Modernes Orchester spielt erstmals nach Umbau im Syker Theater unter dem Motto „Dürfen wir bitten?“

Tanzmusik statt Mauerblümchen-Walzer

Syke. Seit den Umbauarbeiten war es am Sonnabendabend für das Moderne Orchester des TuS Syke endlich wieder so weit: Es durfte nach drei Jahren auf seiner gewohnten Bühne im Syker Theater auftreten. Mit etwas Verzögerung brachten die 52 Musiker ihr Jahreskonzert unter dem Motto „Dürfen wir bitten?“ Tanzbares zum Mithören zu Gehör.
16.03.2015, 00:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Kaya Leimann
Tanzmusik statt Mauerblümchen-Walzer

Spielte zum Tanz auf: das Moderne Orchester des TuS Syke.

Udo Meissner

Seit den Umbauarbeiten war es am Sonnabendabend für das Moderne Orchester des TuS Syke endlich wieder so weit: Es durfte nach drei Jahren auf seiner gewohnten Bühne im Syker Theater auftreten. Mit etwas Verzögerung brachten die 52 Musiker ihr Jahreskonzert unter dem Motto „Dürfen wir bitten?“ Tanzbares zum Mithören zu Gehör. Vorab spielte jedoch das Nachwuchsorchester, die Musikfabrik.

„Wir mussten uns in der Probe erstmal an den neuen Klang gewöhnen – nach dem Umbau ist die Akustik deutlich besser“, beschrieb Dirigentin Sabine Rosenbrock die Veränderungen im Syker Theater. Mit ihrem Modernen Orchester des TuS Syke stand sie am Wochenende vor einem gut gefüllten Saal und brachte die Zuhörer zum Mitwippen.

„Wie sonst auch haben wir das Programm nach einem Thema zusammengestellt, das ist nicht immer einfach. In diesem Jahr ist es ,Tanzbares zum Mithören‘, wobei der zweite Teil noch poppiger wird“, erzählte die Leiterin. Seit der Neueröffnung ist es für das Orchester der erste Auftritt im umgebauten Theater. „Eigentlich spielen wir unser Jahreskonzert meist im Herbst, das hat vergangenes Jahr noch nicht ganz gepasst. So hatten wir noch mehr Zeit zum Proben und konnten unsere Stücke intensivieren“, so Rosenbrock.

Zunächst war aber die Musikfabrik an der Reihe. Das 23-köpfige Nachwuchsorchester gemischten Alters hatte sich unter anderem die Stücke „Latin Fiesta“ von Ivo Kouwenhoven und „Just Dance“ im Original von Lady Gaga ausgesucht. Für „Latin Fiesta“ holten sie sich erstmals Unterstützung vom Blockflötentrio bestehend aus Theresa Bohlen, Charlotte Breuker und Antonia Lemm. „Die Blockflöte ist zwar nicht ganz typisch für ein Orchester, es ist aber für viele das Einsteigerinstrument“, sagte Petra Raue, die den Abend moderierte. „Freuen Sie sich auf ein Stück mit tropischem Charakter.“ Und dieser Ankündigung wurde es gerecht. Mit einer Klatscheinlage und toller Percussion stimmte es auf den weiteren Abend ein. Obwohl viele Mitglieder der Musikfabrik noch nicht lange mit dabei sind, spielten sie fast fehlerfrei und sehr souverän.

„Was ist Tanz eigentlich?“, leitete Raue dann den Orchester-Auftritt ein. „Es ist auf der einen Seite eine Aneinanderreihung von Schrittfolgen, es macht aber auch den Kopf frei, schärft die Sinne und schafft Zeit und Raum. Lassen Sie sich inspirieren und von ihrem Gefühl leiten – denn Tanz kann auch eine Bewegung im Kopf sein“, so die Moderatorin. Mit dem Einstiegslied „Choreography“ von Robert Sheldon kam das Moderne Orchester dieser Beschreibung sofort nach. Es erinnerte in Teilen an Filmmusik, beschrieb aber auch, wie vielfältig und leidenschaftlich ein Tanz sein kann. Mal war es ruhig, dann wieder bewegt, mal traurig und im nächsten Moment fröhlich.

Auch die „Suite Of Old American Dances“ hatte ganz unterschiedliche Facetten. „Eigentlich hat das Stück fünf Sätze. Der fünfte lautet aber ,Mauerblümchen-Walzer’, und das passt hier heute nun wirklich nicht her, oder?“, richtete sie ihre Frage an das Publikum und wurde mit Applaus und Lachern bestätigt. Mit Mauerblümchen-Walzer hatte die folgende Musik absolut nichts zu tun, spätestens jetzt blieben Hände und Füße nicht mehr still. Die folgenden „Four Norfolk Dances“ bildeten gleichzeitig eine kleine Feier. „Vor zehn Jahren hat das Moderne Orchester damit den ersten Platz beim internationalen Turnfest belegt. Viele der damaligen Musiker sind heute noch dabei“, gab Raue ein paar Hintergrundinformationen. Die vier Tänze „Pulham Prelude“, „Diss Dance“, „Lopham Lamet“ und „Garboldisham“ von Philip Sparke sind nach Dörfern vor Ort benannt. Die Melodien ließen die Landschaften zum Leben erwachen, eine perfekt abgestimmte Percussion auf ein hoch konzentriertes Orchester überzeugte das Publikum.

Unter anderem auch Stefan Sander und Petra Wiedenroth. Die beiden waren extra den langen Weg aus Hannover hergekommen und hörten das Orchester zum ersten Mal. „Die Besetzung ist großartig. Ich habe allein sieben Trompeten gezählt, Oboe und Fagott klingen im Solo einfach toll“, schwärmte Wiedenroth. Vor allem den Trompetenspielern sehe man den Spaß an der Sache an. „Ich kannte eher wenige der Stücke, aber grundsätzlich hatte ich es genauso erwartet. Wir hören sehr gerne klassische Musik“, ergänzte Sander. Sein Bruder und dessen Tochter sind ebenfalls Teil des Orchesters. Das Motto sei gut getroffen, „still halten fällt schwer“, bestätigte Sander. Auch die Akustik überzeuge absolut. „Ich hatte extra geschaut, aber keine Verstärker gefunden. Das ist schon klasse“, sagte Wiedenroth.

Brigitte Peperkorn aus Jardinghausen hat das Orchester hingegen schon oft live gesehen. „Das ist wirklich eine tolle Truppe, die zusammenhält. Viele kommen ja von weit her“, erzählte Peperkorn. „Die Leiterin hat das Programm klasse zusammengestellt und schafft schöne Überleitungen durch die unterschiedlichen Titel. Da ist für jeden etwas dabei.“

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