Streetwatcher polieren Autos auf Hochglanz

Vom Street-Watcher zum Street-Washer

Die Weyher Streetwatcher haben am Wochenende an einer Kirchweyher Tankstelle Autos gewaschen - und dafür Spenden erhalten.
19.09.2021, 15:04
Lesedauer: 2 Min
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Von Femke Liebich

Weyhe-Kirchweyhe. 21 Autowäschen in rund 120 Minuten. Dass der Sonnabend nach wie vor der beliebteste Tag ist, um das eigene Auto auf Hochglanz polieren zu lassen, wurde an diesem Wochenende mehr als deutlich. Wie gut, dass das Team der Classic-Tankstelle in Kirchweyhe dieses Mal tatkräftige Unterstützung erhalten hat. Die Weyher Streetwatcher griffen anlässlich des sogenannten Vorwaschtages selbst zu Hochdruckreiniger und Ledertuch und freuten sich im Gegenzug über Spenden.

Hintergrund des etwas anderen Streetwatcher-Einsatzes in der Waschstraße ist eine 30-tägige Spendenaktion, die an diesem Wochenende Bergfest feierte. „Es hat mittlerweile schon Tradition, dass wir alle zwei Jahre im September an unseren Stationen in Kirchweyhe und Hoya für jede verkaufte Autowäsche einen Euro an einen Verein aus der Gemeinde Weyhe spenden. Beim letzten Mal war es die DLRG und in diesem Jahr sind es Streetwatcher“, berichtete Classic-Stationsleiterin Anke Diederichs.

Gerade zur richtigen Zeit

„So langsam wird der Arm doch etwas schwer“, merkte Chantal Seidel an. Die 26-Jährige war für die erste Schicht eingeteilt und für die Vorwäsche zuständig. Mit einem Hochdruckreiniger spritzte sie die einzelnen Autos ab, bevor sie anschließend das komplette Waschprogramm erhielten. Ihre Streetwatcher-Mitstreiterin Julia Köllmer war anschließend fürs „Abledern“ eingeteilt. Mit dem Ledertuch sorgte sie unter Anleitung von Lennart Hilgenberg und Jacques Botes vom Tankstellen-Team dafür, dass die Scheiben am Ende des Waschgangs von allen Wassertropfen befreit wurden.

Für die Ehrenamtlichen in den roten Sweatshirts, die regelmäßig an den Wochenenden ab 21 Uhr unterwegs sind, um an öffentlichen Plätzen den Kontakt zu Jugendlichen suchen und sich dafür einsetzen, Vandalismus und Ruhestörungen zu minimieren, kommt diese Aktion gerade zur richtigen Zeit. Laut Gemeindejugendpfleger Carsten Platt seien aufgrund von Corona zuletzt zahlreiche Veranstaltungen wie Weyhe total oder die Vatertagsparty auf dem Marktplatz ausgefallen, auf denen die Streetwatcher ansonsten regelmäßig Präsenz zeigen. Deshalb nutzten sie den Aktionstag umso mehr, um sich und ihre Arbeit vorzustellen. Dazu hatten sie vor der Waschstraße einen Wartebereich mit einem Quiz, einem Wurfspiel und kreativem Zubehör zum Fertigen von Buttons vorbereitet. Kurzweiliges Entertainment eben, mit dem sich die Autofahrer und deren Kinder die Wartezeit verkürzen konnten, bis sie ihr frisch gewaschenes Auto wieder in Empfang nahmen.

856 Einsatzstunden in 2020

Aktuell besteht das Team der Streetwatcher aus 20 Ehrenamtlichen. Im vergangenen Jahr – ihrer mittlerweile 13. Saison – absolvierten die Freiwilligen insgesamt 856 Einsatzstunden. „Im Verhältnis zur Vor-Corona-Zeit war es zuletzt aber eher ruhig. Viele Jugendliche sind verunsichert und wissen gar nicht, ob und mit wie vielen sie sich gerade treffen dürfen. Als Konsequenz ziehen sich viele eher zurück“, berichtete Carsten Platt von seinen jüngsten Eindrücken. Er sieht den Aktionstag zugleich als Möglichkeit, um mit Weyher Bürgern ins Gespräch zu kommen. „Vielleicht hat ja jemand noch einen Hinweis, wo wir zusätzlich zu den bekannten Plätzen an den Schulen, der Skaterbahn, dem Mühlenkamp-Gelände, und an der Alten Weser mal nach dem Rechten schauen sollten“, sagte er.

Erfahrungsgemäß können sich die Vereine laut der Classic-Stationsleiterin am Ende des Spendenmonats über eine Summe von mindestens 700 Euro freuen. An Ideen, wofür sie das Geld einsetzen könnten, mangelt es den Streetwatchern nicht. „Wir können uns eine gemeinsame Teambuilding-Maßnahme ebenso wie einen Vortrag mit einem Fachreferenten vorstellen“, kündigte Carsten Platt an.

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