Fußball

Mörsens Soforthilfe

Friedhelm Famulla kehrt zum Fußball-Kreisligisten SV Mörsen-Scharrendorf zurück und soll den Klassenerhalt schaffen. Er folgt auf Trainer Jens Beuke.
09.01.2020, 15:25
Lesedauer: 2 Min
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Von Thorin Mentrup

Mörsen. Der SV Mörsen-Scharrendorf und Friedhelm Famulla: Das ist eine enge Verbindung. Auch nachdem sich die gemeinsamen Wege im Sommer 2018 getrennt hatten, verloren sich beide Seiten nicht aus den Augen. Famu, wie der Trainer genannt wird, sitzt noch immer in einer Kartenrunde mit Mörsenern, hat darüber hinaus mit etlichen Weggefährten von damals Kontakt. Und deshalb konnte er gar nicht anders, als SVMS-Fußballchef Andreas Siegmann auf ihn zukam: Er sagte zu, den Kreisligisten sofort – und damit zum dritten Mal – zu übernehmen.

Anfang des Jahres hatten die Mörsener, die als 13. in Abstiegsgefahr sind, laut Siegmann „eine Bestandsaufnahme“ mit Blick auch auf die Zukunft gemacht. Mit dabei: Trainer Jens Beuke, der vor Saisonbeginn übernommen hatte. Letztlich, so betonten es beide, sei der gemeinsame Entschluss gefallen, die Zusammenarbeit, die bis zum Ende der Spielzeit lief und die der Coach nach eigenen Angaben ohnehin aus persönlichen Gründen nicht hätte fortführen können, sofort zu beenden. „Dann kann man besser sagen, dass man sofort einen Schnitt macht, wenn es eine vernünftige Lösung gibt. Wir wussten, dass Friedhelm noch frei ist und keine lange Zeit braucht, um sich wieder zurechtzufinden“, trug Beuke die Trennung mit, obwohl er gern die Saison mit dem Team beendet hätte. Der Schritt sei dennoch sinnvoll. So sah das auch Siegmann, der Beuke den Klassenerhalt zutraute, nun aber schnell Nägeln mit Köpfen machte. Denn Famulla ist für den SVMS quasi eine Soforthilfe: „Er kennt den Verein, die Strukturen und die Liga, hat außerdem mit fast allen Spielern schon zusammengearbeitet.“ Darüber hinaus gewähre die erneute Zusammenarbeit Planungssicherheit – für den Klub, aber auch für die Spieler, die er von einem Verbleib überzeugen oder neu verpflichten will.

Bis zum vergangenen Herbst war Famulla noch Trainer beim Mörsener Nachbarn SC Twistringen. Als er dort gehen musste, „hatte ich eigentlich gedacht, ich höre auf. Ich hatte nur zwei Vereine im Kopf, für die ich auf jeden Fall weitermachen würde“, verriet der Coach. Der eine war der TVE Nordwohlde, der andere – natürlich – der SV Mörsen-Scharrendorf. Es dauerte dementsprechend nicht lange, bis sich Famulla mit Siegmann auf ein Comeback verständigt hatte. Beide trafen sich am Mittwoch beim Trainer zu Hause. Eine knappe Stunde, nachdem Siegmann sich auf die Heimweg gemacht hatte, schickte ihm der Coach den Vorbereitungsplan zu. Beim Mühlencup am Sonntag wird er noch nicht dabei sein, ab dem 14. Januar aber will er das Team auf die Restrunde vorbereiten. „Wir haben viel zu tun. Wenn wir die Klasse halten wollen, müssen wir alle an einem Strang ziehen“, sagte Famulla, der natürlich um die angespannte sportliche Situation weiß. Im schlimmsten Fall steigen vier Kreisligisten ab. Kommt es so, wäre derzeit auch der SVMS davon betroffen und müsste in die 1. Kreisklasse. „Wir wollen also mindestens noch einen Platz klettern.“ Dass das klappt, davon ist Famulla überzeugt: „Der Kader hat eine gute Substanz. Wir haben einige gute Fußballer.“ Er sei überrascht gewesen, dass Mörsen in den Abstiegskampf gerutscht sei. Eigentlich habe das Team gutes Kreisliga-Niveau.

Das will Famulla mit seiner Mannschaft ab dem ersten Punktspiel der Restrunde am 29. Februar gegen den TSV Holzhausen-Bahrenborstel beweisen. 16 Spiele bleiben ihm, um den SVMS in sichere Kreisliga-Gefilde zu führen. Angehen wird er diese Aufgabe mit einer besonderen Motivation. Mörsen ist schließlich nicht irgendeine beliebige Station für ihn.

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