Kooperationsprojekt

Zeigen, dass es geht

Die Stadt Syke und die Genossenschaft Bürger-Energie Syke kooperieren bei Solaranlage auf dem Rathausdach. Damit sollen künftig rund 40 Prozent des Energiebedarfs im Rathaus gedeckt werden.
22.10.2019, 10:36
Lesedauer: 2 Min
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Von Sarah Essing
Zeigen, dass es geht

Das Syker Rathaus bekommt eine Solaranlage. Ralf Borchers (von links), Manuel Schulenberg, Medard Andrae und Suse Laue kooperieren dabei.

Vasil Dinev

Syke. Hohe Pläne setzt die Stadt Syke auf dem Dach des Rathauses um. Die Bürger-Energie Syke pachtet einen Teil der Dachfläche und baut dort eine Solarstromanlage. Sie soll künftig einen Teil des Energiebedarfs im Rathaus decken. Bürgermeisterin Suse Laue, Ralf Borchers und Medard Andrae vom Vorstand sowie Manuel Schulenberg vom Aufsichtsrat der Bürger-Energie stellten die Pläne vor. „Das ist eine Win-Win-Situation für alle“, waren sich die Beteiligten einig.

Der Gewinn für die Stadt Syke liegt in erster Linie in dem günstigen Erhalt von Strom. Rund einen Cent pro Kilowattstunde weniger muss sie künftig für den Strom aus der Anlage auf dem Dach bezahlen. Bei einem Verbrauch von rund 113 500 Kilowattstunden im Jahr, rechne sich das, so Suse Laue, auch wenn mit der geplanten 40-Kilowatt-Anlage auf dem Dach nur rund 35 bis 40 Prozent des jährlichen Stromverbrauchs im Rathaus gedeckt werden kann. Darüber hinaus erhält die Stadt Einnahmen aus der Verpachtung der Dachfläche an die Bürger-Energie Syke. „Das machen wir bei allen unseren kommunalen Liegenschaften so“, sagt Suse Laue und verweist auf bereits erfolgreiche Kooperationen wie etwa beim Bauhof oder der gerade im Bau befindlichen Kindertagesstätte in Barrien, die ebenfalls eine Solaranlage der Bürger-Energie erhalten wird. „Das ist dann unserer siebte Anlage“, so Ralf Borchers. Die Anlage auf dem Dach des Rathauses wird die achte sein.

Für ebenso wichtig sieht Suse Laue jedoch die Signalwirkung an, die diese Maßnahme erzeugen soll. Vor dem Hintergrund des Klimawandels müsse man vieles umstellen. Daher sei es wichtig für die Stadt, auch aus anderen Quellen Energie für das Rathaus zu bekommen. „Dabei geht es auch darum, Zeichen zu setzen, zu zeigen: es geht“, machte Suse Laue deutlich. Da habe die Stadt auch eine Vorbildfunktion. „Wir wollen alle den Strom nicht über weite Strecken transportieren. Niemand will Hochspannungsleitungen, keiner will Erdkabel haben, deswegen müssen wir den Strom dort erzeugen, wo er verbraucht wird. Nur das ist ökologisch sinnvoll“, unterstützt Medard Andrae vom Vorstand der Bürger-Energie Syke.

Der Gewinn für die Bürger-Energie Syke in dieser Kooperation liegt darin, dass sich die Stromerzeugungs-Genossenschaft mit der dann achten Anlage als Stromanbieter breiter aufstellen kann. „Vom Einspeisen allein können wir nicht leben“, sagt Ralf Borchers mit Verweis auf die Gebühren der Netzbetreiber, die den Gewinn der bürgerlichen Genossenschaft schmälern. Es lohne sich daher nur, wenn der Strom direkt verkauft wird – wie jetzt an die Stadt für den Stromverbrauch im Rathaus und wie bei den anderen Objekten der Bürger Energie. „Dadurch, dass die Stadt vor Ort viel und konstant Strom verbraucht, wird das Netz nicht benötigt“, erläutert Manuel Schulenberg vom Aufsichtsrat der Genossenschaft.

Rund 70 000 Euro investiert die Genossenschaft dafür vor Ort für eine 40-Kilowatt-Anlage und einen Speicher. In 20 Jahren soll sich die Anlage amortisiert haben. Den Mitgliedern der Genossenschaft entstehe dadurch kein Risiko, versichert Medard Andrae. Neue Mitglieder, die bereit sind, mindestens 1000 Euro zu investieren, seien im Übrigen immer gern gesehen. Auch an weiteren Projekten – Gewerbe, Betriebe, öffentliche Gebäude mit hohem Stromverbrauch – hat die Bürger-Energie Syke großes Interesse. Interessenten finden im Internet unter www.buerger-energie-syke.de weitere Informationen.

Für die Stadt Syke muss es ebenfalls nicht das letzte Kooperationsprojekt gewesen sein. So sei eine Kooperation beim Hallenbad, wenn es denn renoviert ist, auch vorstellbar, so Suse Laue.

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