Per Rennrad gegen Corona

„Kette rechts“ für Ludger Abeln

Ludger Abeln, Vorsitzender der Caritas-Gemeinschaftsstiftung, sammelt per Rennrad Spenden. 1000 Kilometer in sieben Tagen legt er für den guten Zweck zurück.
12.05.2020, 16:51
Lesedauer: 2 Min
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Von Ilias Subjanto
„Kette rechts“ für Ludger Abeln

Vorschriftsmäßig mit Mund-Nase-Schutz hat Ludger Abeln, Vorsitzender der Caritas-Gemeinschaftsstiftung, vor der Twistringer Tafel Halt gemacht.

Ilias Subjanto

Twistringen. „Kette rechts“, grüßt Ludger Abeln am Dienstagvormittag vor dem Gebäude der Twistringer Tafel am Osterkamp. Damit gemeint ist beim Fahrradfahren das Schalten in den größtmöglichen Gang, um dann schneller zu fahren. Abeln, Vorsitzender der Caritas-Gemeinschaftsstiftung, ist im luftigen Radsport-Outfit gekleidet – schließlich legt er mit einem Rennrad 1000 Kilometer in sieben Tagen für den guten Zweck zurück.

Mit dieser Charity-Radtour sammelt Abeln Geld, um Menschen zu unterstützen, die besonders unter den Folgen der Corona-Krise leiden. Vom 11. bis 17. Mai radelt er durch alle Regionen des Bistums Osnabrück, um auf die Not von Menschen in Pandemie-Zeiten aufmerksam zu machen und Spenden zu sammeln. Ebenfalls unterstützen Sponsoren die Radtour: Knapp 24 000 Euro haben diese laut Abelns Aussage bereits zugesagt.

Los ging die Tour am Montag im Raum Osnabrück. „Da musste ich durch den Teutoburger Wald, und es hat gestürmt. Das war ein bisschen anstrengend“, gibt der Stiftungsvorsitzende zu. Am Dienstag stand Twistringen-Diepholz auf dem Plan, anschließend folgen die Grafschaft Bentheim, das Emsland und Ostfriesland. Unterwegs trifft er einige der Sponsoren und besucht Caritas-Einrichtungen – wie die vom Caritasverband betriebene Twistringer Tafel.

Auf seiner Radreise legt Abeln mehr als 140 Kilometer am Tag zurück. Trotz Wind, Wetter und manchen Höhenunterschieden wünscht er sich jedoch keinen Elektromotor zur Unterstützung. „Ich bin leidenschaftlicher Rennradfahrer, das Radfahren ist mein Hobby“, erklärt er. So reiße er an einem Wochenende bei einem Ausflug schon mal 100 Kilometer herunter, wenn er nach Feierabend in die Pedale tritt, komme er auch schon auf 40 Kilometer. Er sei durchaus trainiert und radle jetzt daher keineswegs auf dem Zahnfleisch, sagt Abeln und lacht.

Ein Stahlross ist sein Fortbewegungsmittel nicht: Abelns Rennrad besteht aus Vollcarbon und wiegt gerade einmal 6,5 Kilogramm. „Das hat mir ein befreundeter Fahrradhändler für die Tour ausgeliehen“, erläutert der Stiftungsvorsitzende.

Bei aller guten Laune auf der Radtour weist Abeln auch auf den ernsten Hintergrund seiner Aktion hin: „Die großen wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Krise werden noch kommen. Immer mehr Menschen werden dann von Einrichtungen wie der Tafel abhängig sein“, prophezeit er und weist darauf hin, dass ganze elf Prozent aller 450-Euro-Jobs in diesen Krisenzeiten weggefallen seien.

„In den vergangenen Wochen haben sich bei uns immer mehr Menschen gemeldet, die diese Situation in große finanzielle Schwierigkeiten bringt. Gerade geringverdienende Eltern ohne finanzielle Rücklagen haben Probleme“, ergänzt Caritas-Geschäftsführerin Karin Kröger. Verdienstausfälle, um die Betreuung der eigenen Kinder zu übernehmen oder wegen Kurzarbeit, würden diese Familien in existenzielle Nöte bringen, betont sie. „Betroffen sind aber auch Alleinstehende, etwa wenn sie nur eine kleine Rente beziehen“, sagt Kröger.

Am Sonntagnachmittag findet die Radtour beim Simeon-Pflegeheim in Emden ihren Abschluss. Eine Ruhepause gönnt sich Abeln allerdings nicht: Bereits am Tag darauf wird er wieder seinen Aufgaben als Vorsitzender der Caritas-Gemeinschaftsstiftung nachgehen – vorerst weiterhin im Homeoffice. Es würden noch einige Projekte anstehen, die weiter vorangetrieben werden müssen, sagt der rastlose Radfahrer. Schließlich schwingt sich Abeln wieder auf den Sattel und macht sich auf den Weg zur nächsten Station, der Caritas-Beratungsstelle in Diepholz. „Kette rechts“, ruft er noch.

Wer Ludger Abeln auf seiner Tour begleiten will, kann dies digital tun: Auf der Internetseite www.zeit-zu-helfen.de werden Videoclips, Fotos und Berichte über seine Erlebnisse auf der Tour eingestellt.

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