Strohmuseum Twistringen

Mal was anderes

Das Museum für Strohverarbeitung hat den Kulturpreis des Landkreises Diepholz zugesprochen bekommen. Der Kulturbeirat verzichtete bewusst darauf, einen Künstler auszuzeichnen.
30.10.2019, 18:00
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Mal was anderes
Von Micha Bustian
Mal was anderes

Willkommen im Strohmuseum: Der größte Strohhut der Welt hat es in das Guinness-Buch der Rekorde geschafft.

Michael Braunschädel

Twistringen/Landkreis Diepholz. Der Beschluss des Kulturbeirates des Landkreises Diepholz war einstimmig: Der Kulturpreis des Landkreises Diepholz geht an das Museum der Strohverarbeitung Twistringen. Wie bereits in der Mittwochausgabe berichtet, hatte sich das Gremium unter Vorsitz der Kreistagsabgeordneten Edith Heckmann diesmal bewusst keinen Künstler herausgepickt, sondern ein Museum. Präziser: das Strohmuseum. Mit dieser Auszeichnung wird zum einen die Museumsarbeit ausgezeichnet, von der Dokumentation der 300-jährigen Strohverarbeitung bis zum Strukturwandel seit den 1960er-Jahren. Zum anderen würdigt der Landkreis damit Wirkung und Strahlkraft des Museums über die Kreisgrenzen hinaus.

Der Kulturausschuss hob in seiner Begründung hervor, dass die Form und das Ausmaß der Darstellung sowie der Bezug zu den heimarbeitenden Bürger Twistringens ihn beeindruckt haben, ließ Thomas Stahl von der Landkreisverwaltung wissen. Landrat Cord Bockhop: „Die Heimarbeit wurde nicht vergessen.“ Das Museum der Strohverarbeitung in Twistringen sei das einzige seiner Art in ganz Norddeutschland, ist in der Begründung zu lesen. Auf 850 Quadratmetern Ausstellungsfläche befinde sich Wissenswertes und Unterhaltsames vom Strohhalm bis hin zum größten Strohhut der Welt. Das Museum wahre und stelle die historische Arbeits- und Alterskultur dar. Und es wertschätzt die Menschen in der seinerzeit wichtigen Industrie in Twistringen.

„Dabei wird nicht nur die Technik dargestellt, sondern auch der gesellschaftliche Faktor“, schwärmt Cord Bockhop. Die Thematik sei umfassend dargestellt, Umfang und Qualität „tief beeindruckend“. Darüber hinaus hob der Beirat die perfekte, fast schon professionelle Organisation hervor. Die begeisterte auch den Landrat. Der betreibende Museumsverein um den Vorsitzenden Heinrich Brinkmann habe dem Museum für Strohverarbeitung zu überregionaler Bedeutung verholfen. „Die Wirkung in der Öffentlichkeit ist weit über Twistringen und den Landkreis hinaus beeindruckend, genauso wie die Zusammenarbeit des Museums mit anderen Kulturträgern und touristischen Aktivitäten im Landkreis und bewegt länderübergreifend Besucher, sich auf den Weg in den Landkreis Diepholz zu machen.“

Heinrich Brinkmann wurde am Mittwoch von der Nachricht überrascht. Schon der Besuch des Kulturbeirats sei „ein bisschen verdächtig“ gewesen. Nun also der Kulturpreis. „Das freut uns natürlich“, sagt Brinkmann. „Das ist eine Anerkennung für unsere Arbeit.“ Die wurde in jüngster Zeit auch medial gewürdigt: Das Strohmuseum wurde im NDR, bei Radio-Weser-TV und im WESER-KURIER in großem Format erwähnt. Vielleicht hat's bei den Mitgliedern des Kulturbeirats ja Eindruck gemacht.

Der Termin für die Preisverleihung steht noch nicht fest. Der Kulturpreis wird seit 1989 vom Landkreis verliehen und zeichnet herausragende künstlerische und kulturelle Aktivitäten aus.

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