Wasserball Ein großes Familientreffen

Beim Wasserballturnier des TuS Syke im Twistringer Freibad kommt es nicht nur auf Ergebnisse an. Die Hachestädter und ihre Gäste feiern sich und ihren Sport.
30.06.2019, 18:01
Lesedauer: 4 Min
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Von Thorin Mentrup

Lukas Frömberg lachte. „Ich glaube, wir hatten an diesem Wochenende das beste Hobby“, sagte der Wasserballer des TuS Syke. Angesichts von Temperaturen jenseits der 30 Grad gab es tatsächlich kaum einen besseren Ort als das Twistringer Freibad und kaum einen besseren Sport als Wasserball. Die Syker trieben es sogar auf die Spitze, frönten sie der Erfrischung und ihrem Hobby bei ihrem zwölften Turnier doch gleich mehrere Tage lang: Am Freitagabend kamen die ersten Gäste in der Delmestadt an, am Sonntagmittag endete die Veranstaltung – und auf die Heimreise machten sich nur strahlende Wasserballer, egal ob es sie nach Cuxhaven oder Hannover zog oder doch ins deutlich weiter entfernte Darmstadt oder Steinhagen.

Insgesamt 14 Mannschaften spielten die drei Turniersieger im Jugend-, im Mixed- und im Herrenbereich aus. „Dass das Herrenturnier das kleinste war, das hatten wir, glaube ich, so auch noch nicht. Aber es ist schön, dass wir so viele Jugendliche hier hatten“, sagte Frömberg mit Blick auf die fünf Nachwuchstruppen. Zahlenmäßig genauso stark besetzt war das Mixedturnier mit gemischten Mannschaften. Die Gäste fühlten sich allesamt pudelwohl. Sowohl jene, die wie die Darmstädter seit jeher dabei sind, als auch jene, die mit dem Turnier in Twistringen Neuland betraten. „Es ist eine super Atmosphäre“, fand Udo Kattenberg, Trainer beim SC Neptun Cuxhaven. Obwohl die Anfahrt nur knapp anderthalb Stunden dauert, waren die Wasserballer von der Nordseeküste zum ersten Mal beim Syker Turnier. „Wir hatten uns das schon einige Mal vorgenommen, aber oft hat es terminlich nicht gepasst. Im letzten Jahr hatten wir für das Jugendturnier gemeldet, das dann leider ausgefallen ist“, machte Kattenberg deutlich, dass man den TuS auch an der Küste im Blick hat.

Cuxhaven siegt bei der Premiere

Kattenberg und sein Mixedteam nahmen sogar direkt den Siegerpokal mit auf die Heimreise. „Na klar, in erster Linie soll das Turnier Spaß machen – und das hat es auch. Aber wenn am Sonntag dann die Chance hat zu gewinnen, dann will man das auch“, sagte Kattenberg. Überraschend kam der Erfolg nicht, hatten die Cuxhavener doch auch schon am Sonnabend dominiert und sich als Vorrunden-Erster die Teilnahme am Finale gesichert. Dort ließen sie dem WV Darmstadt 70 keine Chance beim 7:0. Der WV stellte insofern eine besondere Truppe, weil sie ausschließlich aus Spielerinnen bestand. Deren Tore zählten im Mixed doppelt. Das machten sich die Darmstädterinnen zunutze, als sie in der Endrunde trotz des vierten Ranges vom Sonnabend noch den Weg ins Finale meisterten. Der war für die am ersten Turniertag schwächeren Teams aufgrund des Dresdner Systems besonders beschwerlich: Zunächst spielten die beiden Gruppenletzten um ein Duell gegen das einen Rang besser platzierte Team. So ging es dann bis zum Vorrundensieger, der automatisch im Finale stand, weiter. Wer Vorletzter oder gar Letzter geworden war, hatte also eine Mammutaufgabe vor sich.

