Tag der Regionen in Twistringen Zu Fuß auf Entdeckungstour

Zum wiederholten Mal beteiligte sich auch die Stadt Twistringen am Tag der Regionen. Unter anderem konnten Besucher am Strohmuseum und an der St.-Anna-Kirche einige Attraktionen bestaunen.
04.10.2021, 16:08
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Von Peter Cordes / pco

Twistringen. Der Tag der Regionen soll die Zeit im Jahr sein, die alle regionalen Kostbarkeiten und Besonderheiten in den örtlichen Vordergrund stellt. So lässt es der Bundesverband der Regionalbewegung verlauten. Genau das tut der Tag der Regionen seit 1999 einmal im Jahr in den Tagen um den Erntedanksonntag. Die Initiative des Tages der Regionen fand seine Anfänge schon 1999 in Bayern und Nordrhein-Westphalen. Schnell gründete sich ein bundesweites Aktionsbündnis mit weit über 1000 Teilnehmern. Das Motto in diesem Jahr: "Der lange Weg zu kurzen Wegen."

"Ein fantastisches Programm"

Silke Perin kümmert sich im Twistringer Rathaus um die Öffentlichkeitsarbeit, und so war es ihr eine große Freude, elf Aktionen in den Ortschaften Twistringen, Mörsen, Stelle und Heiligenloh für den Tag der Regionen auf die Beine zu stellen. „So viel hatten wir noch nie. Landwirte, Kirchenmusiker, Bürgervereinsvorsitzende und viele mehr haben sich mit eingebracht, um den Tag zu einem Erlebnis werden zu lassen. Ein fantastisches Programm, eine echte Granate “, fasste Perin voller Freude zusammen. Neben dem Erntedankfest und dem Beginn des Twistringer Orgelherbstes in der St.-Anna-Kirche, der sich mit seiner Auftaktveranstaltung in den Regionenreigen Twistringens mit eingeordnet hatte, sowie dem Tag der Deutschen Einheit, hatte auch der Tag der Regionen in Twistringen ein großes Publikum bei allen angebotenen Aktionen.

Während Küster Stefan Hillmann die Menschen am Nachmittag bei zwei Kirchturmbesteigungen in der St.-Anna-Kirche zum Schwitzen brachte, hatten die Kinder und Jugendlichen auf dem Sportplatz in Heiligenloh ihr Arbeitspensum in der Mittagszeit schon absolviert. Aus den Kategorien Ausdauer, Schnelligkeit, Kraft und Koordination hatten sie sich jeweils eine Aufgabe, die sie erfüllen mussten, herausgesucht und die Hürde zur Verleihung des Sportabzeichens erfolgreich unter den strengen Augen von Sabine und Thomas Beuke und Hella und Franz Jürgens genommen. Während die jüngste Teilnehmerin gerade sechs Jahre alt war, konnte die 81-jährige Inge Ehlers bereits weit über 50 erfolgreiche Sportabzeichen nachweisen.

In der St.-Anna-Kirche gab es keine Urkunden, sondern lediglich Schweißperlen auf der Stirn und unheimlich viel Informationen über den Glockenturm der imposanten Kirche. Nach 124 hoch hinaus führenden Stufen in einem engen Treppengang konnten die Besucher einen Blick über die Dächer Twistringens wagen. Aber auch die vier Glocken, drei aus Stahl und eine aus Bronze, zogen viele anerkennende Blicke auf sich. Noch während es hoch hinaus und dann auch wieder herunter ging, beschallten die Klänge der Becker-Orgel den Kircheninnenraum. Die Künstlerin Mona Rozdestvenskyte spielte sich für das 17-Uhr-Konzert des Twistringer Orgelherbstes ein.

Die Besucher des Twistringer Tages der Regionen gingen auch zu Fuß auf Entdeckungstour in Heiligenloh oder dem Twuster Padd, machten Rast in der Gartenoase Bellersen in Mörsen oder informierten sich gleich gegenüber auf dem Milchhof Rasche über Milchvieh und Ackerbau.

Vom Ackerbau abgewandt

Von dem ursprünglichem Ackerbau und der Viehzucht im herkömmlichen Sinne hat sich Marco Stiens aus Stelle abgewandt. Mit seiner Frau Sina betreibt er heute auf seinem Hof den Garten- und Landschaftsbau. Von den vielen Angeboten machten die Besucher reichlich Gebrauch. Fast jeder hatte sich Obst, Gemüse oder ein paar Blumentöpfe eingepackt. Für die Kinder hatten sich die Eheleute Stiens etwas Besonderes ausgedacht: In Vorbereitung auf Halloween konnten Kinder mit ihren Eltern Fratzen in große Kürbisse schnitzen. Auch die Tiere von Stiens freuten sich über die Schnippelei, denn die Abfälle bekamen sie am Abend als Zubrot zum normalen Futter.

Bei der Ausrichtung jeglicher Feste und Veranstaltungen bildet das Museum der Strohverarbeitung am Kapellenweg in Twistringen immer einen besonderen Anziehungspunkt. Roswitha Karl und Ursula Bellersen führten die zahlreichen Besucher mit ihrem Rundgang durch das gesamte Gebäude, zeigten alte Ernte- und Bearbeitungsmaschinen im Zusammenhang mit der Strohverarbeitung. Während Bernhard Jürgens in einer Livevorführung Malotten – Strohummantelungen für Glasflaschen – an unterschiedlichen Maschinen fertigte, nähte Heike Paul für Henry und Justus Böckmann kleine Strohhütte für ihre Teddybären, die zu Hause bleiben mussten. Mutter Sibylle Böckmann staunte nicht schlecht, als ihre beiden Kinder voller Stolz die Errungenschaften zeigten, bevor die Drei nach Kaffee, Kakao und Kuchen den Tag der Regionen beendeten.

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