Wandervolle Nacht feiert stimmungsvolle Premiere mit unterschiedlichen Klängen auf dem Kleinen Geestweg Zirpende Grillen, reife Kirschen und Musik

Syke-Osterholz. Im Licht der untergehenden Sonne saß Thomas Schwenen im Schatten der Bäume und entlockte mit fliegenden Fingern seinen Bongotrommeln rhythmische Töne. Eine fünfköpfige Wandergruppe hatte Halt gemacht und lauschte intensiv, während aus einer großen Tupperdose selbstgemachte Melonenbowle eingeschenkt wurde. So hatten es sich die Organisatoren der ersten wandervollen Nacht ausgemalt. Entlang des erst kürzlich eröffneten kleinen Geestwegs in Syke-Osterholz präsentierten 13 Musikgruppen an sechs Stationen ihr Programm, und die Gäste sollten zumindest einen Teil des fünf Kilometer langen Rundkurses wandern und dabei den unterschiedlichen Klängen lauschen.
20.06.2011, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Karsten Bödeker

Syke-Osterholz. Im Licht der untergehenden Sonne saß Thomas Schwenen im Schatten der Bäume und entlockte mit fliegenden Fingern seinen Bongotrommeln rhythmische Töne. Eine fünfköpfige Wandergruppe hatte Halt gemacht und lauschte intensiv, während aus einer großen Tupperdose selbstgemachte Melonenbowle eingeschenkt wurde. So hatten es sich die Organisatoren der ersten wandervollen Nacht ausgemalt. Entlang des erst kürzlich eröffneten kleinen Geestwegs in Syke-Osterholz präsentierten 13 Musikgruppen an sechs Stationen ihr Programm, und die Gäste sollten zumindest einen Teil des fünf Kilometer langen Rundkurses wandern und dabei den unterschiedlichen Klängen lauschen.

"Eine tolle Idee", meinten viele der Besucher, die zu mehreren hundert gekommen waren. Doch viele der Gäste gingen eben nur ein kleines Stück, die meisten blieben an einer Stelle, und so war im Garten des Landhauses Osterholte und in der Musikscheune des Muhlenhofs deutlich mehr los als auf freier Strecke, wo beispielsweise Thomas Schwenen ein Dutzend Zuhörer hatte, aber trotzdem frohgemut musizierte. "Die meisten wandern nur von Tisch zu Tisch", schmunzelte Kurt Grieme vom Muhlenhof, der Mitorganisator des - was die Strecke betrifft - längsten Musikfestivals. Grieme hatte die Strecke aus Zeitmangel per Fahrrad abgefahren, nahm sich aber die Muße, um gemeinsam mit Schwenen einige Takte mit der Rassel zu spielen.

"Eine tolle Idee"

Ebenso wie Grieme waren auch Marianne und Siggi aus Gessel mit dem Drahtesel unterwegs und schafften mehrere Stationen. Idyllisch und lau war dieser Vorsommerabend, und an den wenigen Stellen des Rundweges, an dem die Musik nicht aus der Ferne zu hören war, zirpten die Grillen und zwitscherten die Vögel - allein schon deswegen hatte es sich gelohnt, das Fernsehgerät ausgeschaltet zu lassen und auf Wanderschaft zu gehen.

Selbstverpflegung war angesagt, doch an den beiden großen Stationen gab es auch Bier und Bratwürste. Im Gasthaus auf dem Hügel fand gleichzeitig eine Hochzeit statt. und einige der Gäste schlichen sich vor die Tür, um kurz in den Sommergarten zu gucken und vor allem zu lauschen. Die Gruppe Soulala mit Schlagzeug, Saxophon, Gitarren und Trompete und das Tesh-Neumann-Pique-Trio gaben dort ihr Bestes. Akkordeon und Harfentöne gab es Am Strengen und Am Steersch - wenn schon, dann auch Vielfalt, mögen sich die Macher gedacht haben.

Im Muhlenhof ging es derweil vor rund 80 Gästen hoch her. Pünktlich um 20 Uhr hatten die Delta Crabs losgelegt und ihre Mischung aus Blues, Jazz und Rock präsentiert. Gitarrist Jörg Zittlau wechselte zwischen Akustikgitarre, Banjo und einer Gitarre aus Vollmetall. Dazu sang er fast wie Louis Armstrong, wobei er in den New-Orleans-Sound auch mal russische Kalinka-Töne einstreute. Diese gekonnten Improvisationen sorgten schnell für Stimmung und ließen die Fans mitklatschen.

Einige Wanderer machten sich doch noch auf den Weg aufs freie Feld zu Steersch und zur Rasthütte. Unterwegs gab es übrigens nicht nur Musik, sondern auch den einen oder anderen Kirschbaum mit reifen Früchten. Den Organisatoren bleibt zu wünschen, dass die Wandervolle Nacht wiederholt wird. Irgendwie sollten die Besucher dann auch zu den abgelegeneren Plätzen gelockt werden. Und auf dem Wanderplan müssten die Standorte etwas besser hervorgehoben werden - einige Besucher machten sich deshalb nicht auf Weg.

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