Tennis

Schon viel von der Welt gesehen

Durch den Tennissport ist Lennart Stegemann vom Barrier TC II viel herumgekommen, war unter anderem schon in Dubai und Montreal.
19.11.2020, 15:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Florian Kastens
Schon viel von der Welt gesehen

Lennart Stegemann vom Barrier TC gab unter anderem in Dubai schon Tennis-Trainingsstunden.

Michael Galian

Barrien. Wie so viele Menschen blickt auch Lennart Stegemann, Kapitän des Barrier TC II, aus sportlicher Sicht mit gemischten Gefühlen auf die letzten Monate zurück: „Die Corona-Pandemie beeinflusst natürlich vieles, wobei ich finde, dass wir Tennisspieler die Sommersaison ganz vernünftig gestaltet haben. Für mich persönlich hätte es einen angenehmeren Abschluss geben können.“

Der 29-jährige musste die Saison vorzeitig beenden und kämpft noch immer mit den Folgen eines Bandscheibenvorfalls. „In diesem Winter hätte ich auch erstmals für die Herren 30 auflaufen dürfen und hatte mich darauf schon gefreut. Aber ich glaube nicht, dass ich in diesem Jahr noch wieder zum Schläger greifen kann“, sagt Stegemann, der neben dem Tennis auch das Laufen zu seiner großen Leidenschaft zählt. In den Wintermonaten steht er regelmäßig auf Skiern und betreut als Ski-Guide sogar Reisegruppen. Auch das unterstreicht den seit Kindertagen vorhanden großen Bewegungsdrang Stegemanns. „Ich war eigentlich schon immer sehr aktiv und habe auch Fußball und Tischtennis gespielt. Ans Tennis bin ich über meinen Vater gekommen, zunächst in Weyhe, später dann in Barrien. Ehrlich gesagt lief das aber einige Zeit immer nur so nebenher“, denkt er schmunzelnd an die Motivationsversuche seines Vaters zurück: „Mein Papa hat nie lockergelassen. Als Motivationsspritze hat er mir dann irgendwann ein Werdertrikot versprochen, wenn ich gewinne. Da kamen dann schnell mal Emotionen ins Spiel. Irgendwann habe ich mir das Shirt aber tatsächlich erkämpft“, lacht Stegemann.

In der siebten Klasse traf er dann auf Tanno Oetting. Schnell wurde das gemeinsame Interesse am Tennissport abgeklopft und fortan wurde sich auf dem Court duelliert. „Wir beide haben in den Matches immer unheimlichen Ehrgeiz entwickelt. Ich glaube, zu Beginn unserer Zeit wusste jeder ganz genau, wie oft er den anderen geschlagen hat. Da habe ich dann fortan häufiger trainiert und auch Einzelstunden bei Jochen Brenz genommen, die mich richtig vorangebracht haben.“

Die Trainer-C-Lizenz gesichert

Spätestens mit dem Wechsel in den Erwachsenenbereich fiel endgültig die Entscheidung für den Tennissport. Lennart Stegemann sicherte sich die Trainer-C-Lizenz und gab sein Wissen fortan an motivierte Talente weiter. „Zu dieser Zeit habe ich dann auch mit Fußball aufgehört und mich auf Tennis konzentriert. Ich konnte durch die Trainerstunden nebenbei Geld verdienen, das hat mir im Studium sehr geholfen und war quasi meine Haupteinnahmequelle“, erklärt Stegemann, der bereits in unterschiedlichen Vereinen trainiert hat, die Punktspiele aber im Prinzip immer für den Barrier TC bestritt. „Es war dann auch immer so, dass ich meine Schläger im Gepäck hatte, egal wo ich gerade beruflich, studienbedingt oder privat unterwegs war.“ Gerne denkt er dabei an seine Praktikumszeit in Dubai oder an seine Reise nach Schweden zurück. „Vor der Abreise nach Schweden habe ich über Facebook schon nach Tennispartnern vor Ort gesucht und auch in Dubai habe ich regelmäßig in der Woche trainiert. Das aber zumeist nachts, da lagen die Temperaturen dann nur noch bei etwa 36 Grad,“ schmunzelt der Schichtleiter eines großen Logistikunternehmens.

Nah dran an Federer und Haas

Auch an seine gemeinsame Turnierreise mit Tanno Oetting nach Montreal erinnert er sich gerne. Apropos Turniere: Auch bei den großen deutschen ATP-Turnieren in Halle und am Hamburger Rothenbaum war der große Tennisfan regelmäßiger Zaungast. Mit den Gerry-Weber-Open verbindet Lennart Stegemann noch eine weitere tolle Erinnerung. „Ich habe mich irgendwann zum Schiedsrichter ausbilden lassen und wurde auch regelmäßig in der zweiten Bundesliga eingesetzt. Dann durfte ich sogar mal beim Turnier in Halle im Rahmen der Qualifikation als Linienrichter ran. Auf dem Nebenplatz haben Roger Federer und Tommy Haas trainiert. Auch solche Einblicke hat mir der Tennissport ermöglicht“, freut sich Stegemann. Aus der einstigen Zweit- oder gar Drittsportart Tennis aus Kindertagen ist im Laufe der Jahre eine große Leidenschaft geworden. Nicht nur Lennart Stegemann hofft, dass das Spiel mit der gelben Filzkugel bald wieder entspannter möglich ist. „Aktuell bin ich natürlich auch skeptisch, was die Wintersaison angeht, aber spätestens ab dem Frühjahr 2021 geht es hoffentlich wieder voran. Bis dahin möchte auch ich wieder komplett fit sein.“

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