Fußball Beuke baut auf das Entwicklungspotenzial

Ein neuer Trainer, ein Rückkehrer und viele junge Spieler stehen beim Kreisligisten SV Mörsen-Scharrendorf in der neuen Saison im Fokus.
02.08.2019, 18:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Thorin Mentrup

Der Umbruch ist weiterhin in vollem Gange. Der SV Mörsen-Scharrendorf steht im zweiten Jahr in Folge vor einer Art Übergangsjahr in der Fußball-Kreisliga Diepholz. Der Angriff auf die Bezirksliga wird auch in dieser Saison nicht stattfinden. Stattdessen hat der neue Trainer Jens Beuke die Aufgabe, ein Team zu entwickeln, das auf lange Sicht wieder oben mitspielen kann. Ein Rückkehrer wird dabei eine wichtige Rolle spielen, darüber hinaus stehen aber auch einige junge Spieler im Fokus.

Der Spielplan meint es mit Beuke und den Mörsenern alles andere als gut: Erst im fünften Pflichtspiel der Saison wird der SVMS das erste Mal auf eigener Anlage spielen. Nach dem Quäl-Sieg im Elfmeterschießen in der ersten Pokalrunde beim TSV Bassum II aus der 2. Kreisklasse warten nun die Begegnungen beim TuS Sudweyhe II, dem TVE Nordwohlde und dem SV Friesen Lembruch in der Liga und zwischendurch die Auswärtspartie beim TuS Barenburg im Pokal. Viel schwieriger hätte das Auftaktprogramm nicht ausfallen können. „Gerade die drei Auswärtsspiele in der Liga sind natürlich nicht so glücklich“, sagt Beuke, der eine sehr starke Kreisliga erwartet, schon wegen der drei Bezirksliga-Absteiger TuS Kirchdorf, TSG Seckenhausen-Fahrenhorst und SV Bruchhausen-Vilsen. Sie alle erwartet Beuke vorn, dazu kommen der TuS Sudweyhe II, der TSV Weyhe-Lahausen – und auch der Barnstorfer SV und nicht zuletzt der TVE Nordwohlde, der zuletzt den TSV Bassum aus dem Bezirkspokal geworfen hat, und der SV Jura Eydelstedt werden hoch gehandelt. Die Kreisliga scheint so stark und ausgeglichen wie selten zuvor zu sein.

Wo also ist in dieser Klasse der Platz für den SV Mörsen-Scharrendorf? „Ich hoffe, dass wir unter die ersten Zehn kommen“, sagt Beuke, der das Traineramt von Steffen Müller übernommen hat, den es nach nur einem Jahr nach Eydelstedt gezogen hat. Einstellig, darauf hofft auch Mörsens Fußballchef Andreas Siegmann. Die Vorbereitung verlief aus Beukes Sicht nicht komplett rund. „Wir hatten einige Angeschlagene, aber auch einige Urlauber. Dafür war die Trainingsbeteiligung aber grundsätzlich gut, da kann ich mich nicht beschweren.“ Das ändert jedoch nichts daran, dass der Coach seine Elf noch in der Findungsphase sieht. „In den nächsten Wochen werden wir sehen, wie weit wir schon sind.“

Zur Verfügung steht Beuke eine Mannschaft, in der erst ein Spieler die 30 Jahre geknackt hat: Simon Beuke ist vom SC Twistringen wieder nach Mörsen zurückgekehrt und wird eine wichtige Rolle beim SVMS einnehmen. Der Defensivakteur wird als Führungsspieler gefordert sein, stehen im Mörsener Aufgebot doch etliche junge Akteure wie etwa Bjarne Schütte, Lüder Uhlhorn, Jonas Wessels und Aaron Wieczorek, die allesamt aus der A-Jugend der Spielgemeinschaft mit dem SC Twistringen den Weg zum Kreisligisten gefunden haben. „Das sind gute Jungs“, freut sich Jens Beuke auf das Quartett, das ausreichend Chancen erhalten dürfte, sich zu beweisen und sich für Startelfaufgaben zu empfehlen. In die Pflicht nimmt der Trainer mit Blick auf Führungsaufgaben auch André Nienaber, Kay-Simon Sommerfeld und Dirk Landwehr. Sie alle haben bereits nachgewiesen, dass sie höheren Kreisliga-Ansprüchen genügen.

Mit ihnen will Beuke daran arbeiten, den von ihm favorisierten Ballbesitzfußball aufs Feld zu bringen. „Ich mochte es schon als Spieler nicht, wenn man hinterherlaufen musste. Das hat sich als Trainer nicht geändert“, verdeutlicht er. Viel lieber sehe er gepflegtes Kurzpassspiel und wenig lange Bälle. Komplett umsetzen können die Mörsener diese Spielidee noch nicht. „Es gibt sicherlich noch Steigerungspotenzial“, sieht Beuke, der selbst jahrelang für die Mörsener die Fußballschuhe schnürte, ehe er 2005 seine Laufbahn beendete und zwischenzeitlich noch für ein halbes Jahr gemeinsam mit Stefan Jürgens als Coach einsprang, spielerisch noch Luft nach oben. „Aber es wäre auch verwunderlich, wenn das nicht so wäre. Wir arbeiten ja erst seit ein paar Wochen zusammen, da kann noch nicht alles in Fleisch und Blut übergegangen sein.“ In seiner jungen Truppe sieht der Coach aber jede Menge Entwicklungspotenzial. „Das stimmt mich zuversichtlich für die Saison und die Zukunft“, strahlt er Optimismus aus, den ihm nicht einmal das äußerst schwierige Auftaktprogramm nehmen kann.

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