Wohnmobilstellplatz Syke

Kein Platz am Mühlenteich

Sykes Wohnmobilstellplatz am Hallenbad ist in die Jahre gekommen. Doch da die Alternative am Edgar-Deichmann-Park noch ungünstiger ist, rückt der Standort wieder in den Fokus des Interesses.
13.11.2020, 17:27
Lesedauer: 2 Min
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Von Sarah Essing
Kein Platz am Mühlenteich

Der Wohnmobilstellplatz der Stadt Syke am Hallenbad kann nicht mit Attraktivität punkten. Doch da die Alternative am Edgar-Deichmann-Park noch ungünstiger ist, rückt der Standort wieder in den Fokus des Interesses.

Michael Galian

Syke. Urlaub mit dem Wohnmobil boomt. Seit Jahren verzeichnet die Branche Zuwächse. Die Corona-Lage in diesem Jahr hat diesen Trend noch einmal verstärkt. Statt auf eine Flugreise nach Mallorca setzten viele Deutsche auf Urlaub im eigenen Land und gern eben auch mit dem rollenden Eigenheim. Die Stadt Syke hat bereits einen Stellplatz für Wohnmobile. Doch die Attraktivität des Platzes auf dem Parkplatz am Hallenbad lässt zu wünschen übrig. Deshalb wurde schon 2018 beschlossen, eine Alternative zum jetzigen Standort zu finden. 2019 schien diese gefunden zu sein: der Parkplatz am Edgar-Deichmann-Park. Er wurde einer intensiven Prüfung unterzogen. Das Ergebnis wurde am Mittwochabend im Dorfgemeinschaftshaus Heiligenfelde im Kulturausschuss präsentiert. Das Ergebnis: Als Alternative für die Alternative rückt der Standort am Hallenbad wieder in den Fokus.

Grund für diesen Sinneswandel sind die Gegebenheiten am Edgar-Deichmann-Park. Dort könnten lediglich fünf Stellplätze für Wohnmobile eingerichtet werden. Eine Ausweitung ist nicht möglich, da die dort vorhandene Anzahl an Pkw-Parkplätzen für die umliegenden Gebäude dem Bauordnungsgesetz entsprechend nicht reduziert werden darf. Hinzu komme, dass der Ausbau der erforderlichen Infrastruktur mit Strom- und Frischwasserversorgung sowie Abwasserentsorgung Kosten verursachen würde, die „jenseits von Gut und Böse liegen“, wie Erster Stadtrat Thomas Kuchem es ausdrückte. Seitens der Verwaltung lautete daher der Vorschlag, diesen Standort nicht mehr als Alternative zu verfolgen.

Dem schlossen sich die Ausschussmitglieder an. Wie Edith Heckmann (CDU) und Christian Flor (FWG) sagten, sei man angesichts der Verkehrssituation in ihren jeweiligen Fraktionen ohnehin skeptisch gewesen in Bezug auf dieses Areal. Als Grund dafür nannten beide die für die größeren Wohnmobile schwierige Erreichbarkeit. Sowohl der Platz an sich als auch die Zuwegung halten sie für diese Art von Gefährten nicht geeignet.

Die ursprüngliche Überlegung, den Stellplatz näher an die Innenstadt zu legen, um den Besuchern den Zugang zu Gastronomie und Geschäften zu erleichtern, habe ohnehin ihre Bedeutung verloren. Viele Wohnmobilisten seien heute mit Fahrrädern oder sogar E-Bikes ausgestattet, sodass der Weg in die Innenstadt nicht mehr als Attraktivitätsminderung angesehen werden müsste. Eine Einschätzung, die seitens der Verwaltung geteilt wird. Sie schlägt daher vor, den Standort am Hallenbad erneut in den Fokus zu rücken.

Ein weiterer Punkt, der am Standort am Hallenbad bemängelt wurde, war die enge und geschlängelte Zuwegung zum eigentlichen Stellplatz. Das könne man umgehen, indem auch der Raum auf das unbebaute Grundstück zwischen der Zuwegung zum Hallenbad und der Kindertagesstätte Konfetti mit in Betracht gezogen wird. Auch das stieß bei den Mitgliedern des Kulturausschusses auf offene Ohren. Auch wenn Jutta Filikowski (Die Grünen) darauf hinwies, dass ihre Fraktion es bevorzugen würde, die bereits vorhandenen Parkplätze umzugestalten, anstatt wieder Grün zu entfernen. Die Verwaltung soll nun den Standort am Hallenbad erneut prüfen, nicht nur im Hinblick auf die Umsetzbarkeit, sondern auch hinsichtlich der Möglichkeit, zur Finanzierung dieses Projekts Fördermittel einzuwerben.

Als weitere Anregung zu diesem Thema schlug Heinrich Reinecke (CDU) zudem vor, weitere Möglichkeiten für einfache Stellplätze ohne Ver- und Entsorgungsmöglichkeiten am Hohen Berg in Ristedt zu schaffen – für Übernachtungsgäste, die von der Autobahn kommen und nur für eine Nacht eine Abstellmöglichkeit suchen. Ergänzend dazu nannten Edith Heckmann (CDU) landwirtschaftliche Betriebe und Jürgen Schmock (FWG) Gasthäuser als mögliche Orte für Stellplätze. Sie regten an, dies mit dem jeweiligen Eigentümer zu besprechen. Ein Vorschlag, der seitens der Verwaltung aufgenommen wurde.

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