St. Marien Marhorst Unter den Augen von St. Anna

Die katholische Kirche St. Marien in Marhorst bekommt einen neuen Anstrich und neue Bänke. Spätestens an Weihnachten sollen dort wieder Gottesdienste gefeiert werden.
30.11.2021, 16:33
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Unter den Augen von St. Anna
Von Micha Bustian

Twistringen-Marhorst. St. Aloisius hat zugesehen, auch der heilige Heinrich. St. Anna war ebenso dabei wie die heilige Elisabeth. Überhaupt liest sich die Schar der Zuschauer prominent: St. Klara, St. Katharina, St. Theresa, St. Franziskus, St. Isidor und St. Bernhard. Sie alle haben verfolgt, wie die Kirche St. Marien in Marhorst von der Firma Josef Eichholz in Bad Laer renoviert wurde.

Nun ja, die aufgezählten Heiligen waren nicht persönlich vor Ort. Sie zieren als Buntglasfenster die Seiten des Kirchenschiffs. Ein echter Hingucker. Im Gegensatz zum Rest der Kirche. Der hatte schon bessere Zeiten gesehen. Deshalb engagierte die katholische St.-Anna-Gemeinde das Unternehmen, das schon die St.-Anna-Kirche in Twistringen vor einem Vierteljahr ausgemalt hatte (wir berichteten). "Da war es ein größerer Akt, weil da auch Wasserschäden zu beheben war", erinnert sich Pastor Joachim Kieslich.

Ab dem 8. Oktober konnten in der Kirche St. Marien keine Gottesdienste gefeiert werden. Denn: Das Gotteshaus musste leer geräumt werden, damit die Anstreicharbeiten beginnen können. Am 11. Oktober ging es los in Marhorst.  Für die Renovierung wurden zwei bis drei Wochen eingeplant. Eine Planung, die nicht haltbar war. "An Weihnachten soll sie aber auf jeden Fall fertig sein", hofft Joachim Kieslich.

Zwischenzeitlich sah die Kirche St. Marien in Marhorst innen fast aus wie eine Wohnung in einem Slum in Bogota. Spanholzplatten lagen auf dem Boden, die Holzbänke aus dem Jahre 1921 wurden zur Erinnerung an Bewohner aus dem Dorf verkauft, die Orgel war mit grauem Plastik verdeckt und der gekreuzigte Jesus hing unter Kunststofffolie vom Dach des Altarraums herab. Auch der Altar war vorsichtshalber von Plastik umhüllt worden. Ungemütlich sah es aus.

Um das zu ändern, wirbelten die Malergesellen Jan Freker und Touray Bangalley innen drin. War das Kirchenschiff noch eine ähnliche Arbeit wie in jedem normalen Wohnhaus, stellte sich die Bearbeitung der Wände und Decke des Altarraums als etwas kniffliger heraus. Die Verzierungen dort erforderten mehr Fingerspitzengefühl und waren nicht einfach mit der Rolle zu erledigen. Die Firma Firma Josef Eichholz ist auf solche Arbeiten aber spezialisiert, verriet Freker, "so etwas ist für uns Alltag". Der Altarbereich sei mit den Jahren etwas abgedunkelt. "Man hat der Kirche angesehen, das es nötig war."

Doch es wurde nicht nur gestrichen. Neue gebrauchte Holzbänke aus einer Kirchengemeinde nahe Osnabrück wurden erstanden, deren Sitzfläche deutlich angenehmer sein soll. Die Bänke lagen lange geschützt auf einer Hofstelle im Ort. Überhaupt packten die Bewohner ordentlich mit an, um "ihre Kirche" wieder auf Vordermann zu bringen. Selbst Küster Albert Schwarze, der gar nicht in Marhorst wohnt, meinte, "ein Wir-Gefühl" zu erkennen.

Die Kosten von fast 50.000 Euro teilen sich Kirchengemeinde, das Bistum Osnabrück und einige Spender. Und die nächste finanzielle Belastung wartet schon in Marhorst: die Orgelreinigung. "Das kann aber auch passieren, wenn die Gottesdienste wieder stattfinden", erklärt Joachim Kieslich.

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