Zeltlager der Kreisjugendfeuerwehr Neun Tage ohne Eltern

Viel Gelächter ist auf dem 22 Hektar großen Gelände des Zeltlagers der Kreisjugendfeuerwehr in Ströhen bei Wagenfeld zu hören. Fröhliche Kinder und Jugendliche rennen und toben über die Wege.
30.06.2010, 05:00
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Von Julia Soostmeyer

Viel Gelächter ist auf dem 22 Hektar großen Gelände des Zeltlagers der Kreisjugendfeuerwehr in Ströhen bei Wagenfeld zu hören. Fröhliche Kinder und Jugendliche rennen und toben über die Wege. 54 Ortsfeuerwehren aus dem Landkreis Diepholz nehmen am Zeltlager teil. Fünf Gastjugendfeuerwehren sind in diesem Jahr ebenfalls mit von der Partie.

Überall sind Planschbecken zu sehen, und wer keins hat, behilft sich mit Wasserbomben, die fleißig aufgefüllt werden und dann per Mülltonne ins eigene Lager befördert werden. Das größte Kreiszeltlager im Land Niedersachsen hat einiges zu bieten. Es fällt schwer, bei so vielen Eindrücken einen Anfang zu finden.

In rund 700 Zelten übernachten die zehn- bis 18-jährigen Teilnehmer. 1758 an der Zahl. Davon sind 884 Jungs, 492 Mädchen und 382 Betreuer. 'Die Anzahl der Mädchen steigt immer mehr. Das freut uns, denn es ist nicht mehr so das Männerding wie früher', erklärt der Lagerleiter des Kreisfeuerwehrverbandes des Landkreises Diepholz, Matthias Thom.

Um Punkt 7.30 Uhr ist Weckzeit, denn das Frühstück beginnt um 8 Uhr. In Gruppen aufgeteilt, die nacheinander aufgerufen werden, strömen die hungrigen Blauröcke in das große Multifunktionszelt, in dem abends die verschiedensten Veranstaltungen stattfinden. Das Küchenpersonal hat bei der Anzahl an Personen jede Menge zu tun. Um 6 Uhr beginnen die Vorbereitungen mit dem Anmischen von rund 400 Liter Kakao. Brötchen und Aufschnitt werden bereitgestellt, bis die ersten müden Gesichter erscheinen. Beim Kochen der Mittagsmahlzeit geht es dann in der Lagerküche richtig rund und die Kochlöffel werden geschwungen. 'Heute haben wir etwa 200 Kilogramm Rotkohl, 300 Kilogramm Fleisch und Kartoffelpüree nach Bedarf verarbeitet', erzählt Chefkoch Heinrich Nordmann. Er ist seit Beginn der Zeltlager vor 30 Jahren im Küchenteam, das heute aus etwa 20 Köchen besteht. 'Etwa zehn von uns machen das aus Spaß in unserem Urlaub', erzählt er. Bei den Außentemperaturen ist das eine echte Meisterleistung. Im Zelt

ist es nämlich noch wärmer, und die Öfen und Herde erhitzen die Luft noch zusätzlich. Abkühlung ist lediglich in einem der drei Kühlcontainer zu finden. Der Feierabend kann erst gegen 20 Uhr nach dem Abendessen eingeläutet werden.

Nach dem Frühstück geht es dann auf den Sportplatz, wo jeden Tag Wettkämpfe ausgetragen werden: Volleyball, Völkerball oder Indiaca - ein Spiel mit einem Softball, an dem Federn befestigt sind. Dieser wird mit der flachen Hand geschlagen. Die Teilnehmer sind in Gruppen aufgeteilt, je nach Alter und Geschlecht. Die erfolgreichsten Gruppen verbringen viel Zeit beim Sport, wohingegen diejenigen, die früh ausgeschieden sind, ihre Freizeit mit etlichen anderen Aktivitäten gestalten können. 'Wem hier langweilig wird, ist selbst schuld', sagt Lagerleiter Thom.

Und er hat Recht: Ob Draisine fahren, Basteln, Trampolinspringen oder einfach nur Faulenzen, das Angebot ist weitreichend. 'Uns gefällt es hier im Workshop-Zelt am besten', erzählen Josephine und Josefine von der Jugendfeuerwehr Wagenfeld. 'Es gibt tolle Bastelideen und wir sind fast jeden Tag hier. Das Abendprogramm finden wir auch so schön.' Im Workshop-Zelt wurde auch fleißig an dem diesjährigen Maskottchen gebastelt, das am Ende dem Veranstalter zu Gute kommen soll.

Ein Bootswettkampf auf der Großen Aue sorgt ebenfalls für viel Begeisterung: 'Der war super', finden Sören und Clemens aus Bassum. In einem Punkt sind sich aber alle einig: 'Es ist schwer, sich bei den vielen Möglichkeiten für ein Angebot zu entscheiden. Und was man am besten findet, ist auch schwer zu sagen. Spaß hat man hier überall.' Linda aus Goldenstedt schlägt sich indessen wacker auf dem elektrischen Bullen beim Rodeoreiten. 'Ich reite sonst auf einem buckligen Pferd. Das fühlt sich genauso an und deshalb kann ich das ganz gut', erzählt sie, nachdem sie nicht abzuwerfen war.

Ruhe auf dem Zeltplatz kehrt erst ab 22.30 Uhr ein, denn das Abendprogramm sorgt auch zu später Stunde für genügend Unterhaltung. Sketche werden von den Lagergruppen aufgeführt, und Karaokesingen sorgt für viel Stimmung im Gemeinschaftszelt. Auf die Disco am Mittwochabend freuen sich schon viele Teilnehmer. Aber auch die Fußballfans kommen nicht zu kurz: Unter einem Zirkuszelt ist eine Leinwand aufgebaut. Dort werden die wichtigen Spiele der deutschen Nationalmannschaft übertragen. Ein Vuvuzela-Verbot wurde verhängt, um die Anwohner aber auch die Lagerteilnehmer vor den nervig-schrillen Tönen zu bewahren. 'Das haben wir schon vorab verkünden lassen, damit erst gar keine mitgebracht werden', erklärt Matthias Thom mit einem Grinsen im Gesicht.

'Es ist geil, cool, toll und vor allem gibt es hier keine Eltern', freuen sich Tessa, Jasmin und Nadine von der Jugendfeuerwehr Diepholz . Bis Sonntag, 4. Juli, können sie ihre Zeit noch voll und ganz auskosten.

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