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Jannik Blome: Der Retter in der Not

Jannik Blome spielt seit der D-Jugend für den SC Twistringen und genießt einen großen Anteil daran, dass die Blaumeisen im Vergleich zur Vorsaison einen Riesensprung vorwärts gemacht haben.
05.11.2020, 15:00
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Jannik Blome: Der Retter in der Not
Von Jannis Klimburg
Jannik Blome: Der Retter in der Not

SCT-Keeper Jannik Blome versucht, alles spielerisch zu lösen. Sein Vorbild ist Nationaltorhüter Marc-André ter Stegen.

Mentrup

Twistringen. Im Vergleich zur Vorsaison hat der SC Twistringen in der Fußball-Bezirksliga einen Riesensprung vorwärts gemacht. In der zurückliegenden Spielzeit standen die Blaumeisen lange Zeit im Tabellenkeller. Doch dann kam die Corona-Pandemie und die Saison wurde bekanntlich abgebrochen. Nun müssen die Fußballer erneut pausieren. Zumindest bis Ende November. Doch Schweißperlen und große Sorgen dürften beim SCT diesmal wahrlich nicht ausbrechen. Denn die Mannen von Trainer Uwe Küpker stehen nach neun Spieltagen mit 16 Zählern auf einem guten vierten Platz. Maßgeblich daran beteiligt ist auch Torhüter Jannik Blome, der stets ein sicherer Rückhalt für seine Vordermänner ist.

Der 22-Jährige hat nicht als Mann zwischen den Pfosten, sondern als Feldspieler das Kicken gelernt. Im Alter von sieben Jahren beim SV Marhorst. Doch bereits im zweiten Jahr schulte er dann zum Torwart um. „Ich wollte nicht mehr so viel laufen und hatte Lust, im Tor zu stehen“, betont Blome, der in der D-Jugend dann den Weg zum SC Twistringen fand. Dort spielt er heute immer noch und hütet weiterhin den Kasten. „Ich finde es gut, dass ich meiner Mannschaft in brenzligen Situationen helfen kann und sozusagen dann der letzte Retter in der Not bin, bevor wir ein Tor kassieren könnten. Torhüter war immer meine Traumposition“, unterstreicht Blome, der als Vorbild Marc-André ter Stegen vom FC Barcelona nennt. „Er ist nicht nur auf der Linie extrem stark, sondern versucht auch immer, alles spielerisch zu lösen.“ Daran orientiert er sich: „Ich möchte den Ball auch nicht direkt immer lang schlagen, versuche die Pässe kurz zu spielen und mich am Aufbauspiel zu beteiligen.“

Blome machte in der aktuellen Saison mit einigen starken Paraden auf sich aufmerksam. Doch nicht nur damit: Wer beim Keeper genauer hinschaut, kann erkennen, dass er beim normalen Gang leicht humpelt. Die Erklärung dafür: „Mein linkes Bein ist kürzer als mein rechtes. Daher humple ich schon mein ganzes Leben. Aber Schmerzen verspüre ich dabei nicht. Und beim Fußballspielen beeinträchtigt mich das auch nicht“, sagt Blome über sein kleines Handicap.

Stimmung im Team passt

Obwohl es bereits Angebote von anderen Vereinen gab, blieb er dem SC Twistringen bislang treu. Er fühle sich im Verein pudelwohl, bekräftigt Blome. „Die große Kameradschaft macht es einfach aus. Ich spiele mit vielen meiner Freunde in der ersten Herren zusammen. Wenn es denn möglich ist, sitzen wir auch nach den Spielen noch länger am Platz beisammen. Und das hast du nicht in jeder Mannschaft.“ In der laufenden Saison läuft es auch ziemlich rund, was wohl zur guten Stimmung beim SC Twistringen beiträgt. Die Blaumeisen sind noch in Schlagdistanz zu den ersten beiden Plätzen, rangieren nur einen Punkt hinter dem Tabellenzweiten SV Bruchhausen-Vilsen. „Wenn wir schon so nah dran sind, dann wollen wir es auch packen und die Aufstiegsrunde erreichen. Das Potenzial dafür haben wir auf alle Fälle. Das haben wir gerade in den ersten Begegnungen bewiesen. Nur muss man jetzt schauen, wie es nach der Zwangspause weitergeht.“ Im Vergleich zur Vorsaison haben sich die Mannen von Trainer Uwe Küpker also immens gesteigert, standen sie doch in der Spielzeit 2019/20 auf einem Abstiegsplatz. Sportlich hätten sie den Gang in die Kreisliga antreten müssen, der Niedersächsische Fußballverband entschied nach langem Hin und Her aber bekanntlich, dass es keine Absteiger geben wird.

Zu große Gegentorflut am Ende

Doch was läuft in der aktuellen Saison so viel besser beim SC Twistringen? Blome erklärt: „Die Neuzugänge sind direkt eingeschlagen, haben sich gut integriert. Das hat auf Anhieb gepasst.“ Außerdem habe man bislang deutlich weniger Pech mit Verletzungen gehabt. „Das war in der letzten Saison schon sehr krass. Vor allem in der Offensive haben etliche Spieler eine lange Zeit gefehlt. Jetzt konnten wir uns mal richtig einspielen“, meint der 22-Jährige, der in neun Spielen bisher 14 Gegentore hinnehmen musste. „Bis zum Spiel gegen die TSG Seckenhausen-Fahrenhorst (2:5, Anm. d. Red.) war ich mit der Bilanz ganz zufrieden. Aber in den letzten drei Spielen haben wir dann zu viele Tore kassiert. Was aber auch daran liegt, dass wir in der Abwehr immer etwas umstellen mussten.“

Wann es mit der Bezirksliga-Saison weitergehen wird, steht noch nicht fest. Stand jetzt geht die Zwangspause bis Ende November. Auch Jannik Blome als Torhüter hält sich bis dahin fit. „Ich gehe ab und zu mal laufen und mache zu Hause Fitness-Übungen. Mehr kann man schließlich zurzeit auch nicht machen“, meint er. Aber eines ist sicher: Wenn es dann weitergeht, will er wieder als Retter in der Not agieren.

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