Sommer in Twistringen Kinderferienpass wird digital

Zwar dominiert Corona noch immer die Planungen, aber der Ferienpass der Stadt Twistringen erlebt nach 38 Jahren erstmals eine größere Änderung: Er wandert ins Internet. Mitsamt Buchung und Bezahlung.
22.03.2022, 16:12
Lesedauer: 2 Min
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Kinderferienpass wird digital
Von Tobias Hensel

Twistringen. Zwei Sommer mussten die Twistringer Kinder ohne ein großes Sommerferienprogramm auskommen. Das soll sich in diesem Jahr wieder ändern. "Wir planen für diesen Sommer wieder ein normales Programm", sagt Claudia Möllenkamp, die gemeinsam mit Barbara von der Ecken das "Team Ferienkiste" bildet. Die Pandemie sorgt für dieses Jahr aber noch für eine weitere Ausnahme: "Angebote, die schon frühzeitig viel Geld kosten, planen wir in diesem Jahr nicht", so Möllenkamp. Denn der Gefahr, dass sich die pandemische Lage zum Sommer wieder zuspitzt und die geplante Veranstaltung dann doch ausfällt, will sich die Stadt nicht aussetzen.

Eine Neuerung hat Corona dennoch gebracht: Die Anmeldung für das Programm der Ferienkiste wandert in diesem Jahr erstmals vollständig ins Internet. In den vergangenen 38 Jahren der Ferienkiste gab es ein Programmheft und einen Wunschzettel. Die Kinder konnten ihre Wünsche angeben und hoffen, dass sie in die favorisierten Programme gelost wurden. Anschließend kamen die Eltern und Erziehungsberechtigten ins Jugendhaus an der Lindenstraße und mussten bar die Teilnahmegebühren bezahlen.

Diese bewährte Methode wird nun den digitaleren Zeiten angepasst. Dafür hat die Stadtverwaltung eine neue Software beschafft. Das Programm Nupian bildet die Ferienprogramme, die vielerorts auf die Beine gestellt werden, ab. Die Kurse werden mitsamt Beschreibung eingetragen. Und aus dem Programm heraus kann dann auch direkt gebucht und per Sepa-Lastschrift bezahlt werden. Damit ändert sich auch die Verwaltung, räumt Claudia Möllenkamp ein. Früher habe sie das Bezahlt-Häkchen direkt in die Excel-Tabellen machen können und konnte zudem auf individuelle Fragen der Kinder und ihrer Erziehungsberechtigten eingehen. Das werde jetzt schwieriger. Dennoch wolle man natürlich weiterhin erreichbar bleiben. "Wir sind ja immer noch da", versichert Claudia Möllenkamp.

Mit der neuen Software wechselt eine zentrale Eigenschaft der Ferienkiste die Richtung: Das bisherige Losverfahren wird vom Windhund-Prinzip abgelöst. Von jetzt an gilt: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst. Das habe den Vorteil, dass auch später noch Plätze vergeben werden können, wenn Kinder ihre Teilnahme aus welchen Gründen auch immer doch noch absagen, erläutert Claudia Möllenkamp. Und das Programm werde überschaubarer: "Jedes Kind muss vorab ein Nutzerprofil anlegen und wird dann auch gefragt, ob es zum Beispiel schwimmen kann", erklärt Möllenkamp. Anschließend könne dann eine Auswahl anhand der eingegebenen Daten gefiltert werden. Zum Beispiel würden für einen Jungen die reinen Mädchenveranstaltungen gar nicht angezeigt.

Zwischen 60 und 80 Veranstaltungen hatte das Team Ferienkiste in den Jahren vor Corona immer organisiert. Im ersten Pandemiejahr 2020 gab es gar kein Programm. Ein Jahr später waren nur neun Veranstaltungen geplant, von denen mussten drei allerdings abgesagt werden. Das Angebot war überschaubar. In diesem Jahr soll sich das wieder ändern. Deshalb ruft das Team Ferienkiste Vereine auf, wieder Veranstaltungen auf die Beine zu stellen, wie es in den vergangenen Jahren immer geschehen ist. Dabei hoffen Claudia Möllenkamp und Barbara von der Ecken wieder auf das rege Engagement der Twuster Vereine. "Wir waren früher eher Lückenfüller", erinnert sich Claudia Möllenkamp. Die Vereine waren aktiv und haben viele Veranstaltungen angekündigt. Jugendhaus und Stadtverwaltung halfen dabei mitunter mit, doch eigene Veranstaltungen wurden eher nur organisiert, wenn es im Programm noch eine Leerstelle gab. So soll es in diesem Sommer auch wieder werden, hoffen Möllenkamp und von der Ecken. Auf jeden Fall freuen sie sich, dass den Kindern Twistringens wieder Abwechslung in den großen Ferien geboten werden kann.

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