„Metzger gegen Tiermord“ übermittelt Videos

Vorwürfe wegen Tiermisshandlung gegen einen Hof in Syke

Der Verein „Metzger gegen Tiermord“ erhebt schwere Vorwürfe gegen einen Hof in Syke. Das Veterinäramt des Landkreises stellte bei einer Vor-Ort-Kontrolle keine Verstöße fest. Nun hat der Verein Videos gezeigt.
27.05.2020, 07:27
Lesedauer: 2 Min
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Von Sarah Essing
Vorwürfe wegen Tiermisshandlung gegen einen Hof in Syke

Bei einer Kontrolle des Hofes in Syke wurde der Zustand der vorgefundenen rund 300 Rinder und Kälber als gut beurteilt. Videoaufnahmen vermitteln ein anderes Bild. Sie werden nun geprüft. (Symbolbild)

Roland Weihrauch/dpa

In einer Pressemitteilung des Vereins Metzger gegen Tiermord sind am Dienstag Vorwürfe der Tierquälerei gegen einen Hof „nahe Bremen“ erhoben worden. Dem Verein vorliegendes Video- und Bildmaterial würde Szenen enthalten, die „eindeutig gegen Tierschutzgesetze verstoßen“, heißt es darin. Daher habe der Verein Animals United aus München auch Anzeige bei der Staatsanwaltschaft gestellt, teilte Vereins-Pressesprecher Peter Hübner mit. Den Eingang dieser Anzeige bestätigte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Verden auf Anfrage des WESER-KURIER. Sie sei am 14. April eingegangen. Die Ermittlungen seien mittlerweile eingestellt worden, da sich bei einer Überprüfung der Vorwürfe vor Ort keine Hinweise darauf ergeben hätten.

Das erklärte auch der Landkreis Diepholz in einer weiteren Pressemitteilung. Beim dortigen Veterinäramt sei am 14. April anonym Anzeige gegen einen Milchviehbetrieb in Syke erstattet worden. Der anonyme Anrufer wies darauf hin, dass ein Kalb im Sterben liege oder bereits tot sei und diverse Tiere Abszesse und schlechte beziehungsweise ungepflegte Klauen hätten. Noch am gleichen Nachmittag sei eine unangekündigte Vor-Ort-Kontrolle des Betriebes durchgeführt worden. Ein Amtstierarzt des Veterinäramtes konnte dabei keine tierschutzrechtlichen Verstöße feststellen. Bei dieser Kontrolle seien sämtliche Stallungen des Betriebes in Augenschein genommen worden, auch die vorgefundenen rund 300 Rinder und Kälber. Ihr Zustand sei als gut beurteilt worden. „Es konnten keine Tiere mit auffälligen Abszessen, Tumoren oder Klauenproblemen ausgemacht werden“, heißt es in der Mitteilung seitens des Landkreises. Das angezeigte Kalb sei offensichtlich krank gewesen und konnte nicht mehr selbstständig aufstehen. Der Pflege- und Ernährungszustand des Tieres sei jedoch als gut eingeschätzt worden. Dennoch habe sich der Zustand so verschlechtert, dass es am 19. April eingeschläfert wurde. „Weitere Maßnahmen waren daher zu diesem Zeitpunkt nicht erforderlich“, so der Landkreis.

Das am Dienstag seitens des Vereins bekannt gemachte Bildmaterial sei dem Landkreis zum Zeitpunkt der Anzeige nicht bekannt gewesen; eine Einbeziehung bei der Überprüfung des Hofes daher nicht möglich. Die Bilder würden nun geprüft und gegebenenfalls Maßnahmen veranlasst.

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