Diese war allerdings lösbar. Das bewies der Hamelner SV bei der Jugend. Hatten die Gäste aus der Rattenfängerstadt am Sonnabend nur einen Sieg bejubelt, kamen sie tags darauf aus dem Feiern gar nicht mehr heraus. Sie besiegten zunächst die zweite Mannschaft der Sportlichen Vereinigung Laatzen und ließen dann auch Waspo 98 Hannover und Cuxhaven hinter sich. Hameln war nicht mehr zu bremsen und bezwang auch Laatzen I. Dabei bewies der HSV nach einem 2:2 nach der regulären Spielzeit im Fünfmeterwerfen die besseren Nerven. Alle drei Versuche waren drin, Laatzen traf einmal weniger. Die Hamelner bedankten sich für „das überragende Turnier“ bei allen Mannschaften.

Einst auf Krücken im Bad

Mitten im Pulk der Sportler, die es nach der Siegerehrung zu den Zelten zog, in denen sie – zumindest kleine – Teile der beiden Nächte verbracht hatten, war Ingo Steckel, den Siegerpokal der Herrenkonkurrenz im Arm. Den hatte sich die Sportliche Vereinigung Laatzen mit 6:5 nach Fünfmeterwerfen gegen den WV Darmstadt 70 gesichert. „Der Sieg ist schön, aber am Ende kommt es darauf gar nicht so sehr an. Ich glaube, mit familiär lässt sich das Turnier am besten beschreiben. Man ist einfach unter Gleichgesinnten, man kennt alle und ist einfach glücklich. Ich finde es jedes Jahr schön in Twistringen.“ So schön sogar, dass er sein Team einmal nach einem Fußbruch sogar auf Krücken begleitete. „Da bin ich zum Glück rechtzeitig aus dem Krankenhaus gekommen“, sagte er lachend. Das Turnier dürfe man einfach nicht verpassen. „Die Leute sind einfach super – und die meisten auch stark am Tresen“, fügte er grinsend hinzu. Dass der gesellige Teil nicht zu kurz kommt, war einigen Gesichtern am Sonntag anzusehen. In Twistringen feierten alle ihren Sport, aber auch sich selbst. „Das macht das Turnier aus“, fand auch Lukas Frömberg. Er und seine Syker präsentierten sich auch deshalb als gute Gastgeber, weil sie die Herrenkonkurrenz nicht für sich entschieden. Sie hatten Sonntag nur noch ein Spiel, schieden dabei trotz Führung gegen Laatzen aus. „Damit können wir leben“, fand Frömberg.

Er sah ohnehin wichtigere Aspekte als das Sportliche. „Das Turnier ist eine tolle Chance, uns und unseren Sport zu präsentieren.“ Das gelang den Hachestädtern auch bei der zwölften Auflage der Veranstaltung. „Wenn man sieht, wie auch die Bevölkerung in Twistringen hinter dem Turnier steht und wie viele Zuschauer in den letzten Tagen vorbeigekommen sind, um sich die Spiele anzuschauen, dann ist das schon toll.“ Aufklären, was hinter ihrer Sportart steckt und wie sie funktioniert, müssen die Syker noch immer. „Aber wir machen das gerne“, erklärte Frömberg, der seit elf Jahren Wasserball spielt. Seitdem hat sich eine Sache nicht geändert: Das Turnier ist jedes Mal ein Höhepunkt des Jahres. Dass dieses Mal dann auch das Wetter so gut mitspielte, freute Frömberg besonders: „Das haben wir vorher nie gehabt.“ Umso ausgelassener war die Stimmung das gesamte Wochenende über. Für die Syker war nach Turnierende übrigens noch nicht Feierabend: Beim Tag des Sports boten sie Schnupperkurse für jedermann an, spielten zudem gegen die Frauen der Handballspielgemeinschaft Barnstorf/Diepholz einmal Wasserball und einmal Handball. Das Wochenende endete für die Syker also genauso spaßig, wie es begonnen hatte – mehr konnte letztlich niemand verlangen nach dem großen Treffen der Wasserball-Familie.

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