Belebung der Innenstadt Belebung für die Innenstadt

Im Finanzausschuss zeigten sich die Mitglieder jetzt einig, dass in Sachen Syker Hauptstraße etwas geschehen soll. Klärungsbedarf herrscht allerdings noch bei den Einzelheiten.
23.02.2021, 17:19
Lesedauer: 3 Min
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Von Sarah Essing

Syke. Die Syker Innenstadt ist ein Thema, das die Politik derzeit intensiv beschäftigt. Das war auch am Montagabend im Zuge des Finanzausschusses der Fall. Die Ausschussmitglieder diskutierten intensiv über den Antrag der FWG zur Prüfung anderer Möglichkeiten zur Belebung der Innenstadt (wir berichteten), ehe sie den Vorschlag aufgriffen und einstimmig verabschiedeten.

Im Antrag der FWG wurde eine Darstellung der Sachlage in Sykes Hauptstraße beantragt sowie die Prüfung anderer Möglichkeiten als die reine Nutzung als Einkaufsstraße, um vorhandene Leerstände zu beheben. Als Beispiele nannte die FWG sogenannte Pop-Up-Stores, Creative-Labs, Start-up-Flächen oder Co-Working-Spaces. Das waren zwar neue Begriffe für den ein oder anderen, doch der FWG-Antrag traf damit einen Nerv, wie Bürgermeisterin Suse Laue in ihrer Einführung dieses Tageordnungspunktes deutlich machte. Denn das Thema „Belebung der Innenstadt“ beschäftigt auch die Städtetage bereits seit einiger Zeit. So befassten sich auch die Teilnehmer der jüngsten Präsidiumssitzung des Niedersächsischen Städtetages intensiv damit, berichtete Suse Laue als Teilnehmerin.

Dem Städtetag zufolge sei es wichtig, dass Innenstädte sogenannte dritte Orte werden oder wieder werden. Also Orte, an denen sich die Menschen neben ihrem Zuhause und ihrem Arbeitsplatz gerne aufhalten. Dabei steht im Raum, wie dies gelingen kann: Wie bekomme ich Menschen in die Innenstadt? Die Beispiele, die im FWG-Antrag aufgeführt sind, seien demzufolge "Bausteine für eine Belebung der Innenstädte". Andere Bausteine seien zudem Kultur oder die Erhöhung der Aufenthaltsqualität. „Hierzu müssen wir uns zeitgemäß aufstellen", zeigte sich die Bürgermeisterin überzeugt. Erste Gespräche mit Immobilieneigentümern in dieser Hinsicht seien bereits geführt worden, berichtete sie. Und Erster Stadtrat Thomas Kuchem ergänzte, dass im Zuge des in Auftrag gegebenen Einzelhandelskonzepts auch eine Passantenbefragung darin eingeschlossen ist. „Daraus erwarten wir uns wichtige Aufschlüsse darüber, was in der Innenstadt erwartet wird.“

Alle Fraktionssprechern signalisierten grundlegende Unterstützung für diesen Antrag. Deutlich wurde aber auch, dass noch Diskussionsbedarf besteht im Hinblick auf das, was am Ende tatsächlich getan wird und wie es dann umgesetzt wird.

So betonte CDU-Fraktionssprecher Wilken Hartje den Aspekt der Beschlussvorlage, der eine Dokumentation der Leerstände in der Hauptstraße vorsieht. Gesellschaftliche Trends wie etwa die Hinwendung zum Internethandel spiegelten sich eben auch in den Innenstädten wider. „Und wenn wir als Kommune darauf reagieren wollen, müssen wir erstmal eine vernünftige Analyse haben“, unterstrich Hartje.

Den Begriff „Analyse“ sah Karsten Bödeker (SPD) etwas zu hoch angesetzt an, sei der Leerstand in der Syker Hauptstraße mit vier bis fünf Geschäftsflächen doch für alle ersichtlich. Er verwies zudem darauf, dass die Probleme in der Hauptstraße in zweifacher Hinsicht „hausgemacht“ seien. Zum einen durch jeden, der in Stuhr und Brinkum oder im Internet einkaufe; zum anderen durch das Baurecht, das überall Wohnungen an der Hauptstraße ermöglicht.

Ersterem konnte sich auch Heinz-Jürgen Michel von den Grünen anschließen. Doch das Konsumverhalten ändere sich nun mal. „Das kann man auch in Syke nicht zurückdrehen.“ Keineswegs kritisch sieht er hingegen das Erlauben von Wohnbebauung. „Was soll denn anderes gebaut werden als Wohnungen? Wollen wir noch mehr Leerstände errichten?“, fragte er in die Runde und verwies auf die noch nicht vermieteten Gewerbeflächen im Neubau der Volksbank und dem ehemaligen Gasthaus Vollmer. Sehr gut vorstellen könne er sich hingegen die angeführten Pop-Up-Stores und Unterstützung für Existenzgründer. Das habe mit dem Kunsthandwerkermarkt, der im Dezember eingerichtet worden war, ja schon gut funktioniert. Und auch Faktoren wie mehr Kultur, „die Bibliothek wurde ja schon diskutiert“, sieht er als gute Bestandteile dieses Ansatzes.

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