Die Medlz entpuppen sich beim Konzert in Bruchhausen auch als Unterhaltungsprofis

Weihnachten trotz alledem

Bruchhausen-Vilsen. Das Attentat von Berlin wurde auch beim Konzert des A-cappella-Frauen-Quartetts Medlz in der St. Cyriakuskirche nicht vergessen.
22.12.2016, 00:00
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Von Dorit Schlemermeyer
Weihnachten trotz alledem

Beim Lied "Oh du Fröhliche" darf das Publikum die Medlz-Gruppe begleiten.

UDO MEISSNER

Bruchhausen-Vilsen. Das Attentat von Berlin wurde auch beim Konzert des A-cappella-Frauen-Quartetts Medlz in der St. Cyriakuskirche nicht vergessen. Man müsse zusammenstehen in dieser schwierigen Zeit, rief Pastorin Hinrichsen-Mohr die Gäste zum Zusammenhalt auf und Medlz-Bandleiterin Sabine Kaufmann meinte: „Wir haben uns lange Gedanken gemacht, wie wir damit umgehen wollen, uns dann aber entschieden, Weihnachten trotz alledem zu feiern.“

Und so wurde das Konzert in der Kirche auch zu einer äußerst stimmungsvollen Weihnachtsfeier. Dank des hervorragenden Chors und der beeindruckenden Lichtshow waren die Gäste in der bis auf den letzten Platz besetzten Kirche so begeistert, dass immer wieder Bravorufe zu hören waren und die Medlz erst nach Zugaben den Altarraum verlassen konnten. Die Projektleiter von „Lebenswege Begleiten“ wird der große Andrang gefreut haben, denn der Reinerlös des Konzerts wird ihnen von der Firma Vilsa Brunnen und dem Rotary Club für ihre Arbeit mit Kindern und Jugendlichen und Integration von Flüchtlingen gespendet. Das Konzert begann pünktlich und romantisch mit dem Weihnachtslied „Vom Himmel hoch, da komm ich her“. Und tatsächlich schienen die vier Sängerinnen mit ihren klaren engelsgleichen Stimmen direkt vom Himmel herabgeschwebt zu sein, als sie mit ihren silbernen Kleidern durch den Mittelgang zum Altarraum schritten.

Und die Sängerinnen wussten ihr Publikum nicht nur mit ihrem Gesang zu begeistern, sondern erwiesen sich als Unterhaltungsprofis, als Kaufmann gleich zu Anfang das Rätsel um die tiefe Bassstimme Joyce-Lynn Lellas lüftete, die einem Buzzer zu verdanken war. Auch ihr „Weihnachten trotzalledem“, wurde vom Publikum mit viel Beifall bekräftigt, bevor es wieder stimmungsvoll wurde mit dem schönen „Adeste fideles“ und dem fast schon gehauchten „Ave Maria“. Ein weiterer Höhepunkt war der „Kleine Trommler“, sehr emotional dargeboten. Aber die Sängerinen aus Dresden sorgten immer wieder dafür, dass es ein fröhlicher Konzertabend wurde.

Ihre Interpretation von „Joy of the world“ sei extra für die neueste und jüngste Sängerin Joyce noch einmal umgeschrieben worden. Dann war das Publikum an der Reihe und durfte die Sängerinnen bei „Oh du Fröhliche“ begleiten, bevor es besinnlich wurde und das schöne „Hijo De La Luna“ gesungen wurde. Noch sehe es ja nicht danach aus, aber man dürfe ja noch träumen und habe das auch wohl schon 1947 getan, kündigte Kaufmann einen weiteren Weihnachtsklassiker vor der Pause an: „I´m dreaming of a white Christmas“. „Das ist ein wirklicher Höhepunkt in diesem Jahr, ganz super“, freute sich eine Besucherin, während andere nach vorne gingen, um sich eine CD zu kaufen oder Kaffee und Glühwein vor der Kirche zu genießen.

Das Konzert habe von Anfang an großen Zuspruch erhalten, bestätigte Peter Schütz vom Rotaryclub. Man habe Bedenken gehabt wegen des Termins so kurz vor Weihnachten, aber die große Nachfrage habe diese Bedenken zerstreut. Dann ging das Konzert mit den charmanten „Medlz“ Sabine Kaufmann, Silvana Mehnert, Nella Pallmowske und Joyse-Lynn Lella weiter, mit dem feierlichen Kyrie Elesion. Und die Vier hielten sich an die Regie des ersten Teils, denn auf das feierliche Lied folgte ein fröhliches. „O Tannebaum “ in sechseinhalb Sprachen gesungen, die halbe war sächsisch, kam beim Publikum so gut an, dass begeisterte Ausrufe zu hören waren. „Bei unseren Auftritten suchen wir auch immer hiesige Sänger, die mit uns dann ein Lied singen“, kündigte Kaufmann „Hans“ vom Rotary Club an, der mit ihnen das schöne „Last Christmas“ sang. Und dann war das Konzert fast vorbei und eine fröhliche Version von Jingle Bells machte den Abschied leichter.

„Bei unseren Auftritten suchen wir auch immer hiesige Sänger.“ Sabine Kaufmann
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