Neujahrstreffen

Wachendorf läutet 2020 ein

Rund 70 Bürger aus Wachendorf waren beim traditionellen Neujahrstreffen am Glockenstuhl dabei. Es wurde geklönt, getrunken und auf das vergangene Jahr geschaut. Auch Neu-Wachendorfer kamen.
02.01.2020, 13:03
Lesedauer: 2 Min
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Von Dominik Albrecht
Wachendorf läutet 2020 ein

Bei Snacks und warmen Getränken trafen sich rund 70 Wachendorfer, um gemeinsam den ersten Nachmittag des neuen Jahres zu verbringen. Es wurde geklönt, getrunken und auf das vergangene Jahr geschaut.

Vasil Dinev

Syke-Wachendorf. Raclette, Bleigießen, Dinner For One. Traditionen zu Silvester gibt es einige. In Wachendorf hat sich 2012 derweil ein Brauch entwickelt, der sich dem Neujahr widmet. Vor acht Jahren hat der dortige Bürgerverein zum ersten Mal zu einem gemütlichen Beisammensein am Glockenstuhl geladen. Damals mit rund 30 Bürgern gestartet, mauserte sich das Stelldichein bei Snacks und Heißgetränken zum festen Termin im Kalender – so auch am Mittwoch.

Die Eröffnungsrede gab es in der nunmehr achten Ausgabe des Neujahrstreffens ausnahmsweise von Manfred Rinas. „Der Bürgermeister hat sich aus dem Staub gemacht, sein Stellvertreter gleich mit – die sind im Urlaub“, verriet das Mitglied des Bürgervereins mit einem Lächeln. Dennoch ließen beide Grüße ausrichten und wünschten ein frohes Neues Jahr. Auf einen ausgiebigen Jahresrückblick hat Rinas verzichtet. Hinsichtlich der 2019 begangenen Feierlichkeiten zum ersten runden Geburtstag des Glockenstuhls ging er aber auf die zwölf Einsätze der Glocke ein. „Es wurde neun Mal um 11 Uhr geläutet und drei Mal um 18 Uhr. Das ist ein Ungleichgewicht, weil wir neun Mal von Wachendorfer Bürgern Abschied nehmen mussten und es drei Mal ein freudiges Ereignis gab“, erzählte Rinas und spielte auf die drei Geburten an. „Meine Hoffnung für 2020 ist…“, begann der Wachendorfer, bevor er von Gelächter der 60 Mitbürger unterbrochen wurde, die ahnten, worauf Rinas hinaus wollte. „Was will er uns damit sagen?“, fragte ein Besucher in die Runde und schmunzelte.

Hendrik Hüsker vom Wachendorfer Ortsrat sprach über die Wichtigkeit von Traditionen, die in den Diskussionen über Moderne und Digitalisierung nicht vergessen werden dürften. „Das hier ist eine alte Tradition, die durch das gemeinsame Treffen lebt“, führte er aus und appellierte dafür, diese Tradition weiterhin zu leben. Mit dem Befehl „Hans-Hermann: gib Gas“, machte sich anschließend Hans-Hermann Lindhorst auf dem Weg, um die Glocke für die nächsten 15 Minuten das neue Jahr sprichwörtlich einläuten zu lassen.

Es dauerte nicht lange, bis die ersten Becher mit Glühwein und Punsch ausgegeben wurden und die ersten Salzstangen und Süßigkeiten ihre Abnehmer fanden. Es wurde geklönt, wurden neue Kontakte geknüpft und das Jahr Revue passieren gelassen. „Man begrüßt zusammen das neue Jahr, alle sind neugierig, wie Silvester gefeiert wurde und was die anderen für das neue Jahr vor haben“, fasste Rinas für sich den Reiz zusammen. Mit dabei seien unter anderem Familien, deren beläutet wurden. „Jede Familie bekommt bei Geburten eine Plakette mit dem Namen des Kindes und des Geburtsdatums. Für die ist das ein Anlass, mal hierherzukommen“, sagte Rinas.

Für Thomas Robben, seiner Frau Kristin und ihren Töchtern Tilda und Karla ist es das erste Neujahrstreffen. Im Juli zog die Familie aus Bremen nach Wachendorf, damit die Kinder in Niedersachsen Schule und Kindergarten besuchen können. „Von dem Neujahrstreffen haben wir schon vor dem Hauskauf erfahren, weil wir uns für die Infrastruktur und das Dorfleben interessiert haben. Wenn wir hier leben, kommen wir auch her, klar“, sagte Thomas Robben. Und was wünschen sich die Neu-Wachendorfer für 2020? „Etwas mehr Ruhe als im vergangenen Jahr und dass wir den Sommer genießen können“, sagte Kristin Robben und wird von ihrem Mann ergänzt: „Dass sich unsere Kinder in der Schule und Kindergarten wohlfühlen und Freunde finden.“ Bescheidene Wünsche, die angesichts der gelebten Wachendorfer Traditionen und der herzlichen Gemeinschaft sicher leicht in Erfüllung gehen sollten.

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