Weltfrauentag Da ist noch Platz für Frauen

Zum Internationalen Weltfrauentag am 8. März lädt die Stadt Syke gleich zu mehreren Projekten ein. Dabei geht es zurück in die Geschichte und es wird kreativ.
23.02.2022, 16:27
Lesedauer: 3 Min
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Da ist noch Platz für Frauen
Von Sarah Essing

Syke. Alle guten Dinge sind drei. Getreu diesem Motto wird in Syke der Internationale Weltfrauentag am 8. März begangen. Mit drei Projekten wollen Gleichstellungsbeauftragte Kathrin Stern und ein Team von Syker Frauen wie jedes Jahr an diesem Tag auf Frauenrechte, die Gleichstellung der Geschlechter und bestehende Diskriminierungen hinweisen. Sie finden unter freiem Himmel statt und sind so geplant, dass sie auch unter geltenden Corona-Verordnungen auf jeden Fall stattfinden können, versichern die Organisatorinnen.

Gute Tradition ist inzwischen das Verteilen von Rosen an Frauen. Diese Sitte ist in anderen Ländern stärker verbreitet als in Deutschland, doch in Syke hat sie auf Anregung Einzug gehalten. Am Vormittag des Dienstags, 8. März, werden Kathrin Stern und Bürgermeisterin Suse Laue die blumige Erinnerung in der Innenstadt verteilen. "Wir hoffen, dort mit Bürgerinnen und Bürgern ins Gespräch zu kommen", sagen die beiden.

Nachmittags um 15 Uhr gibt es einen weiteren Gesprächsanlass in der Innenstadt. Dann werden unter dem Motto "Platz da – für echte Gleichberechtigung" vor dem Schuhhaus Kastner an der Hauptstraße die Ergebnisse einer kreativen Kooperation präsentiert. Die Aufgabe lautet: Einen Holzstuhl kreativ gestalten, und zwar so, dass die Ideen und Gedanken, die mit dem Frauentag und all seinen Themen verbunden werden, sichtbar werden. "Was wünscht man sich? Was läuft gut in Syke? Wo gibt es noch Handlungsbedarf?", nennt Initiatorin Marita Thiel-Wolff nur einige der Fragen, die im Schaffensprozess beantwortet werden könnten.

Ein Stuhl als Symbolik biete sich dabei an, attestiert Kathrin Stern. Er stehe ebenso für den Platz, den Frauen in der Gesellschaft einnehmen wie für den, den sie bei echter Gleichberechtigung einnehmen sollten. "Der Stuhl zeigt: Da ist noch Platz für Frauen", sagt sie.

Mitmachen sollen möglichst viele, wünschen sich Marita Thiel-Wolff und Kathrin Stern. Und zwar Frauen, Mädchen, aber auch Männer und Jungen, und zwar jeden Alters. "Unsere Intention mit diesem Projekt war, möglichst viele unterschiedliche Generationen zusammenzubringen", sagt Marita Thiel-Wolff. Einige Gruppen wurden bereits angesprochen und haben schon zugesagt. Doch: "Wer Interesse hat und ein Thema, darf sich gern noch beteiligen", unterstreicht Kathrin Stern. Sollten Interessenten dafür keinen Holzstuhl griffbereit haben, hilft sie gern weiter. Wie die Gruppen oder auch Einzelpersonen ihren Stuhl dann gestalten, steht ihnen frei. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Zur Präsentation in der Hauptstraße haben die Gruppen dann Gelegenheit, mit Passanten ins Gespräch zu kommen. "Das ist auch mit Abstand und unter Einhaltung von Hygieneauflagen möglich", freut sich Kathrin Stern.

Die dritte Aktion findet am Sonnabend, 12. März, um 15 Uhr statt. Gästeführerin Christiane Tesch und Kathrin Stern nehmen Interessierte mit auf einen Rundgang zu den Wirkungsstätten und Wohnhäusern von Syker Frauen. "Basierend auf der Gästeführung 'Sykes bessere Hälften' widmen wir uns den Frauen in der Stadtgeschichte", kündigt Christiane Tesch an. Startpunkt ist am Mahnmal am Rathaus, dann geht es in die Innenstadt bis zum Haus, wo die Sängerin Anna Stuckenschmidt lebte und wieder zurück. "Unterwegs wird Station gemacht, wo Frauen in Syke gelebt und gewirkt haben", sagt Christiane Tesch. Betrachtet werden dabei unter anderem die Biografien von Dora Löwenstein, Catharine Springmann, die im 19. Jahrhundert ins Gefängnis musste, weil sie uneheliche Kinder hatte, die Lyrikerin Anna Ahrens, Luise Chevalier, Hebamme Dorothee Oentrich und Obst- und Gemüsehändlerin Minna de Leeuw. "Die Geschichtsschreibung beschäftigt sich eher mit den großen Männern", sagt Christiane Tesch, "aber es gab in allen Zeiten auch immer große Frauen, und zwar aus eigenem Recht, nicht nur als Partnerin." Über sie wird die Gästeführerin berichten, während Kathrin Stern an den verschiedenen Standorten einen entsprechenden Blick in die Gegenwart wirft, etwa wie es heute um die Anzahl der Ratsfrauen bestellt ist oder wie Hebammen heute arbeiten.

Sowohl für die Stuhl-Gestaltung als auch für die Gästeführung (bis spätestens 9. März) wird um eine Anmeldung gebeten. Das ist bei Kathrin Stern unter der Rufnummer 0 42 42 / 16 45 40 oder per E-Mail an K.Stern@syke.de möglich. Unter diesen Kontaktdaten steht sie auch für weitere Fragen zu den Projekten oder zum Weltfrauentag zur Verfügung.

Zur Sache

Grafitti-Workshop nur für Frauen

Aufgeschoben ist nicht aufgehoben: Bereits im vergangenen Jahr bot Sykes Gleichstellungsbeauftragte Kathrin Stern Frauen einen Graffiti-Workshop mit der Sprayerin Mia Himme aus Bremen an (wir berichteten). Dieser musste abgesagt werden, darum soll er nun in diesem Jahr stattfinden. Und zwar am Sonnabend, 2. April, von 11 bis 15 Uhr im Jugendhaus Syke. "Mia Himme wird den Teilnehmerinnen ein paar grundlegende Techniken zeigen und jede kann selbst etwas gestalten", kündigt Kathrin Stern an. Die Teilnahme kostet zehn Euro. Eine Anmeldung ist erforderlich. Kathrin Stern nimmt sie unter der Rufnummer 0 42 42 / 16 45 40 oder per E-Mail an K.Stern@syke.de entgegen. Mitgebracht werden sollte geeignete Kleidung, bei der auch ein paar Farbspritzer nicht ins Gewicht fallen, und eine Schutzmaske.

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