Namenlose Tage

Würfeln mit Karma

Die 26. Namenlosen Tage sind Geschichte. Schon am Freitagabend stürmten etwa 200 Besucher das Syker Jugendhaus. Entsprechend zufrieden waren die Veranstalter.
31.03.2019, 17:01
Lesedauer: 3 Min
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Von Kaya Leimann
Würfeln mit Karma

Alles, was Spaß macht: Christoph (links) und Marc spielen während der Namenlosen Tage Warhammer.

Vasil Dinev

Syke. Im Eingangsbereich herrschte reges Treiben. Die einen bezahlten noch schnell den Eintritt für das restliche Wochenende, die anderen waren schon auf dem Weg zum nächsten Tisch, um sich in ein neues Abenteuer zu stürzen. Die 26. Namenlosen Tage (NT) im Jugend- und Kulturzentrum Syke knackten gleich zu Beginn alle Rekorde.

„Wir waren schon am Freitag bei 200 Besuchern“, freute sich Daniel Brückner vom Orga-Team. „Viele haben ihre Zelte mitgebracht und hinten auf der Wiese aufgebaut. Weitere Schlafplätze stellen wir in der Kita um die Ecke zur Verfügung.“ Ob Brettspiele, Rollenspiele oder Table Top – die NT hatten an 50 Tischen mit Spielen wie „Magic: The Gathering“ oder „Keyforge“ wieder vieles zu bieten und das von Freitag bis Sonntag 48 Stunden lang. Ohne Unterbrechung. „Dafür reisen viele auch von weiter her an“, so Brückner. Ob aus Holland, Berlin, Dortmund oder Köln – von überall her strömten die Besucher in das Jugendzentrum.

„Unsere Veranstaltung wird stetig größer. Im Moment legen wir den Schwerpunkt vor allem darauf, an der Qualität zu arbeiten“, so Brückner. Damit meint er zum Beispiel das große Getränkeangebot, die neuen, komfortableren Stühle. „Oder auch die Tischdecken auf den Tischen. Das ist ja auch eine Art Qualität“, sagte Brückner mit einem Lachen. Zudem stehen die Veranstalter mit allen wichtigen Verlagen in Kontakt, deren Spiele bei den NT gespielt werden. „Auf einer großen Fotowand haben wir die letzten 25 Namenlosen Tage festgehalten. Damit machen wir das Ganze jetzt seit 13 Jahren“, so Brückner, der selbst seit der dritten Veranstaltung mit von der Partie ist.

Auch Laura Wohlfromm ist Teil des Orga-Teams und fasste am Sonnabend ganz erstaunt die ersten Ergebnisse der Veranstaltung zusammen. „Heute Morgen sind 80 Brötchen weggegangen, wir haben 40 Liter Kaffee und 20 Liter Milch verbraucht“, erzählte sie.

Wer sich am Wochenende noch schnell Würfel kaufen oder eines der Spiele gleich mitnehmen wollte, der war bei Michael Morawski, besser bekannt als Moe, von den Highlander Games Bremen genau richtig. „Sonst bin ich vor allem bei den Bremer Spieletagen mit einem Stand vertreten, solche lokalen Turniere finde ich aber immer super“, sagte er. „Hier ist es sehr familiär, und obwohl immer neue Leute dazu kommen, trifft man auch auf bekannte Gesichter. Wenn ich hier an meinem Stand etwas nicht parat habe, dann erstelle ich eine Liste und fahre abends nochmal in meinen Laden, um die Sachen für den nächsten Tag zu besorgen“, so Morawski. Rollenspielneuheiten seien ebenso gefragt wie Würfel mit neuen Designs und Farben. „Die Würfel haben für die Spieler eine ganz besondere Bedeutung, bringen Glück, verbrauchen mit der Zeit aber auch ihr Karma. Da herrscht ein gewisser Aberglaube“, erklärte Morawski, der seit der elften Veranstaltung dabei ist.

Um ihn herum waren die Namenlosen Tage schon in vollem Gange. Fast alle Tische waren besetzt, vor den Spielern lagen Karten, Würfel, manchmal aber auch nur Stift und Block. Mit verstellten Stimmen ahmten die Spieler ihre Charaktere nach und schlüpften vollends in die Rollen von Feen, Magiern oder Zwergen. Nur wenige Meter weiter traf man auf Mario Gerlach und Oliver Felten, die für ihre jeweiligen Verlage Spiele bei den Namenlosen Tage vorstellten. Es herrsche aber keine Konkurrenz, so die beiden. Ganz im Gegenteil: Am Sonnabendabend organisierten sie gemeinsam das mittlerweile zur Tradition gehörende Namenlose Quiz.

„Das kann man sich wie ein Kneipenquiz vorstellen, nur nerdiger“, sagte Gerlach. Vor allem Felten hatte sich viele knifflige Fragen überlegt, die die Teilnehmer am Abend beantworten sollten. „Darunter finden sich dann Aufgaben wie: Zähle alle Namen der Zwerge aus ,Der Hobbit' auf. Und für jede richtige Antwort gibt es natürlich nur einen halben Punkt“, so Gerlach. Oliver Felten ist selbst seit 25 Jahren in der Rollenspielszene unterwegs und hat dadurch immer neue Einfälle. „Wenn ich die Fragen gerade so beantworten kann, sind sie für das Quiz genau richtig“, erzählte er. Ganz traditionell werde es auch eine Runde mit Musik aus der eigenen Kindheit geben. „Da kann man sich dann 30- bis 40-jährige Männer vorstellen, die mit einem Bier in der Hand die Titelmusik von Biene Maja oder der Gummibärenbande' singen“, schilderte Felten. Denn eines fehlt bei den Namenlosen Tagen in Syke niemals: Der Spaß an der ganzen Sache.

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