Wasserball

Sykes Pokal-Coup

Sie waren nicht der Favorit - und trotzdem haben sich die Wasserballer des TuS Syke den Bezirkspokaltitel gesichert. Die Schlüssel waren eine überragende Defensivarbeit und der unbedingte Wille.
26.08.2019, 17:34
Lesedauer: 3 Min
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Von Thorin Mentrup
Sykes Pokal-Coup

Stolze Pokalsieger: Der TuS Syke holte in Lehrte den Pott.

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Lehrte/Syke. Seit dem Jahr 2015 mussten die Wasserballer des TuS Syke ausharren, nun ist die Zeit des Wartens vorbei: Die Hachestädter haben den Bezirkspokal gewonnen. Im Halbfinale des Final-Four-Turniers schlugen sie den Gastgeber Lehrter SV mit 11:3 und rangen dann im spannenden Endspiel Waspo 98 Hannover III mit 6:5 nieder. „Das war super, eine echte Willensleistung“, schwärmte Mannschaftssprecher Hakon Straßheim nach dem Titelgewinn, der für den TuS eine Überraschung war. „Aber so ist es am schönsten, wenn man den Sieg aus der Außenseiterrolle holt.“

Das Finale war für die Syker ein realistisches Ziel, dann aber galt Waspo, in der Pflichtspielsaison bis dato ungeschlagen, als Favorit. Doch der TuS ließ sich selbst von seinem nicht ganz so großen Aufgebot mit nur zehn Spielern aufhalten. Der Schlüssel zum Turniersieg war für Straßheim die Geschlossenheit seines Teams, das bis zur letzten Sekunde kämpfte. Im Finale mobilisierte der TuS noch einmal alle Kräfte und arbeitete vor allem in der Defensive herausragend. „Nur fünf Gegentore gegen Waspo – das ist absoluter Wahnsinn!“, jubelte Straßheim. Mit der Leidenschaft und Konzentration in der Abwehr wogen die Syker auf, dass sie offensiv nicht immer richtig in Schwung kamen. Das hatte sich bereits im Halbfinale gegen den Lehrter SV angedeutet, als es nach dem ersten Viertel nur 1:1 hieß. Letztlich aber steigerten sich die Hachestädter, fuhren einen völlig ungefährdeten 11:3-Erfolg ein und konnten sogar am Ende ein paar Kräfte sparen.

Ähnlich klar gewann Waspo das zweite Halbfinale. Union Hannover war nach dem ersten Viertel kein echter Prüfstein mehr, am Ende hatte der Favorit mit 11:7 die Nase vorn. „Trotzdem kam es uns zugute, dass wir uns anschauen konnte, wer bei Waspo einen guten Tag hatte und wer nicht“, sammelten Straßheim und Co. einige wichtige Erkenntnisse, die sie mit ins Finale nahmen. „Und auch die zusätzliche Stunde Pause hat uns bestimmt nicht geschadet“, wusste der Mannschaftssprecher. Ein Schlüssel zum Finalsieg war aber auch die Unterstützung vom Beckenrand, wo Nils Eickhoff und Tobias Menking ihre Übersicht dazu nutzten, um die Konkurrenz zu entschlüsseln. „Ihre Tipps waren enorm wichtig für uns“, bestätigte Straßheim.

Richten mussten es aber die Syker im Becken. Sie machten Waspo das Leben schwer, auch wenn sie zunächst in Rückstand gerieten. Henning Lienhop glich aus, doch Marcel Jünemann sicherte Hannover die 2:1-Führung nach dem ersten Viertel. Beirren ließ sich der TuS jedoch nicht. Er war darauf eingestellt, ins Hintertreffen geraten zu können. Stattdessen glaubte er an seine Chance. Die bestand selbst trotz des 2:4-Halbzeitstandes noch. Holger Eickhoff hatte zum zwischenzeitlichen 2:3 aus Syker Sicht getroffen. Dank Malin Florack kamen die Hachestädter wieder bis auf ein Tor heran. „Wir haben gespürt, dass etwas möglich war“, glaubten die Syker laut Straßheim jederzeit an ihre Chance. Das Selbstvertrauen wuchs von Minute zu Minute, zumal der TuS auch die eine oder andere Unterzahlsituation clever verteidigte und ohne Gegentreffer überstand. Das schien im Gegenzug an den Hannoveranern zu nagen. Als diese eine weitere Überzahl schlecht ausspielten, konterte Syke und glich durch Lukas Frömberg aus. Waspo legte noch ein weiteres Mal vor, doch der TuS war nicht mehr zu stoppen und hatte mit Frömberg den Mann der letzten Minuten in seinen Reihen. Mit zwei weiteren Toren machte er den Pokalsieg perfekt – und bescherte seinem Team nicht nur den Pott, sondern auch ein Fass Bier. „Das musste auf jeden Fall noch weg“, sagte Straßheim lachend. Die Siegesfeier hatten sich die Syker wahrlich verdient.

Jetzt aber richten sie den Blick wieder aufs Ligageschehen. Dort beginnt der Endspurt am Sonntag mit einem Heimspiel – ausgerechnet gegen Spitzenreiter Waspo. Ein Sieg würde die Chancen auf das Double erhalten, doch auch danach müssten die Hannoveraner ein weiteres Mal stolpern. Die Wahrscheinlichkeit, den Titel zu verteidigen, ist nicht groß. „Vielleicht war das auch noch einmal ein Ansporn für den Pokal“, glaubte Straßheim. Die Liga sei jetzt Zugabe. Denn titellos wird der TuS die Saison definitiv nicht beenden.

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