Bandcontest in Kirchweyhe Indie-Rock-Duo gewinnt Bandcontest

Die Jury hat entschieden: Mit Letterbox Salvation darf ein Oldenburger Duo das Festival "Aufmucken gegen Rechts" eröffnen. Beim Bandcontest am Jugendhaus Trafo in Kirchweyhe setzten sich die beiden durch.
22.05.2022, 17:11
Lesedauer: 2 Min
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Von Niklas Golitschek

Weyhe-Kirchweyhe. Das Line-up für das Festival "Aufmucken gegen Rechts" 2022 steht fest. Mit dem Gewinner des Bandcontests ist nun klar, wer nach zwei Jahren Corona-Pause die Veranstaltung auf dem Leester Mühlenkamp-Gelände am 2. Juli eröffnen wird: Unter den fünf Teilnehmern überzeugte die Jury das Indie-Rock-Duo Letterbox Salvation aus Oldenburg.

Leicht hatte es die Jury an diesem Abend allerdings gewiss nicht. An jedem der jeweils 20 Minuten langen Auftritte habe ihnen etwas gelegen. Eigentlich gebe es daher fünf Gewinner, ließ das Team verlauten. Nur musste es eben am Ende entscheiden, wer den Platz auf der Bühne bekommt und wem die Freikarten als Dankeschön für die Teilnahme am Bandcontest zustehen würden.

Erschwert wurde das Auswahlverfahren durch die Vielfalt des musikalischen Angebots, das die fünf Bands und Solokünstler auf der Bühne vor dem Jugendhaus Trafo in Kirchweyhe präsentierten. Da war etwa die junge Gruppe Insomnia aus Bremen, die ihrem Publikum mit rockigen Tönen einheizte und es zum Tanzen animierte. Auch bei den anderen Acts tanzten, klatschten und feierten die fünf Mitglieder kräftig mit und bereicherten den Bandcontest abseits der Bühne mit ihrer Präsenz. Damit verkörperten sie auch den Sportsgeist des Wettbewerbs: Respekt und solidarisches Miteinander.

Hip-Hop-Künstler Roy the Boi legte als Lokalmatador aus Syke den politischsten Auftritt hin. Wortstark besang er den Antifaschismus, sprach sich gegen die Politik der AfD und jede Form der Nazi-Propaganda aus. Allein mit dieser Haltung würde er als Dauergast beim Aufmucken taugen. Zumal er für einen „aggressiven Humanismus“ einsteht und damit meint, sich aktiv für Menschenrechte einzusetzen. Nur konsequent, dass er in seinen Liedern auch die unterdrückte kurdische Bevölkerung in der Türkei oder den Völkermord in Srbrenica in Bosnien und Herzegowina bedachte.

Über den ersten Gig mit Publikum freute sich die Band Thee Engine und zeigte bei dieser Premiere gleich, was für eine Bereicherung sie auf der Bühne ist. Mit ihrer Rockmusik trafen die Bremer Musiker den Nerv des Weyher Publikums und holten sich einen kräftigen Applaus ab.

Einen Heimvorteil genoss dagegen Ameel Hotaky. Die 17-jährige Solokünstlerin mit ihrer Loopstation ist in Weyhe ein vertrautes Gesicht, doch erfreut sie ihre Zuhörer jedes Mal erneut mit ihren selbst erlernten Fähigkeiten im Songschreiben, mit Gitarre, Gesang und eben den Schleifen, die sie auf der Bühne live einspielt und gekonnt zu nutzen weiß. Auch von zwischenzeitlichen Regentropfen ließ sie sich nicht aus der Ruhe bringen, sondern spielte einfach passende Titel aus ihrem Repertoire dazu.

Auf die eigene Art hätte also jeder der Teilnehmer das Aufmucken-Festival bereichert. Von einem „coolen Potpourri“ sprach auch Daniel Bremer, der mit Partner Alex Schlüter nun den Platz erhalten hat. Seit 2013 gemeinsam auf der Bühne war es für Letterbox Salvation auch der erste Bandcontest seit fast zehn Jahren. Sie waren also die Routiniers am Jugendhaus. „Aber alle Bands hatten zwei Jahre Pause, wir freuen uns über jede Bühne“, merkte Bremer an. Zumal das Duo mit dem jüngsten Album einen ungünstigen Zeitpunkt erwischte: Mit der Veröffentlichung im November 2021 folgten erneute Kontaktbeschränkungen und Terminabsagen. „Jetzt können wir das endlich mal unter die Leute bringen“, freute sich Schlüter über den verspäteten Bühnenstart.

Zumal auch das Duo politisch klar Stellung bezieht, jüngst auch Benefizkonzerte für die Ukraine-Hilfe spielte. „Wir haben mega Bock auf Aufmucken“, betonte Daniel Bremer. Für die gute Sache und so einen wichtigen Zweck aufzutreten, sei den beiden immer ein Anliegen. Jetzt auf der gleichen Bühne wie Headliner Kettcar zu stehen, sei zudem eine Ehre. Worauf sich das Publikum nun freuen darf? „Neue Songs und Feuerwerk“, verspricht Alex Schlüter.

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