Straße der Kunst: Das Maler- und Bildhauersymposium am Heiligenberg leidet unter dem Regenwetter Über eine keltische Bibel zur Kettensäge

Von Karin Neukirchen-Stratmann
20.06.2011, 05:00
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste

Von Karin Neukirchen-Stratmann

Heiligenberg. Zur Eröffnung schien noch die Sonne. Doch wenig später setzten bereits die ersten Regenschauer ein, sodass die Teilnehmer am dritten Kunstsymposium am Heiligenberg immer wieder Pausen einlegen mussten. Und so hatten sich am Sonnabendvormittag fast nur die Künstler auf der Wiese zwischen Forsthaus und Klostermühle eingefunden. Auf den Großplatten auf der Wiese malten Ruth Cordes, Nadya Hauswald, Karin Schildmair, Regine Wanek, Adam, Peter C. Creuzburg und Friedel Schünemann. Dazu kamen noch Bildhauer, die Skulpturen aus Stein und Holz schufen: Angelika Lepinat, Bahu Sawade, Stephan Derben, Uwe Hansmann, Udo Richter und Gert Schröder.

Die sieben Maler und sechs Bildhauer waren am Wochenende der Einladung des Kunstvereins ART-Projekt gefolgt, der dieses Symposium zusammen mit dem Kunst- und Kulturverein der Samtgemeinde Bruchhausen-Vilsen in diesem Jahr als Teil der "Straße der Kunst" veranstaltete.

Wiesch fehlen die Tierspuren

Samtgemeindebürgermeister Horst Wiesch begrüßte am Sonnabend zur Eröffnung des Symposiums die Künstler und eine Handvoll Gäste, die den Kunstschaffenden während der Arbeit über die Schultern schauen und so an der Entstehung der großen Tafeln und Skulpturen teilhaben konnten. Wiesch begann seine Rede mit der Erläuterung der Definition einer Straße. "Eine Straße ist ein Verkehrsbauwerk, welches als Grundlage für radgebundene Fahrzeuge vorwiegend dem Transport von Nutzlasten von einem Ort zum anderen dient. Daher ist die Verbindung zwischen den zwei Orten idealerweise direkt. Praktischerweise folgt der Straßenverlauf aber einer Hierarchie, einem Straßennetz, und wird zudem von der Geländeform beeinflusst." Wiesch stellte dann die Frage, wie jemand auf die Idee kommen könne, eine Straße für die Kunst zu nutzen. "Es ist möglich, wie der Landkreis, das Kreismuseum und der Landschaftsverband in diesem Jahr zum zweiten Mal zeigen."

Innerhalb von zwei Monaten präsentieren über 300 Künstler bei 200 Veranstaltungen die "Straße der Kunst". Nur eines habe nicht funktioniert, wie Wiesch bedauerte: "Es sollten Tierspuren auf der Straße zu finden sein." Dafür hatte aber ART-Projekt-Vorsitzender Gert Schröder eine Erklärung: "Die beiden Künstlerinnen, die das verwirklichen wollten, hatten doch Bedenken wegen spielender Kinder auf der Straße. Das war ihnen zu gefährlich."

Gefährlich sah auch die Aktion von Skulpturen-Schaffer Stephan Derben aus Hannover aus, denn er arbeitet an einer mehr als zwei Meter hohen Holzskulptur mit Hilfe einer Kettensäge. "Weil die Zeit so knapp ist, arbeite ich heute und morgen mit möglichst langen Schnitten", erklärte Derben. Er arbeitet viel mit Strukturierungen von Oberflächen, tiefen Einschnitten, Kerben, wellenförmigen und verschlungenen Wegen. Seine Inspiration bekam der Künstler vor vielen Jahren beim Blick in eine keltische Bibel. "Die Runenschrift hat mich fasziniert."

Musikalisch begleitet wurde das Kunstsymposium am Sonnabend von Saxofonist Roman Rösner und am Sonntag vor der Klostermühle mit einem Konzert der Gruppe Bogus.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Einwilligung und Werberichtlinie

Ich erkläre mich damit einverstanden, dass die von mir angegebenen Daten dazu genutzt werden, regelmäßig per E-Mail redaktionelle Inhalte des WESER-KURIER seitens der Chefredaktion zu erhalten. Die Daten werden nicht an Dritte weitergegeben. Ich kann diese Einwilligung jederzeit formlos mit Wirkung für die Zukunft widerrufen, z.B. per E-Mail an widerruf@weser-kurier.de.
Weitere Informationen nach Art. 13 finden Sie unter https://www.weser-kurier.de/datenschutz

Schließen

Das Beste mit WK+