Lille-Kartofler-Figurentheater führt in der Syker Stadtbibliothek die „Bremer Stadtmusikanten“ vor zumeist jungem Publikum auf Von Unterholz-Gesichtern und verängstigten Räubern

Syke. Das Lille-Kartofler-Figurentheater machte sich am Sonntag mit den „Bremer Stadtmusikanten“ auf den Weg nach Syke. Mit dem Ziel, in der Wolfsschlucht ihre Geschichte von den lebensgroßen Textilfiguren spielen zu lassen, zogen sie nach einem Blick auf das Wetter gleich weiter zur Syker Stadtbibliothek.
08.09.2015, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Elfi Bultjer

Das Lille-Kartofler-Figurentheater machte sich am Sonntag mit den „Bremer Stadtmusikanten“ auf den Weg nach Syke. Mit dem Ziel, in der Wolfsschlucht ihre Geschichte von den lebensgroßen Textilfiguren spielen zu lassen, zogen sie nach einem Blick auf das Wetter gleich weiter zur Syker Stadtbibliothek. Der Puppenspieler Matthias Kuchta kam auch auf der kleinen Bühne zwischen Bücherregalen und Computertischen gut mit den großen Knautschpuppen zurecht. Mit minimaler Kulisse und ganzem Körpereinsatz hauchte er seinen „Mitspielern“ in Form von Esel, Hund, Katze, Hahn, Räubern, Müller, Jäger, Bäuerin und alter Dame so überzeugend Leben ein, dass die Kinder schon schnell vergaßen, dass es Puppen waren.

Die zehnjährige Mette saß wie die meisten Kinder auf dem Fußboden vor der Bühne und schaute gebannt dem Treiben der Puppen und des Puppenspielers zu. „Ich bin fast immer dabei, wenn das Theater auftritt“, sagte Mette. Beim Lille-Kartofler-Figurentheater sind die großen Puppen und die Art, wie sie gespielt werden, etwas Besonderes. „Bei dem Theater finde ich es gut, dass man die ganze Puppe sehen kann. Mit den Füßen und alles“, fand Mette. Ihr gefiel der Auftritt so gut, dass es ihr auch ziemlich egal war, ob es in der Wolfsschlucht oder in der Stadtbibliothek spielte. Als große Märchenliebhaberin kannte sie natürlich auch schon die „Bremer Stadtmusikanten“.

Wie die meisten Kinder. Die Kenntnis ging sogar so weit, dass die Lütten Puppenspieler Matthias Kuchta durch Zurufe Tipps gaben, was als nächstes in dem Stück passieren musste. Kuchta band die kleinen Fans immer wieder in die Handlung mit ein, ließ sie die Puppen anfassen und ihm auf der Bühne zur Hand gehen. Selbst beim Aufräumen der Bühne zwischen den einzelnen Szenen ließ er das Publikum mit anpacken. Ein Mädchen half ihm beim Schleppen der Mehlsäcke und bekam dafür vom Puppenspieler bewundernde Blicke. Zum Beweis ihrer Kräfte reckte sie, auf Anweisung von Kuchta, ihre Arme in die Höhe und zeigte ihre Muskeln an den schlanken Armen.

Während der Aufführung des Märchens, in dem die Stadtmusikanten auf dem Weg nach Bremen in den Wald gingen, war Fantasie gefragt, denn es gab keinen Wald als Kulisse. Das schreckte Matthias Kuchta aber nicht ab. Kurzerhand wurden die Kinder am Boden vor der Bühne zu Unterholz erklärt. „Ihr seid das Unterholz. Macht mal alle Unterholz-Gesichter“, rief er den Kurzen zu. Schwieriger wurde es bei den Schnarchgeräuschen der Räuber in der Waldhütte. Auch das kann ein Puppenspieler natürlich nicht allein. Das Publikum bekam Anweisung, wie das Schnarchen zu klingen hatte, und legte los. So war jeder in der Bibliothek ein Teil der Geschichte und hatte seinen Spaß.

Wer schnarchen kann, kann auch laut Miau, I-Aah, Wuff und Kikeriki rufen, dachte sich Matthias Kuchta und machte aus dem Publikum auch noch einen Chor der Stadtmusikanten. Zum Stürmen der Waldhütte der Räuber machten die „Bremer Stadtmusikanten“ bekanntlich einen Riesenlärm, mit dem sie die Räuber vertrieben. Nachdem die einzelnen Tiergeräusche mit Hilfe des Puppenspielers von den Zuschauern eingeübt worden waren, wurde es in der Stadtbibliothek laut. Die Räuber suchten verängstigt das Weite.

„Ich bin das erste Mal bei diesem Theater“, sagte Folke. „Das hat mir gut gefallen“, lobte der kleine Gast. Der Achtjährige kannte als Bremer natürlich das Märchen der Stadtmusikanten bereits. Auch er stand einmal neben dem Puppenspieler auf der Bühne und musste zeigen wie gut er „ganz still“ sein kann. „Selbst die Erwachsenen haben bei dem Puppentheater noch ihren Spaß“, meinte Thorsten Ahlers, der von Freunden auf die Veranstaltung aufmerksam gemacht wurde.

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