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Torben Lieker: Vom Fitnessstudio ins SVH-Trikot

Torben Lieker hat überwiegend im Bremer Raum Fußball gespielt, im Herrenbereich kehrt der Syker jedoch nach Niedersachsen zurück. Dass er in Heiligenfelde gelandet ist, liegt auch an Suren Jamgotchian.
24.03.2020, 12:53
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Von Thorin Mentrup
Torben Lieker: Vom Fitnessstudio ins SVH-Trikot

Torben Lieker trägt ab der kommenden Saison das SVH-Trikot.

SV Heiligenfelde

Syke/Heiligenfelde. Sie haben zwei Maltes, sie haben zwei Mirkos – und bald dann zwei Torbens: Die Bezirksliga-Fußballer des SV Heiligenfelde setzen offenbar gern auf Namensvettern. Mit diesen Duos haben sie bislang auch gute Erfahrungen gemacht. Weder auf Malte Garlich noch auf Malte Löffler, weder auf Mirko Labbus noch auf Mirko Garlich wollen sie beim SVH verzichten. Und auf den ersten Torben, nämlich Budelmann, schon gar nicht. Der Trainer formt derzeit eine Truppe, die höchsten Bezirksliga-, vielleicht sogar Landesliga-Ansprüchen genügt. Da kommt ein zweiter Torben doch gerade recht. Der ist kein Trainer, sondern Außenbahnspieler. Und ein junger Mann, dem im Herrenbereich noch die Zukunft gehört: Denn Torben Lieker steigt im kommenden Jahr endgültig zu den Senioren auf. Zuerst aber will er noch den Regionalligaaufstieg mit den A-Junioren des FC Oberneuland schaffen.

Vom Bremer Osten zieht es Lieker also in den Syker Süden. Das bedeutet, ganz nüchtern betrachtet, einen Verbandswechsel von Bremen nach Niedersachsen für ihn, aber vor allem eine wesentlich kürzere Fahrtzeit: Denn Lieker wohnt in Syke. „Bis nach Heiligenfelde brauche ich vielleicht zehn Minuten mit dem Auto“, sagt er. Zum Vinnenweg, an dem die Sportanlage des FCO steht, ist es deutlich mehr. Für Lieker hat das einen entscheidenden Vorteil: „Ich mache im nächsten Jahr mein Abitur. Es kommt mir dann natürlich entgegen, dass ich weniger Zeitaufwand habe.“

Wobei der Zeitaspekt nicht gleichbedeutend damit ist, dass der 18-Jährige seine Ambitionen zurückschrauben wird. Im Gegenteil. „Ich lasse das erst einmal alles auf mich zukommen. Aber ich will auf jeden Fall sehr viel spielen, alles zeigen und meinen Beitrag dazu leisten, dass wir unsere Ziele erreichen.“ Verstecken oder gar hinten anstellen will sich Lieker nicht. Der Ehrgeiz, so hoch, aber auch auch so viel wie möglich zu spielen, begleitet den Hachestädter seit Beginn seiner Laufbahn. Er begann beim TuS Syke. Es war ein Start wie jeder andere: Spaß haben, sich bewegen, mal schauen, ob Fußball etwas für ihn ist. „Aber dann hat sich relativ schnell herausgestellt, dass ich das nicht so schlecht kann“, erzählt Lieker, wie seine Laufbahn recht früh Fahrt aufnahm: Der FC Gessel-Leerßen war seine nächste Station, dann folgten der SC Weyhe und natürlich Training am Stützpunkt. „Da habe ich viele Jungs aus den Bremer Mannschaften kennengelernt, aber auch die Trainer und die Väter. Das war eine coole Erfahrung“, blickt er zurück. Es zog ihn weiter zum TuS Komet Arsten, zum FC Oberneuland, zum SC Borgfeld, zum TuS Sudweyhe und zurück zum FCO, wo er heute spielt.

In Sudweyhe wieder Spaß gefunden

In Borgfeld sammelte Lieker Regionalligaerfahrung. Eine aufregende Zeit eigentlich, doch für das Talent auch eine schwierige. Er kam kaum zum Einsatz, musste sich trotz Stärken in der Technik und der Spielintelligenz hinten anstellen. Körperlich sei er nicht stark genug, hätten seine Trainer moniert. Lieker verlor den Spaß, den er dann in Sudweyhe wiederfand. In Oberneuland, wo er auf seinen ehemaligen C-Jugendtrainer Jürgen Damsch traf, holte er die Winterrundenmeisterschaft in der Bremer Verbandsliga. Die Teilnahme am Aufstiegsspiel zur Regionalliga ist damit sicher. Am liebsten aber will Lieker mit dem FCO diese Hürde umgehen und erneut den Titel holen. Danach kann er sich dann voll und ganz auf den SV Heiligenfelde konzentrieren.

Es passt auf Anhieb

Dass Lieker beim Bezirksligisten gelandet ist, daran hat sein künftiger Mitspieler Suren Jamgotchian einen ganz entscheidenden Anteil. „Ich kenne ihn aus dem Fitnessstudio“, erzählt der 18-Jährige, der noch ein paar Kilogramm Muskelmasse aufbauen will, um sich mit seiner Größe von 1,73 Metern auch im Herrenbereich körperlich behaupten zu können. „Da sind wir ins Gespräch gekommen und er hat mir angeboten, mich mal mitzunehmen zum Training. Angucken kann man sich das mal, habe ich gedacht.“ Also schnupperte Lieker mal rein beim SVH, damals noch ohne zu wissen, dass der Trainer denselben Vornamen hat wie er. Der Youngster hatte direkt einen guten Eindruck von der Mannschaft: „Die Jungs sind wirklich super nett, und das Niveau ist hoch. Es hat mir sehr gut gefallen.“ Das habe ihm die Entscheidung etwas leichter gemacht. Lieker und Heiligenfelde – das passte auf Anhieb. Nicht nur aus Sicht des Spielers, sondern auch aus der des Trainers. „Torben hat uns überzeugt“, sagt Budelmann, der sich auf einen Spieler freut, der beide Außenbahnen beackern kann und den Konkurrenzkampf weiter anheizen wird. Diese Dichte im Kader braucht ein Team, das ganz oben in der Bezirksliga angreifen will oder vielleicht sogar in der Landesliga bestehen will. Aufschlüsse darüber wird der Rest der Saison geben – wenn sie denn fortgesetzt wird.

Lieker, so viel steht fest, wird genau verfolgen, wie sich Heiligenfelde schlagen wird. Er freue sich auf seine Herausforderung ab Sommer, sagt er. Beim SVH werden sie derweil darauf hoffen, dass nach zwei Mirkos und zwei Maltes auch zwei Torbens in einem Team gut funktionieren. Rufen können seine Mitspieler Lieker übrigens erst einmal weiter mit dessen Vornamen. Schließlich ist der Trainer im gesamten Fußball-Bezirk wesentlich besser als „Budel“ bekannt.

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