Gitarrist bei Lindenberg

Die Magie weitergeben

Hannes Bauer ist Gitarrist bei Udo Lindenberg und hat auch eine eigene Band. Ende November wird er nun in Syke einen Musikworkshop geben. Der Rockmusiker hat auch einen persönlichen Bezug zum Landkreis.
13.10.2020, 18:39
Lesedauer: 3 Min
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Von Yannik Sammert
Die Magie weitergeben

Der Rockmusiker Hannes Bauer wird am letzten Novemberwochenende bei der Kreismusikschule zu Gast sein.

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Was für viele ambitionierte Musiker eine große Freude wäre, wird in Syke für E-Gitarren-Spieler bald Realität: Von einem waschechten Profi lernen. Einen entsprechenden Workshop bietet die Kreismusikschule am 27. und 28. November für den Bereich Classic Rock an. Gemeinsam mit Hannes Bauer, seit 40 Jahren Gitarrist von Udo Lindenberg, üben die Teilnehmer des Workshops Lieder ein und erhalten Tipps und Tricks. Ein „wirklicher Fachmann“, gerät auch Schulleiter Uwe Wegert ins Schwärmen. Da ist es kein Wunder, dass der Kurs schnell ausgebucht war. Aber wie kommt es überhaupt dazu, dass der Gitarrist nun in Syke unterrichtet?

Hannes Bauer begleitet den „Panikrocker“ bereits seit vier Jahrzehnten instrumental. Ebenso lang ist er zudem mit seiner eigenen Band, dem Orchester Gnadenlos, unterwegs. Auf die Teilnehmer des Workshops warte also zweifellos „ein besonderes Erlebnis“, ist Wegert überzeugt. Bauer war sechs Jahre alt, als er das erste Mal Elvis Presley hörte. Das sei „magisch“ gewesen, sagt er. Zu dem Zeitpunkt nahm er noch Klavierunterricht, doch der Samen war gelegt. „Als ich zwölf war, wurde mir dann zufällig eine Gitarre in die Hand gedrückt. Darüber bin ich so froh“, betont er. „Ich konnte direkt mit der Gitarre umgehen und habe mir das Spielen selbst beigebracht“, blickt er auf den Beginn seiner lebenslangen Leidenschaft zurück.

Gut 50 Jahre später möchte er nun Musiker, die seine Leidenschaft für das Saiteninstrument teilen, fördern. „Wir werden die Grundlagen des Rock‘n‘Roll auseinanderpflücken“, stellt er daher für den Workshop in Syke in Aussicht. Es geht also um den Ursprung und die Grundlage für die Rockmusik. Außerdem möchte der Gitarrist an dem Wochenende über das Blues-Schema sprechen, eine der bekanntesten Akkordfolgen in der Popmusik. Zudem will er, dass die Teilnehmer ein Gefühl für das Gitarrenspielen bekommen und ihnen Beispiele geben. „Denn es gibt sehr viele Möglichkeiten beim Spielen.“

Darüber hinaus geht es bei dem Workshop auch um den Austausch. Und so kündigt Bauer an: „Gerne werde ich auch vom Leben als Musiker erzählen, denn da gibt es unzählige Storys.“ Dabei will er nicht unbedingt vom normalen Bühnenalltag berichten, sondern eher davon „wie wir Blödsinn gemacht haben, gerade nach den Konzerten.“ Das sei unterhaltsamer, sagt er mit einem Lachen.

Unterricht hat der Gitarrist vorher noch nie gegeben. „Aktuell bereite ich mich vor“, verrät er. Zeit dafür hat er, weil in Corona-Zeiten aktuell keine Konzerte stattfinden. „Es ist ungewohnt, nicht auf der Bühne zu stehen, nachdem ich das so lange durchgängig gemacht habe“, gesteht er. Dem Workshop in Syke blickt er auch deshalb erwartungsvoll entgegen. „Das ist etwas ganz Neues und deshalb spannend für mich“, sagt der Bremer, den mit der Hachestadt auch Persönliches verbindet: Sein Vater war mit einer Sykerin verheiratet, und ein Neffe von ihm wohnt dort.

Die Idee für einen Gitarren-Workshop geht auf den Wunsch von Teilnehmern anderer Kurse zurück, verrät Uwe Wegert. Er versteht es als „kommunalen Auftrag, nicht nur klassische Musik, sondern auch Popmusik bei der Musikschule“ einzubeziehen. Dies geschehe vor allem „im Alltag, Woche für Woche, hier in unserer Musikschule“, betont er. Doch als „I-Tüpfelchen“ wie der Schulleiter es bezeichnet, finden seit zwei Jahren Workshops mit namhaften Musikerinnen statt. 2018 war die Sängerin Jane Comerford zu Gast. 2019 wurde dann ein Workshop mit Vocal Coach Anya Mahnken angeboten. „Das Feedback der Teilnehmer war nach beiden Veranstaltungen sehr gut“, erinnert Wegert sich gern daran zurück. Nicht zuletzt die Rückmeldung der erfahrenen Musikerinnen und der direkte Kontakt zu ihnen sei von den Besuchern gelobt worden. Nachdem nun zweimal der Gesang im Vordergrund stand, hätten sich die Teilnehmer der zwei ersten Veranstaltungen nun einen Gitarrenkurs gewünscht. Die Musikschule folgte diesem Wunsch. Eine große Frage dabei: Wen sollte man als Lehrer holen? Die Wahl fiel auf Bauer, denn die Schule habe eine „Koryphäe mit Erfahrung auf der Bühne“ gesucht, so Wegert. Über die Musiker Frank Stehle und Mickie Stickdorn "wurde dann der Kontakt zu Bauer hergestellt“, sagt er. Ein „netter Kerl“, wie er findet.

Nach der Bekanntmachung des Workshops habe es nur zwei Tage gedauert, bis er ausgebucht war. Jeder Teilnehmer zahlt 90 Euro und die Veranstaltung wird durch den Landschaftsverbands Weser-Hunte gesponsert. Eine Vorauswahl der Teilnehmer gab es aber nicht. Allerdings sei das Niveau der angedachten Lieder hoch und der Kurs für Fortgeschrittene gedacht, betont Wegert. Eric Claptons „Layla“ ist zum Beispiel für das Finale am Sonnabend vorgesehen. Ein weiterer Programmpunkt unterstreicht den Anspruch beim Workshop: Die Teilnehmer sollen ein Solo spielen und dabei auch die Akkorde im Blick haben. Keine Rolle spielt hingegen das Alter. „Es werden sowohl jüngere als auch ältere Gitarristen teilnehmen“, sagt Wegert. „Der jüngste ist 17 und der älteste 58.“ Insgesamt werden es zehn Teilnehmer sein. Dabei wären trotz der Corona-Pandemie mehr Teilnehmer erlaubt gewesen. Doch die Musikschule hat sich bewusst dagegen entschieden. Der Grund: Es soll möglich sein, dass Bauer auf jeden einzelnen eingeht.

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