Syker Theater

Aha: Alkohol, Haschisch, Apfelkuchen

Horst Evers war zum zweiten Mal zu Gast im Syker Theater. Der Komiker aus dem Landkreis Diepholz amüsierte mit schrägen Ansichten zu vielen Dingen.
19.09.2021, 16:31
Lesedauer: 2 Min
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Von Dorit Schlemermeyer / dos

Syke. Auch bei seinem zweiten Auftritt im Syker Theater kann sich Horst Evers über ein volles Haus freuen. Aber in Corona-Zeiten heißt das eben auch, dass die „Aha“-Regeln einzuhalten sind: Abstand, Hygiene, Altagsmaske. "Soll ich in meinem Programm über Corona reden?“, beginnt dann auch der im Landkreis Diepholz geborene Komiker seinen Auftritt: „Viel oder gar nicht?“ Auf der Suche nach einer Lösung beziehe er ja immer gern sein Publikum ein und habe eben diese Frage gestellt bei seinem ersten Auftritt nach dem Lockdown. Und einer aus dem Publikum habe dann gerufen: „Ein bisschen.“ Und das Bisschen gibt es auch an diesem Abend in Syke, denn in "ein bisschen können" sei er richtig gut.

Moralisches Dilemma

So habe er seiner Nachbarin, einer älteren Frau, Unterstützung angeboten, aber diese sei wunderbar allein zurecht gekommen mit ihren eigenen „Aha-Regeln": Alkohol, Haschisch, Apfelkuchen. Nur die nachfolgende Bitte, ob man nicht das Drogenkaufen beim Dealer für sie übernehmen könne, habe bei ihm ein moralisches Dilemma hervorgerufen.

Also Themenwechsel. Und Platzwechsel: Evers nimmt am Tisch Platz und erzählt vom Café-Besuch in Travemünde. Sehr ausführlich, um der Situationskomik gerecht zu werden. Er streift kurz das Thema Bundestagswahl und Digitalisierung und ist dann bei einem Telefonat mit Google in der schönen neuen Welt angekommen, amüsiert sich königlich über seine eigenen Pointen, begleitet seine Erzählungen mit lebhafter Gestik und Mimik und Ausrufen, so beim Thema „Älterwerden“, das ja eigentlich der Titel seines neuen Programms ist: „Früher war ich älter“. „Boah, da mache ich mit, da habe ich Spaß dran“, habe er früher gedacht, denn im Alter sei man ja auch weiser und könne anderen die Welt erklären. Leider habe er feststellen müssen, dass er früher wohl älter gewesen sei, denn die schöne neue Welt könne er heute nicht immer nachvollziehen.

Dann noch einmal ein kurzer Rückblick auf Corona: „Ich habe in der Zeit ja richtig zugelegt, so acht Kilo. Aber im Park haben mich Leute gefragt, ob ich abgenommen habe. Da fragt man sich, für wie dick die mich vorher gehalten haben.“ Erzählt's und ist bei seinem Verhältnis zum Sport angelangt. „Boah, ich finde ja Sport total toll, da bin ich richtig begeistert“, freut er sich schon auf die Pointe: „Aber mein Körper hat eine Bewegungsallergie.“

Dann kündigt er umfänglich die Pause an: "Jetzt kommt noch eine Geschichte und dann geht's – rumms – in die Pause, das können Sie nicht verpassen, das merken Sie dann schon.“ Im Theaterfoyer sieht man dann auch viele heitere Gesichter: Fast habe es Wohnzimmeratmosphäre, sagt ein Gast und hat genauso viel applaudiert wie die anderen. Eine Zuhörerin bewundert den Einfallsreichtum von Horst Evers: „Der hat vielleicht Ideen.“

Reichlich skurrile Ideen

Die gibt es dann auch reichlich und skurril nach der Pause. So die Idee der höflichen Autowarnanlage, die nicht gleich losschrillt bei der ersten Berührung, sondern erst mal mit „Na, na“, warnt. Oder die Begegnung mit einem Bautrupp, die damit endet, dass er, Evers, angetrunken im Schlittenrodelanzug nach Hause kommt. Oder die Geschichte des selbst zubereitenden Essens im Restaurant.

Oder die, von der er selbst sagt, sie sei die schönste, weil sie die heutige Zeit beschreibe: „Mein Freund baut Wohnungen und vermietet sie und ist fast immer unzufrieden mit seinen Mietern, aber jetzt ist er eher positiv gestimmt“, erzählt Evers und kann einmal mehr das Schmunzeln nicht unterdrücken. Auf Nachfrage habe der Freund erzählt, dass alle seine Mieter eine Anlage des Sprachdienstes haben. Mit dem Wissen sei er mit einem Megafon auf den Balkon gegangen und habe gerufen: „Alexa, spiel' Waterloo.“

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