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Auf ganzer Linie ernüchternd

Der TuS Sudweyhe knüpft gegen den TSV Wetschen zu keiner Zeit an den guten Pokalauftritt an und verliert mit 0:1. Den Grün-Weißen gelingt nahezu nichts.
04.08.2019, 19:38
Lesedauer: 3 Min
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Von Thorin Mentrup
Auf ganzer Linie ernüchternd

Sudweyhes Sturmtalent Justin Pakleppa (am Ball) hatte einen schweren Stand.

Thorin Mentrup

Das hatten sich Spieler und Verantwortliche des TuS Sudweyhe sicherlich ganz anders vorgestellt: Nach der 0:1 (0:1)-Niederlage gegen den TSV Wetschen stehen die Grün-Weißen nach dem ersten Spieltag der neuen Bezirksliga-Saison ohne Zähler da. Eine Pleite gegen einen der Topfavoriten auf die Meisterschaft ist aus Sudweyher Sicht zwar kein Beinbruch, allerdings enttäuschten die Gastgeber mit der Art und Weise ihres Auftritts. „Das war mau – sehr, sehr mau“, stellte auch Trainer Christian Mach durchaus ernüchtert fest.

Dass sich die Sudweyher eine knappe Woche zuvor beim 1:2 gegen Wetschen im Pokal noch besser präsentiert hatten, daraus macht der Coach keinen Hehl. Was ihn richtig wurmte: Seine Mannschaft konnte an den durchaus vielversprechenden Auftritt zu kaum einer Zeit anknüpfen. Am Ende stand erneut eine Niederlage, aber eine, die wesentlich mehr Rätsel aufgab. Der TuS fand gar nicht erst in die Begegnung hinein. „In der ersten Halbzeit war nichts von dem zu sehen, was in der letzten Woche da war“, vermisste Mach Präsenz, Laufbereitschaft und das nötige Zweikampfverhalten – Grundlegendes also. Seltsam lethargisch wirkten die Gastgeber. Dass Wetschen die längeren Ballbesitzphasen hatte, war zu erwarten. Allerdings war es wohl kaum Teil des Sudweyher Plans gewesen, so wenig Zugriff im Mittelfeld zu haben. Allzu oft konnten die Gäste ihr Spiel in Ruhe aufbauen. Lars Schulze konnte schalten und walten, wie er wollte, entweder den Ball verteilen oder sich auch mal zwischen den Linien aufhalten.

Wetschen spielte durchaus geduldig. Die Mannen von Trainer Thomas Otte wurden nicht nervös, auch wenn sie selbst eine gewisse Zeit brauchten, um sich die ersten Möglichkeiten zu erspielen. Wie sich die Sudweyher ihr Offensivspiel vorgestellt hatten, blieb lange ein Rätsel. Immerhin ging es einmal schnell, als Maik Behrens mehrere TSV-Akteure beschäftigte und dann den Justin Pakleppa bediente, der allerdings von Moritz Thölke zu weit abgedrängt wurde, um einen vernünftigen Abschluss zustande zu bringen. Szenen wie diese hatten allerdings Seltenheitswert. Sudweyhe wirkte verunsichert, spielte oft in die Breite oder nach hinten. Torhüter Jannik Theiß und die Innenverteidiger Jan-Ove Bäker und Jendrick Meissner dürften am Ende die wohl meisten Ballkontakte gesammelt haben. Erstaunlich, wie viele Angriffe der TuS abbrach, darunter auch die eine oder andere Situation, aus der sich der eine Konter hätte entwickeln können. „Das war nicht das, was wir zeigen wollten“, stellte Mach unmissverständlich klar, dass er mit dieser Leistung weder gerechnet hatte noch mit ihr zufrieden war. Der Optimismus, der vom guten Pokalauftritt übrig hätte sein sollen, schien mit dem Anpfiff verflogen.

Die Zuversicht schrumpfte nach dem Rückstand noch weiter. Omar Ceesay erzielte in der 27. Minute den Treffer des Tages: Nachdem Torge Rittmeyer ihn steil geschickt hatte, ließ sich der Angreifer die Gelegenheit frei vor Theiß nicht entgehen. Der TSV schlug mit seiner ersten großen Gelegenheit zu. Kurz darauf hätte Finn Raskopp, der schon im Pokal zweimal getroffen hatte, beinahe den zweiten Treffer nachgelegt, doch seinen Kopfball entschärfte Theiß klasse (29.). Die Antwort der Sudweyher ließ auf sich warten. Letztlich sogar bis in den zweiten Durchgang hinein. Mit Tobias Hall und Pascal Feldmann wechselten die Gastgeber zweimal und erhofften sich vor allem von Hall mehr Impulse im Spiel nach vorn. Die beste Gelegenheit aber hatte Offensivkollege Behrens, der nach einem Angriff über die linke Seite frei zum Abschluss kam, aber den Ball neben den Kasten setzte. Mit mehr Ruhe – und vielleicht auch durch einen Zuruf seiner Mitspieler darauf hingewiesen – hätte er das Spielgerät sogar annehmen können (57.). Anders als Wetschen traf Sudweyhe nicht mit der ersten richtigen Chance.

Genau diese Effektivität hätte es allerdings gebraucht, um den TuS aufzuwecken. Im zweiten Durchgang war er etwas lebendiger, investierte mehr gegen die Gäste, die etwas nachließen, das Geschehen aber überwiegend ohne allzu große Mühe verwalteten. Sudweyhe stellte sie zu selten über längere Phasen vor größere Probleme. Letztlich wurde es nur noch ein einziges Mal richtig brenzlig für Wetschen, als ein langer Ball bei Hall landete, der sich gut behauptete und abzog. TSV-Torhüter Tim Becker war bereits geschlagen, doch Amadou Jallow sprang seinem Schlussmann zur Seite und entschärfte die Situation. Ein richtiger Sturmlauf der Grün-Weißen entwickelte sich nicht mehr. Wetschen brachte den Sieg recht ungefährdet über die Zeit, während der TuS über weite Strecken komplett enttäuschte.

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