Energiebericht der Stadt Syke beleuchtet Effizienz anhand von Beispielen und liefert beeindruckende Zahlen

Verbrauch gesunken, Kosten gestiegen

Am 3. Januar 2011 hat Henning Böger bei der Stadt Syke seine Stelle als Energiemanager angetreten. Gestern zog er gemeinsam mit Peter Hübner und Reinhard Ohlmann erstmals Bilanz.
18.12.2012, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Verbrauch gesunken, Kosten gestiegen
Von Micha Bustian

Am 3. Januar 2011 hat Henning Böger bei der Stadt Syke seine Stelle als Energiemanager angetreten. Gestern zog er gemeinsam mit Peter Hübner und Reinhard Ohlmann erstmals Bilanz.

Syke. Wie hoch ist der Kohlendioxidausstoß in den Gebäuden der Stadt Syke? Wie viel Geld wird in der Hachestadt für Strom, wie viel für Heizenergie ausgegeben? Wo ist das Einsparpotenzial am größten? Diesen Fragen ist der Syker Energiemanager Henning Böger gemeinsam mit dem Gebäude- und Grundstücksmanager Peter Hübner nachgegangen. Die Antworten finden sich im Energiebericht der Stadt Syke, den die beiden zusammen mit Reinhard Ohlmann gestern im Rathaus vorstellten.

Der Energiebericht gibt einen Überblick über die Emissionen, Verbräuche und Kosten der Jahre 2008 bis 2010. Berücksichtigt wurden nur Gebäude, die sich im Besitz der Stadt befinden und nicht vermietet sind. Auch die Pumpenanlagen des Klärwerks und die Straßenbeleuchtung fanden Eingang in die Studie.

Apropos Straßenbeleuchtung. An diesem Beispiel machte Reinhard Ohlmann vom Bauamt der Stadt Syke deutlich, warum die energetische Sanierung so immens wichtig sei. Der Verbrauch ist in diesem Bereich laut Energiebericht von 906322 Kilowattstunden im Jahre 2008 auf 858647 in 2010 gesunken. Dennoch seien die Kosten in diesem Zeitraum von 159262 auf 179443 Euro gestiegen. Deswegen, so Ohlmann, habe sich der Rat entschieden, die noch verbliebenen 1800 alten HQL-Leuchten gegen energetisch günstigere LED-Laternen auszutauschen. Noch im Jahre 2013. Der Grund für diese Eile: Nur noch in 2013 fördert die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) LED-Lampen. Von der KfW kämen im Syker Fall rund 150000 Euro, die Bevölkerung trage rund 900000 Euro. Bliebe für die Stadt eine runde halbe Million, für die sie einen Kredit aufnehmen müsste. Dass sich das rechnet, rechnet Reinhard Ohlmann vor: "Pro Jahr würden wir dann 5700 Euro an Stromkosten und 15000 Euro an Wartungskosten einsparen." Da sei eine halbe Million schnell erreicht. LED-Lampen würden 60 bis 80 Prozent weniger Energie verbrauchen als HQL-Leuchten, sie hätten mehr als die vierfache Laufzeit und seien deutlich robuster.

Ein anderes Beispiel: Die Grundschule am Lindhof. Die hätte 2009 laut Energieeinsparverordnung (EnEV) noch die Wertung "Sehr Schlecht" erhalten. Ein Jahr später war die Energieeffizienz noch immer schlecht, aber der Trend war beachtlich: Statt der rund 643000 Kilowattstunden für Heizenergie im Jahre 2009 waren es 2010 nur noch etwa 510000. Henning Böger, erst seit Anfang 2011 im Amt, sagte gestern: "An der Schule haben wir sehr, sehr viel getan: Fenster, neues Blockheizkraftwerk, Außenhüllendämmung. Die Möglichkeiten dort sind nahezu ausgeschöpft." Im Energiebericht schlägt sich das allerdings nur marginal wieder, weil dieser nur die Jahre 2008 bis 2010 einschließt.

Spannende Zahlenspiele beinhaltet der Energiebericht. So entfallen nur 28 Prozent des Energieverbrauchs der Stadt Syke auf den Strom, bei den Kosten schlägt dieser aber mit 68 Prozent zu Buche. "Da stellt sich die Frage: Was will man einsparen? Kohlendioxid oder Kosten?", so Peter Hübner. Für 2013 stellt der Energiebericht die Prognose, dass bereits 49 Prozent der Heizenergie aus regenerativen Energien gespeist werden könnte. Was Bürgermeister Harald Behrens begeistert: "Wir sind auf dem richtigen Weg."

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