Schnuppermitgliedschaft beendet

Stadt beendet Schnuppermitgliedschaft

2018 wurde die Zusammenarbeit Sykes mit der Mittelweser-Touristik GmbH beschlossen. Nach zwei Jahren soll die Schnuppermitgliedschaft nun wieder beendet werden. Sie lohnt sich nicht für die Hachestadt.
12.11.2020, 17:24
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Von Sarah Essing
Stadt beendet Schnuppermitgliedschaft

Im Sommer wurde die Beschilderung des Wanderwegs Hachepadd erneuert. Es ist nur einer von zahlreichen Wanderwegen, die Syke zu bieten und stärker in den Fokus rücken möchte.

Sarah Essing

Syke. Die Stadt Syke beendet ihre Schnuppermitgliedschaft mit der Mittelweser Touristik GmbH (MWT). Das erfuhren die Mitglieder des Ausschusses für Naherholung und Kultur im Zuge der Sitzung des Gremiums am Mittwochabend im Dorfgemeinschaftshaus Heiligenfeld. Die zweijährige Mitgliedschaft auf Probe hatte dazu dienen sollen, festzustellen, ob die MWT in der Lage ist, Syke ebenfalls zu vermarkten, obwohl die Stadt nicht direkt an der Weser liegt. Ist sie nicht, lautet das Fazit der Stadt, zumindest nicht in zufriedenstellender Weise. Deshalb soll die Schnuppermitgliedschaft beendet werden.

Die Gründe legten Erster Stadtrat Thomas Kuchem und Kathrin Wilken, in der Stadtverwaltung zuständig für Tourismus und Kultur, dar. Dabei legte Kuchem Wert darauf zu betonen: „Die Zusammenarbeit war gut.“ An der Kooperation an sich habe es nicht gelegen. Vielmehr korrespondieren die Ziele, die Syke sich gesetzt hat, nicht mit dem Schwerpunkt der MWT.

Kathrin Wilken zeigte diese Diskrepanz anhand einiger Beispiele auf. Das betrifft zunächst die Homepage der MWT. „Wir werden darüber nicht gut genug gefunden“, machte sie deutlich. Man habe zwar Inhalte und Fotos für die Präsentation auf dieser Homepage erstellt und veröffentlicht, doch aufgrund der Vielzahl der dort vertretenen Städte und Gemeinden sowie der verschachtelten Navigationsstruktur der Internetseite müsse man schon sehr direkt nach Inhalten der Stadt Syke suchen, um diese zu finden.

Der Schwerpunkt dieser Website läge deutlich auf Achim und Nienburg. Dasselbe gelte für die Veranstaltungsseite der MWT. Die Seite sei zwar übersichtlicher gestaltet, Veranstaltungen in Syke lassen sich besser finden, dennoch „muss man immer noch einen weiteren Schritt gehen“, bemängelt Kathrin Wilken, dass keine direkte Kartenbuchung über diese Seite möglich ist. Es müsse in jedem Fall noch ein alternativer Weg genommen werden, um eine Kartenreservierung beispielsweise für das Syker Theater durchzuführen. Aber: „Eine reine Präsentationsplattform bringt uns nicht den entscheidenden Schritt.“

Unterrepräsentiert sei Syke auch bei den Printprodukten der MWT. Das sei zwar eine Vielzahl, doch „viele dieser Veröffentlichungen sind für uns nicht relevant“, unterstrich Kathrin Wilken. Kanu und Sportboot, Pferde und Spargel nannte sie als Beispiele für Flyer. „Alles Sachen, die wir praktisch nicht nutzen können, weil wir diese Angebote nicht haben.“ Mit den eigenen Veröffentlichungen könne die Stadt zielgerichteter auftreten.

Hinzu komme, dass all diese Flyer gemäß der partnerschaftlichen Vereinbarungen dennoch präsentiert werden müssen. Dazu fehlt im Rathaus unter den gegebenen baulichen Voraussetzungen momentan allerdings der Platz. Auch bei den Produktlinien der MWT sieht die Stadt wenig Anknüpfungspunkte. Für „Erholung auf dem Wasser“ sei das zwar im Vorfeld bekannt gewesen, doch das gelte auch für andere Bereiche. So konzentriere sich der „Radtourismus“ fast ausschließlich auf den Weser-Radweg und auch zu den weiteren Tourenplanungen, wie etwa der Dino-Tour, des Grafenrings, der Wolfstour oder der Genussroute gebe es für Syke keine Anknüpfungsmöglichkeiten.

Beim Schwerpunkt „Urlaub und Freizeit auf dem Lande“ gebe es noch die meisten Überschneidungen, doch als einziges Motiv reiche das nicht aus. Der Bereich „Wandertourismus“, wo Syke viel zu bieten hätte und sich in Zukunft, in enger Abstimmung mit lokalen Institutionen, noch stärker aufstellen möchte, ist für die MWT hingegen eher eine Nische.

Für die beiden Jahre der Schnuppermitgliedschaft zahlte die Stadt Syke insgesamt 16 600 Euro pro Jahr. Das würde sich mit einer Voll-Mitgliedschaft ändern und „deutlich erhöhen“, auf über 20 000 Euro pro Jahr, gab Thomas Kuchem zudem noch zu Bedenken. Das sei nicht nur vor dem Hintergrund, dass es nicht passt, abzuwägen, sondern auch darauf, dass aufgrund zu erwartender Einbußen durch die Corona-Pandemie vor allem auch die freiwilligen Leistungen auf den Prüfstand kommen werden. Deshalb empfiehlt die Stadtverwaltung, die Schnuppermitgliedschaft auslaufen zu lassen.

„Ich finde es mutig zu sagen, wenn sich etwas nicht als gut erweist, zu sagen, es hat nicht geklappt“, lobte Jutta Filikowski (Die Grünen) diese Entscheidung. Dem schlossen sich die weiteren Kulturausschussmitglieder an.

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