Kita in Scharrendorf

Einweihung mit Verspätung

Eigentlich sollte die evangelisch-lutherische Kindertagesstätte Twistringen an der Werner-von-Siemens-Straße eröffnen. Doch die Bauarbeiten verzögern sich. Die Kinder werden jetzt in Scharrendorf betreut.
22.11.2020, 17:07
Lesedauer: 2 Min
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Einweihung mit Verspätung
Von Micha Bustian
Einweihung mit Verspätung

Hereinspaziert: Sabrina Scholz-Lück leitet die Kita, die in die Mobilbauten vor der Scharrendorfer Grundschule eingezogen ist.

Michael Galian

Twistringen-Scharrendorf. Auf dem Gelände der Grundschule in Scharrendorf stehen Container, Entschuldigung: Mobilbauten. Bis zu den Sommerferien wurden diese als Klassenräume genutzt. Dann zog dort die evangelisch-lutherische Kindertagesstätte (Kita) Twistringen ein. Das wird so bleiben, bis der Neubau an der Werner-von-Siemens-Straße fertig ist, also voraussichtlich am 1. Mai 2022. Heißt: Die Kita muss mit dem „Provisorium“ eine Zeit lang leben. Also wurde jetzt Einweihung gefeiert.

Der Gruppenraum der Marienkäfer diente als Party-Location. Und es war viel Prominenz gekommen. Twistringens Bürgermeister Jens Bley beispielsweise, begleitet von Anke Raven, Fachbereichsleiterin für Familie und Soziales bei der Stadtverwaltung. Jörn-Michael Schröder, Superintendent des Kirchenkreises Syke-Hoya, hatte den Weg nach Scharrendorf nicht gescheut, auch Thorsten Runge, Vorsitzender des Kita-Verbandes Syke-Hoya, war für einen Redebeitrag angereist. Ebenso seine Kollegin Birgit Greve. Und letztlich fand Pastor Elmar Orths ebenfalls warme Worte.

Den Anfang machte allerdings Sabrina Scholz-Lück. Die Leiterin der neuen Kita mit einer Krippen- und einer Kindergartengruppe hatte im Marienkäferraum die Stühle für die Gäste in gebührendem Corona-Abstand aufgebaut. Auf jeder Sitzgelegenheit war ein Teller voller Leckereien drapiert worden, daneben standen je eine Flasche Mineralwasser und eine Flasche Apfelsaft. Doch erst wurde dafür gesorgt, dass die Gäste auch eine trockene Kehle bekamen. Heißt: Es wurde geredet.

Sabrina Scholz-Lück dankte vornehmlich ihren Kolleginnen, „dass es so aussieht, wie es jetzt aussieht“. Dennoch freue sie sich „sehr auf den Neubau“, wolle nach den vielen „Aufs und Abs endlich dort einziehen“. Es gab Blumen für die Erzieherinnen, dann folgte die Andacht von Elmar Orths. Der bemerkte, dass eine Welt ohne Kinder wäre wie eine Suppe ohne Salz. Thorsten Runge fand es gut, dass der Kita-Verband Syke-Hoya zwischen Weyhe, Twistringen und Hassel nun 670 Betreuungsplätze anbiete. Die Belegschaft habe „von null auf hundert losgelegt und viele, viele Stunden investiert“. Auch er freut sich auf den Bau an der Werner-von-Siemens-Straße. „Das wird sicher ein Ort, wo die Kinder gerne hingehen.“ Es gebe sogar schon erste Anmeldungen für 2022.

Jens Bley lobte die „schöne Gestaltung“ der Räumlichkeiten. Der Verwaltungs-Chef gab zu, dass sich der Bau an der Werner-von-Siemens-Straße verzögert habe. Für das Ausweichquartier habe Anke Raven ein Dutzend Alternativen geprüft. Die Wahl fiel auf die Mobilbauten. „Sie waren das kleinste Übel, aber alle sind positiv mit dieser Lösung umgegangen.“ Jörn-Michael Schröder schließlich gab zu, dass das Coronavirus noch einmal hervorgehoben habe, wie wichtig die Kinderbetreuung ist. „Kinder wollen unter Kindern sein, da reicht die Familie nicht aus.“ Das Miteinander sei wichtig, es lehre den Nachwuchs Verständnis und Toleranz, Respekt und Solidarität.

Gemütlich eingerichtet: Hier verbringen die Kleinsten ihre Mittagspause mit einem Nickerchen.

Gemütlich eingerichtet: Hier verbringen die Kleinsten ihre Mittagspause mit einem Nickerchen.

Foto: Michael Galian

Genug der warmen Worte. Die Gäste kamen bei Häppchen und Getränken ins Gespräch mit der Kita-Belegschaft – mit dem gebührenden Abstand, wie es nach nunmehr neun Monaten Pandemie eigentlich selbstverständlich sein sollte. Auch ein Gang durch die Kita war möglich.

Zu den zwei Mobilbauten, die die Stadt Twistringen gekauft hat, wurden zwei Anbauten gemietet. Muss ja auch einiges hineinpassen in die Container. Gruppenräume, Bewegungsräume, Schlafräume, sanitäre Anlagen, eine Küche und vieles mehr. Draußen warten auf einer Wiese Sandkiste, Rutsche und Schaukel auf die Lütten. So sehr sich Sabrina Scholz-Lück auch auf den Umzug in den Neubau freut, „wir sind inzwischen hier heimisch geworden“.

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