Fußball

TSV Okel zittert sich zum Sieg

Am Ende zählen nur die drei Punkte: Der TSV Okel besiegte im Kellerduell der Fußball-Bezirksliga den TuS Wagenfeld mit 2:1.
31.10.2019, 18:38
Lesedauer: 3 Min
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Von Jannis Klimburg
TSV Okel zittert sich zum Sieg

Traf zum wichtigen 2:0: Okels bulliger Stürmer Marvin Zwiebler (Mitte).

Michael Galian

Okel. Seine Mannschaft lag zwar mit 2:1 vorne, dennoch kochte Lutz Schröder an der Ersatzbank, stampfte immer wieder die Linie hoch und runter. „Wacht jetzt doch mal endlich auf!“, rief der Übungsleiter des TSV Okel immer wieder herein. Seine Mannen wirkten nach dem Anschlusstreffer des TuS Wagenfeld total verunsichert, brachten den knappen Erfolg schließlich aber doch noch über die Zeit. Und haben somit den Anschluss an das Tabellenmittelfeld in der Fußball-Bezirksliga wiederhergestellt. Der Aufsteiger, der zurzeit den Relegationsplatz belegt, ist nur noch einen Punkt vom rettenden Ufer entfernt.

Doch bis zu den drei Punkten war es ein harter und steiniger Weg. Wie erwartet bekamen die Zuschauer in Okel keinen fußballerischen Leckerbissen präsentiert, sondern Abstiegskampf pur. Statt schönen Ballstafetten bekamen die Besucher lange Bälle en masse aufgetischt. Zwar versuchten die Hausherren zumindest, sich nach vorne zu kombinieren. Doch nach der dritten Station war meistens Schluss. „Wir haben es nicht auf den Rasen bekommen, fußballerisch ging nur wenig zusammen“, seufzte Schröder. Dennoch hatten seine Schützlinge mehr vom Spiel, drückten den Gegner in die eigene Hälfte. Es wurde zum ersten Mal gefährlich, als Okels Spielmacher Rico Volkmann von der rechten Seite eine scharfe Hereingabe in die Mitte schlug. Doch kein mitgelaufener Spieler konnte den Ball erreichen. Nur wenig später stand der Regisseur wieder im Blickpunkt. Nach einem Pressschlag köpfte Volkmann das runde Leder nur wenige Zentimeter über den Kasten (17.). Danach wachte auch der TuS Wagenfeld langsam auf, versuchte sich immer wieder mit langen Bällen zu befreien. Die einzige Möglichkeit in der ersten Hälfte besaß Alin-Nicolae Fur, der nach einem Freistoß von Gheorhe-Voicu Ponta das Spielgerät meilenweit über den Kasten drosch.

Das Spiel schwappte nun hin und her mit leichten Vorteilen für den TSV Okel. Auch wenn der Aufsteiger nicht wirklich auf dem Rasen zauberte, waren die Aktionen des Gastgebers immer gefährlicher. Es war immer wieder Volkmann, der das Spiel des TSV ankurbelte. Und in der 27. Spielminute im Sechzehner gefoult wurde. Eigentlich soll der Gefoulte nicht selbst schießen, so heißt es zumindest in Fußball-Kreisen. Doch daraus machte sich der Spielmacher nichts und verwandelte trocken oben links zum 1:0. Und nur drei Zeigerumdrehungen später legten die Hausherren auch schon nach. Wieder war es Volkmann, der den Angriff einleitete. Er legte einen Solo-Lauf über den halben Platz hin und legte dann zurück auf Marvin Zwiebler, der aus rund 13 Metern unten rechts verwandelte. „Es war eben ein purer Abstiegskampf, ein Mittelfeld war bei beiden Mannschaften nicht zu sehen“, beschrieb Schröder die ersten 45 Minuten.

Natürlich kam der TuS Wagenfeld mit viel Wut und Dampf aus der Kabine, für die Gäste musste schließlich der schnelle Anschlusstreffer her. Und der sollte auch acht Minuten nach Wiederanpfiff direkt fallen. Immer wieder kam die Mannschaft von Trainer Oliver Marcordes über die rechte Seite durch. In der 53. Spielminute schlug Alec Kuhlmann eine Aufsetzer-Flanke ins Zentrum. Eigentlich war kein Mitspieler in der Mitte, doch TSV-Verteidiger Manic Alms machte den Ball wieder scharf. Von seiner Brust kullerte das Spielgerät ins eigene Netz. Plötzlich machte sich bei den Gästen wieder große Euphorie breit. Und so spielten sie dann auch. Ein Angriff nach dem anderen rollte jetzt auf das Okeler Tor zu. Vor allem aus der Distanz versuchten es die Wagenfelder immer wieder. Doch entweder waren die Abschlüsse schlicht zu harmlos oder Okels Keeper Lucas Feldmann parierte. So versuchte Schröder in den viel Spielunterbrechungen immer wieder, seine Mannen zu beruhigen. Denn seine Schützlinge agierten viel zu hektisch, gaben die Bälle leichtfertig her. Doch auch die vertane Chance von Marlon Reyher tat nicht mehr weh, weil der TSV Okel nur Momente später die Zähler 15, 16 und 17 bejubeln durfte. „Am Ende zählen nur die drei Punkte. Aber trotzdem ärgert es mich, dass wir nach dem 2:1 total den Faden verloren haben“, so Schröder, der nun am Sonntag mit seinen Mannen den SC Twistringen zum nächsten Kellerduell empfängt. „Sie haben vorne mehr Dynamik als Wagenfeld, sind hinten dafür aber anfälliger.“

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