnerstag gab es A-capella-Musik vom Feinsten im Syker Theater, Basta! Das Kölner Quintett bot kreative und kritische, hintergründige und hinhörenswerte Texte, machte die Hintergrundmusik ohne viel Tamtam und ohne Instrumente gleich mit und sorgte für beste Stimmung vor fast ausverkauftem Haus.

Fast auf den Tag vor sieben Jahren genau war Basta schon mal in Syke gewesen, damals machte laut Programmtitel Basta blau, diesmal stand der Abend unter dem Motto „In Farbe“. Viele neue Stücke waren dabei, alte Klassiker auch, wobei anders als damals deutlich weniger Cover-Versionen „gesungensummt“ wurden. Wortwitz und Ironie prägten nicht nur die Lieder und ein gewisses schauspielerisches Talent war den Fünfen nicht abzusprechen. Jeder gab mal den singenden Frontmann, während die anderen jeweils den Hintergrundchor brummten und summten, flöteten und piepten, zirpten und schnarrten. Hannes Herrmann, der jüngste im Bunde, kokettierte damit, dass er erst seit kurzem dabei sei und die anderen ja so sehr Abba möge. Allerdings habe auch er ein Faible für „das weltbekannte holländische Duo. Also stimmten sie folgerichtig kurz die historischen „Super Puter“ (Super Trouper) und „Wenn ich bei Esso ess“ (im Original SOS) an, um dann ihre Version von „Chiquitita“ zu intonieren. Es ging dabei um förderwütige Helikoptereltern: „Der Sohn Korbinian-Flynn ist ein ganz besonderes Kind“ und müsse folgerichtig in eine „schicke Kita“.

Kollege Werner Adelmann, durchaus wohlgeraten aber eben nicht gerade ein einsfünfundneunzig-Muskelpaket, präsentierte sich singend als gepiercter harter Kerl, der Schlager liebt, sang dann noch vom Erfolg beim Personal-Trainer und joggte dazu eine Runde über die Bühne. Rene Overmann zeigte einen unnachahmlichen Schlafzimmerblick und präsentierte sich als cooler Checker. Das war schon vor sieben Jahren bestens angekommen. Neu im Basta-Farbe-Programm war „Raggaeton im Altersheim“ mit der Party in der Geriatrie, Ibuprofen im Eierlikör und zuckenden Raucherbeinen. Das sei ein Lied sowohl für die jüngere als auch für die ältere Generation, die habe schließlich auch ihre Berechtigung, meinte Herrmann. „Ihr macht einen guten Eindruck auf mich“, lobte Arndt Schmöle augenzwinkernd das zu dem Zeitpunkt noch verhaltene Publikum, das immer mehr auftaute.

Alle fünf Interpreten verfolgen neben Basta noch eigene Musik- oder Sprechprojekte und finden sich immer wieder zu Auftritten zusammen. Mit „New York, Rio, Gütersloh“ gab es einen Klassiker, sonst war vieles neu. Auch die Kleidung, so die selbstironische Einschätzung, die zumindest vor der Pause alles war, nur nicht abgestimmt. Später wechselten sie in einheitlich graue Anzüge – passend zum Motto „In Farbe“. Und da waren die kleinen Wortspiele – hintergründig oder banal, aber immer sympathisch. Ob das Laufband, auf dem man drauf stand oder das Fitness-Ziel, von der Topfform zur Topform zu kommen. In der „Langustenstadt“ Venedig ging ihnen der Gondoliere so auf Nerven, bis er endlich „blubb blubb blubb“ von der Bildfläche verschwand. Wortkreationen wie das Zirkusdirektorenfachgeschäft hatten zwar gar nichts mit einer im bayerischen Volksliedstil gesungenen Hommage ans Auto zu tun, aber was soll’s!

Basta konnte langsame und traurige Lieder von Trennungen singen. In Amerika hätten viele Wedding-Planner zu Divorce-Plannern umgeschult. Gemeinsames Zerschneiden des Hochzeitskleides inklusive und „Die schießen dann auf die weißen Tauben!“, wie William Wahl, der Fünfte im Bunde, betonte. Doch schon im nächsten Stück gab es wieder Worte im Stakkato-Stil und ein fröhliches „gangeganggang“ und „bidubidu“ im Hintergrund. Und dann kam noch: „So seh’n Syker aus, schalalalala!“

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