Arbeitsgruppe will sich treffen

Die nächste Runde für Weyher Gewässer

Geringer Niederschlag, hohe Verdunstung, Grundwasserentnahmen: Gewässer in Weyhe sind von Trockenheit bedroht. Die im Mai 2020 gegründete Arbeitsgruppe nimmt sich des Themas an und plant ein weiteres Treffen.
17.02.2021, 18:09
Lesedauer: 2 Min
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Von Maike Plaggenborg
Die nächste Runde für Weyher Gewässer

Aus 230 Metern geradem Flusslauf der Hache hat der Weyher Nabu in 2017 einen 380 Meter langen mäandrierenden, also schlängelnden, Abschnitt hergestellt. Das kommt unter anderem Laichhabitaten zugute.

Vasil Dinev

Weyhe. Geringer Niederschlag, hohe Verdunstung, noch dazu Grundwasserentnahmen: „2019 war das krasseste Jahr“, sagt Thomas Brugger, Chef der Weyher Ortsgruppe des Naturschutzbundes (Nabu). Da fiel erstmals der Hombach trocken, auch den Mühlenbach hatte es kurzzeitig getroffen, ebenso die Hache. Für die hatte sich der Nabu bereits engagiert im Zuge der Renaturierung eines Teilstücks. Seit der Gründung im Mai vergangenen Jahres ist Brugger auch Teil der Arbeitsgruppe (AG) Gewässererhaltung, die sich eben jene auf die Fahne geschrieben hat. Dort sitzt er in einer Reihe mit Vertretern aus Verwaltung, Politik und Wasserwirtschaft. Coronabedingt ausgebremst will die AG in Kürze ihre Arbeit fortsetzen.

Damit blieb es zunächst bei einer ersten Kennenlernrunde der Akteure, wie Brugger sagt, doch ein nächstes Treffen ist bereits in Vorbereitung, sagt Steffen Nadrowski, Leiter des Fachbereichs für Gemeindeentwicklung und Umwelt bei der Weyher Verwaltung. Nicht nur den Zeitpunkt betreffend – es ist voraussichtlich für April/Mai im Online-Format angesetzt – sondern auch inhaltlich.

Für weitere Gespräche zur Erhaltung der Weyher Gewässer braucht es Daten. Die hat, so Nadrowski, die Verwaltung inzwischen abgefragt. Beispielsweise Daten darüber, wie viel Grundwasser an verschiedenen Brunnenstandorten entnommen wird. „Im Rahmen des Beweissicherungsverfahrens für mehrere Gewässer, insbesondere großes und kleines Moor, Hache und Lahauser Moor, sind die Harzwasserwerke verpflichtet“, diese an die Untere Wasserbehörde zu liefern, sagt der Fachbereichsleiter.

Dazu habe die Verwaltung das Monitoring an gemeindeeigenen Gewässern ausgewertet. Dabei gehe es eben um jene Entnahmen aber auch die Grundwasserentwicklung. „Darüber hinaus hat die Untere Wasserbehörde im Jahr 2020 ein ökologisches Gutachten zum Zustand der beobachteten Biotope angefordert“ – wegen extremer Witterungsverhältnisse mit großer Trockenheit.

Insbesondere auf die Wasserentnahme durch die Harzwasserwerke fällt der Fokus immer wieder. Sie ist für Brugger „ein gravierender Punkt, den ich kritisiere“, sagt er. Insbesondere der Hombach und die beiden Moore seien da Sorgenkinder. Denn sie sind auch grundwassergespeist, der Bach teilweise.

Damit sind solche Gewässer insbesondere davon bedroht, trocken zu fallen, sagt Nadrowski, auch dann, wenn sie im Einzugsbereich von Brunnen liegen. Doch das ist nicht der einzige Faktor, der die Weyher Gewässer negativ beeinflusst. „Darüber hinaus gibt es jedoch zahlreiche weitere Faktoren, die die Gewässer beeinflussen: Dies sind zum Beispiel geringer Niederschlag, hohe Verdunstungsraten, Vegetation, Einleitung von Regenwasser und so weiter“, sagt Nadrowski.

Sein Ansatz für eine Lösung: „Zusätzlich zum langfristigen Umsteuern im Bereich des Klimaschutzes und des Trinkwassers müssen weitere Ansätze gefunden werden, mit denen auch kurzfristig etwas erreicht werden kann.“ Wie die Untersuchungen der vergangenen Monate ergeben hätten, bestehe dabei aber ein „grundsätzlicher Konflikt, der zunächst ausgeräumt werden muss: Das Gesetz schreibt die dezentrale Versickerung von Regenwasser vor, für die Gewässerökologie wäre aber eine kontinuierliche gedrosselte Einleitung besser“, sagt Nadrowski und erhofft sich von der Expertenrunde, „diese rechtlichen und technischen Fragen gemeinsam anzugehen“.

Thomas Brugger hofft auf eine finanzielle Beteiligung der Harzwasserwerke, um konkrete Dinge umzusetzen, die Nadrowski zufolge grundsätzlich innerhalb der Arbeitsgruppe entwickelt werden sollen. „Grundsätzlich geht die Gemeinde davon aus, dass es auch zu entsprechenden Kostenteilungen kommen wird“, sagt er über bevorstehende Vorhaben.

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