Fußball-Bezirksliga

Walter Brinkmann verlässt den SC Twistringen im Sommer

Nach nur einem Jahr gehen der SC Twistringen und Trainer Walter Brinkmann wieder getrennte Wege. Den Coach zieht es im Sommer zurück zu seinem Ex-Verein TuS Sulingen.
11.01.2019, 17:24
Lesedauer: 3 Min
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Von Thorin Mentrup
Walter Brinkmann verlässt den SC Twistringen im Sommer

Verlässt Twistringen im Sommer Richtung Sulingen: Walter Brinkmann.

Thorin Mentrup

Twistringen/Sulingen. Wenn die Fußballer des SC Twistringen am Sonntag am Lloyd-Challenge-Cup in Sulingen teilnehmen, dann ist es für Trainer Walter Brinkmann ein Besuch in der alten sportlichen Heimat, aber auch in der zukünftigen: Der Coach wird den SC Twistringen nach einer Saison im Sommer wieder verlassen, um zum TuS Sulingen zurückzukehren. Dort war er bereits von 2010 bis 2015 aktiv und führte den Verein in die Landesliga-Spitze, gewann den Bezirkspokal und nahm am NFV-Pokal teil. Beim TuS folgt Brinkmann auf Maarten Schops, der das Traineramt damals von ihm übernommen hatte. Die Twistringer müssen sich dagegen einen neuen Coach suichen.

Die Entscheidung sei ihm nicht leichtgefallen, betonte Brinkmann, der stets nur für ein Jahr zusagt. Er sprach von einem Luxusproblem: „Ich habe eine tolle Mannschaft in Twistringen, die sehr entwicklungsfähig ist und ihren Weg weitergehen wird, auch wenn ich nicht mehr da bin. Auf der anderen Seite kenne ich Sulingen natürlich noch. Ich war lange Jahre da und kenne den Verein und die Strukturen. Ich wäre gern geblieben, aber ich gehe auch gern nach Sulingen“, beschrieb der Coach die emotionale Zwickmühle, in der er steckte. Und was gab letztlich den Ausschlag für die Rückkehr zum TuS? „Vielleicht, dass ich mein Trainerdasein noch einmal etwas intensiver ausleben kann“, sagte der noch immer erfolgshungrige Coach mit Blick auf den größeren Kader des Landesligisten und dementsprechend auch auf den größeren Konkurrenzdruck.„Ich kann als Trainer mehr Reizpunkte setzen. Alles ist ein Stückchen professioneller“, verdeutlichte Brinkmann, der in Sulingen unter anderem auf einige Spieler treffen wird, die er am Stützpunkt unter seinen Fittichen hatte, unter anderem Marvin Rupp, am vergangenen Wochenende bester Spieler beim ersten Hallenmasters. Zeitgleich machte der Coach auch den Twistringern ein Kompliment: „Wie sich der Blick schon jetzt wieder nach vorn richtet, das ist beeindruckend.“

Frei von Enttäuschung waren die Verantwortlichen des SCT zweifelsohne nicht. „Wir hätten sehr gerne mit Walter weitergemacht“, sagte Stefan Funke, Fußballabteilungsleiter der Twistringer. Am Donnerstagabend erfuhr die Mannschaft davon, dass Brinkmann sich dem TuS anschließen wird. Dass der Coach aufgrund seiner sehr erfolgreichen Jahre wieder bei den Sulingern auf dem Zettel stand, nachdem Schops seinen Rücktritt angekündigt hatte, war für Funke naheliegend. „Die Verbindung ist natürlich noch da, das darf man nicht verkennen.“ Dass der TuS höher spiele und unter anderem dank seines Kunstrasenplatzes und seiner Finanzkraft andere Voraussetzungen habe als die Blaumeisen, sei nicht von der Hand zu weisen. Das Verständnis für Brinkmanns Schritt ist durchaus da, doch auf Trainersuche machen sich die Twistringer trotzdem nur ungern. Immerhin ermöglicht ihnen der frühe Zeitpunkt der Entscheidung, sich ohne Druck umsehen zu können. Zögern werden die Blaumeisen allerdings nicht. „Wir werden uns extern und intern nach Lösungen umschauen“, kündigte Funke an.

Den Weg, auf junge Spieler zu setzen, wollen die Twistringer ab Sommer auch ohne Brinkmann fortsetzen. „Eine Entwicklung ist schon jetzt zu erkennen. Es geht in kleinen Schritten voran“, ordnete Funke den Umbruch, den die Fußballer des Vereins vor dieser Saison vollzogen hatten, als Erfolg ein. Die zahlreichen Talente um Lennart Bors, Phil Brunkhorst, Maurice Künning und auch Christoph Harms seien bereits feste Größen. Die Mannschaft habe viel Potenzial. „Wir bieten eine Perspektive“, lautete Funkes Einschätzung. Das dürfte den SCT für Nachfolgekandidaten interessant machen. Vorerst aber setzen die Blaumeisen weiter auf ihr Gespann an der Seitenlinie um Walter Brinkmann und Thomas Thiede setzen.

Auf seine zukünftigen Spieler wird Brinkmann mit den Twistringern am Sonntag übrigens nicht treffen. Beim Turnier des Stadtrivalen FC Sulingen spielt aber die Landesliga-Reserve mit. Dort ist Mustafa Cali Trainer – ein guter Bekannter Brinkmanns, der laut Ralf Knake, Abteilungsleiter des TuS, wohl in der kommenden Woche verlängern wird. Sulingen hat dann Planungssicherheit. Anders als der SCT, der aber den Blick nach vorn richtete: „Wir wollen die perfekte Rückrunde spielen“, kündigte Brinkmann an, für einen weniger schmerzhaften Abschied zu schuften. Vielleicht gebe es auf lange Sicht ein Wiedersehen: „Irgendwann spielen beide Vereine vielleicht mal in der Landesliga.“

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