Investitionen

Syke hat viel vor

Die Stadt Syke hat eine Vielzahl von Sanierungen und Erweiterungen öffentlicher Bauten auf ihrer „Zu-erledigen-Liste“. Die Kosten dafür summieren sich auf rund 42,5 Millionen Euro.
14.01.2020, 17:01
Lesedauer: 4 Min
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Von Sarah Essing
Syke hat viel vor

Die Sanierung und Erweiterung des Hallenbades ist das umfangreichstes Projekt der Stadt Syke in den kommenden Jahren.

Michael Braunschädel

Syke. Das neue Jahr ist gerade gestartet, und die Stadt Syke hat viel vor. Abgesehen von den Projekten, die im Rat und in den Ausschüssen im vergangenen Jahr bereits diskutiert wurden, stehen gleich eine Vielzahl von Sanierungen und Bauarbeiten an. „Das ist eine große Bugwelle, die wir momentan vor uns herschieben“, packt Bürgermeisterin Suse Laue die Aufgaben, die in den kommenden fünf Jahren vor der Stadt liegen in ein Bild. Und tatsächlich ist es viel „Wasser“ worüber sie und Bauamtsleiter Heinrich Sievers bei einem Pressetermin im Syker Rathaus sprechen: 42,5 Millionen Euro. Das ist die Summe, die die Stadt in den kommenden Jahren in seine öffentlichen Bauten investieren muss.

Die Betonung liege dabei auf „muss“, denn bis auf das Hallenbad Syke,handele es sich bei den Aufgaben um kommunale Pflichtaufgaben, unterstreicht Suse Laue: Schulen, Feuerwehr, Brandschutz, Kinderbetreuung. „Das ist die Liste, die wir im Kopf haben, wenn wir uns über den Haushalt unterhalten“, so die Bürgermeisterin. Und das sei noch nicht einmal alles, fügt Heinrich Sievers hinzu. Nicht auf dieser Liste steht bisher die Sanierung der Kläranlage, die mit noch einmal zehn Millionen Euro zu Buche schlägt – „Da wissen wir, dass das auf uns zu kommt“ – sowie die Sanierung von Straßen. Dafür müsse die Stadt anteilig insgesamt weitere rund sechs Millionen Euro aufbringen.

Ganz oben auf der Zu-erledigen-Liste der Stadt stehen Bauarbeiten, die bereits im Rat beschlossen und damit angestoßen wurden: die Sanierung und Erweiterung des Syker Hallenbades sowie der Ganztagsausbau und die Sanierung der Grundschule Heiligenfelde (der SYKER KURIER berichtete). Für beide Vorhaben laufen bereits die Planungsausschreibungen. Mit der Vergabe wird in Kürze gerechnet. Für das Hallenbad sind jetzt noch 8,5 Millionen Euro veranschlagt, wobei Suse Laue angesichts der in den letzten Jahren stetig gestiegenen Baukosten inzwischen selbst mit einem eher zweistelligen Millionenbetrag rechnet. Die Arbeiten sollen 2021 begonnen werden. Der Kauf einer Jahreskarte für 2020 lohne sich daher noch. Für die Grundschule Heiligenfelde sind es insgesamt 7,5 Millionen Euro. Der Baubeginn soll im Herbst erfolgen. „Wenn wir das schaffen“, so Laue.

Nächster Punkt auf der Liste ist der Ausbau der Grundschule Barrien zu einer Ganztagsschule. „Da befinden wir uns noch in Gesprächen mit dem neuen Schulleiter“, so Suse Laue. Sind diese abgeschlossen, kann die Planung ausgeschrieben werden. Wie der SYKER KURIER berichtete, hofft man bei der Stadt darauf, dass dies dann im kommenden Jahr erfolgen kann.

Weitere Punkte auf der Liste sind die Erweiterung der Kindergärten in Gessel und Okel, Kostenpunkt rund 2,8 Millionen Euro insgesamt, sowie der Brandschutz in der Grundschule am Lindhof, der mit vier Millionen Euro zu Buche schlägt. Genau für derartige Aufgaben seien die Rücklagen gebildet worden, die sich zwar als dickes Plus bei den liquiden Mitteln im Haushalt niederschlagen, so Laue und Sievers. Doch diese liquiden Mittel seien angesichts der Aufgabenliste eben auch vielfach schon zweckgebunden, unterstreicht die Verwaltungs-Chefin.

Weiter geht es mit der Realschule in Syke. Dort muss auch der Brandschutz modernisiert werden, die Schule benötigt neue Böden, Klassenraum-Beleuchtung und neue WC-Anlagen. Zudem muss das Flachdach saniert werden. Dafür rechnet man bei der Stadt mit rund 3,5 Millionen Euro Investitionskosten. Da das Gymnasium derzeit noch 16 Klassenräume angemietet hat und der Landkreis Diepholz die Erweiterung bereits auf dem Zettel hat, hofft Sievers die erforderlichen Reparaturen an der Realschule noch so lange hinausziehen zu können, bis das Gymnasium fertig ist, was voraussichtlich 2023 der Fall sein wird. „Dann können die wieder frei werdenden Klassenräume für die Dauer der Bauarbeiten als Ausweichräume genutzt werden“, plant Sievers im Voraus. Aber: Was unabwendbar ist, werde in der Zwischenzeit natürlich getan, betont Sievers.

Weitere „Brocken“ seien zudem die Sanierung der Olympiahalle (2,15 Millionen Euro), das Feuerwehrgerätehaus in Heiligenfelde (zwei Millionen Euro) und kleinere Reparaturen in den kleineren Sporthallen in den Ortsteilen. „Das betrifft hauptsächlich die Schwingböden in Barrien, Ristedt, Heiligenfelde, Okel und Osterholz“, so Sievers. Zusammen mit der Decke und der Beleuchtung in Heiligenfelde summiert sich das auf insgesamt rund 1,5 Millionen Euro. Außerdem müssen die Dächer der Kindergärten Henstedt, Gödestorf und Syke sowie des Jugendhauses saniert werden und die Heizungsanlage im Bauhof muss ausgetauscht werden. Das ist zusammen noch einmal rund eine Million Euro.

Rechnet man alles zusammen, hätte die Stadt Syke einen Kreditbedarf von rund 29 Millionen Euro. Doch eine Kreditaufnahme in dieser Höhe komme nicht in Frage, macht Suse Laue deutlich. „Auch vor dem Hintergrund, dass die Kommunalaufsicht dem niemals zustimmen würde.“ Die Kredite müssten nämlich ebenfalls aus dem laufenden Haushalt abgetragen werden. Das schafft Syke mit ihren derzeit laufenden Krediten über 16 Millionen Euro angesichts der Einnahmen gut. Ein Mehr geht nicht. Die Erfüllung der anstehenden Aufgaben gehe daher nur schrittweise.

Der Erhalt von Fördermitteln ist bei dieser Planung noch nicht mit eingerechnet. Anträge – auch für das Syker Hallenbad – laufen noch. Es sei auch denkbar, dass die Stadt noch das ein oder andere Objekt veräußert, um die Aufgabenflut zu reduzieren. „Das ist alles nicht so ganz einfach“, sagt Sievers. „Daher muss man dann auch mal überlegen, ob man an der ein oder anderen Stelle nur das Nötigste tut, um an anderen Stellen auch etwas tun zu können.“ Es gebe Grenzen, was die öffentliche Hand finanzieren kann, so Laue. Und die Pflichtaufgaben setzen eben diese Grenzen.

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