Vollsperrung in Leeste vom 13. bis 16. August

Bauarbeiten laufen planmäßig mit leichter Verzögerung

Trotz leichter Verzögerungen: Die Bauarbeiten an der Leester Straße sind im Zeitplan, sagt der zuständige Stadtplaner Christian Silberhorn. Schwierigkeiten zeigten sich bisher allerdings bei Verkehrsverstößen.
04.08.2021, 17:52
Lesedauer: 3 Min
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Bauarbeiten laufen planmäßig mit leichter Verzögerung
Von Maike Plaggenborg
Bauarbeiten laufen planmäßig mit leichter Verzögerung

Aktuell wird der Verkehr in Richtung Brinkum über die linke Fahrbahn durch die Baustelle geleitet.

Vasil Dinev

Weyhe. Die erste Phase der Bauarbeiten an der Leester Straße auf Höhe der Ladestraße ist bereits erledigt und die gesperrte Durchfahrt weiter in Richtung Leeste inzwischen auf die linke Fahrbahn verlegt. Als nächstes kommt eine kurzzeitige Vollsperrung. Begleitet wird das Vorhaben seit Beginn Ende Juni von Unmut von Anwohnern und von der "mutwilligen" Missachtung von Verkehrsregelungen, wie Christian Silberhorn, der für das Projekt im Ortskern Leeste zuständige Stadtplaner, berichtet.

Wie geplant, ist die Spur für die freie Durchfahrt Richtung Brinkum in der vergangenen Woche auf die linke Fahrbahn verlegt worden. Nun gehe dort der Tiefbau weiter. Der Gehweg gegenüber der Ladestraße ist bereits fertig. Ob die Arbeiten im Zeitplan liegen? "Ja und nein", sagt Silberhorn. Es gebe kleinere Verzögerungen, weil währenddessen "Leitungen unterschiedlichster Art" gefunden wurden. Völlig normal bei Bauarbeiten dieser Art, wie der Stadtplaner sagt. Dabei würden immer wieder welche gefunden, die in den vergangenen 100 Jahren ins Erdreich gelegt worden seien, die aber in keinem Plan verzeichnet sind. In diesem Fall handelte es sich um eine Gasleitung, die nicht eingezeichnet gewesen sei und eine solche stelle mitunter auch eine Unfallgefahr dar. Deshalb müsse beim Fund solcher Leitungen geprüft und auch Rücksprache mit dem Versorger gehalten werden. Das kostet Zeit. Allerdings: "Das führt nicht zu einer Verzögerung der Gesamtmaßnahme", so Silberhorn.

Nerven kostet die Baustelle offenbar die Verkehrsteilnehmer. Trotz der ordnungsgemäß eingerichteten Umleitung gebe es "mutwillige Verkehrsverstöße". Demnach ist die Baustelle an der Leester Straße, die während der Arbeiten in Richtung Brinkum befahrbar bleibt, bereits mehrfach, auch mit hoher Geschwindigkeit, in der falschen Richtung durchfahren worden, obwohl es eben eine Einbahnstraßenregelung gibt. "Ich kann das schlichtweg nicht begreifen", sagt Silberhorn, der dabei sowohl für diejenigen Verkehrsteilnehmer wie auch alle anderen und nicht zuletzt auch für die Bauarbeiter eine Gefahr dort sieht. Da könne man nur an die Vernunft der Menschen appellieren. Denn die Kontrollmöglichkeiten der Polizei sind zeitlich begrenzt, auch wenn diese eine höhere Präsenz dort ankündigte.

Die Versuche vieler Autofahrer zu Beginn der Arbeiten Ende Juni, Abkürzungen durch Wohngebiete zu nehmen statt über die ausgeschilderte Umleitung zu fahren, hätten dem Stadtplaner zufolge inzwischen abgenommen. "Das hat auch zu Verstimmungen geführt", sagt Silberhorn über Rückmeldungen – mehr oder weniger vehemente – von Anwohnern, insbesondere auch des Betreibers eines Hotels nahe dem Busplatz, der wiederum Beschwerden seiner Gäste über viele und zu schnell vorbeifahrende Autos bekam. "Anfangs war das ganz schlimm", blickt Silberhorn zurück. Dann habe die Gemeinde die Straßen nach dem Busbahnhof noch deutlicher abgesperrt. Grundsätzlich ließe sich der Verkehr einer Kreisstraße nicht durch ein Wohngebiet umleiten, aber "wenn einer das mutwillig macht, dann ist das so".

"Eine besondere Last zu tragen" hätten allerdings der Döner-Imbiss und das Nagelstudio sowie der Kiosk samt Paketshop auf der gegenüberliegenden Straßenseite an der Ecke Ladestraße. Der Imbiss und das Nagelstudio allerdings könnten über den Kurzen Weg angefahren werden, über den die Parkplätze beider Gewerbetreibender zu erreichen seien. Zudem habe die Gemeinde eine Lösung gefunden, damit die Paketdienste den Kiosk beliefern können, wie Silberhorn weiter sagt. Insgesamt werde mit den Beteiligten wegen der Einschränkungen "ganz eng kommuniziert".

Schwierigkeiten ergeben sich dem Stadtplaner zufolge bei Baumaterialien. Die seien teilweise gar nicht zu bekommen und mitunter zu überhöhten Preisen. Ebenfalls eine Hürde stellen Auswirkungen der Pandemie dar. "Am meisten behindert Corona unser Tun", sagt Silberhorn mit Blick auf die durch die Arbeit im Homeoffice erschwerte Kommunikation innerhalb der nahezu allen beteiligten Fachbereiche in der Verwaltung. Die Besprechung eines Bauplans im Format A 0 sei am Bildschirm schwierig und "nicht zielführend". Der müsse zusammen angeschaut und besprochen werden. Aber: "Wir hoffen, dass sich das jetzt normalisiert".

Ab Freitag, 13., bis einschließlich Montag, 16. August, steht dann die nächste Bauphase an. Für die Zeit wird die Leester Straße voll gesperrt, weil dann eine neue Asphaltschicht aufgetragen werden soll. Die müsse, so Silberhorn, in einem Stück aufgebracht werden. Die Sperrung sei "bedauerlich, lässt sich aber technisch nicht verhindern".

Auftraggeber der Arbeiten ist die Famila-Handelsmarkt Kiel GmbH & Co. KG, für deren Marktneubau durch die Arbeiten eine Linksabbiegerspur zur Ladestraße aus Brinkum kommend eingerichtet und die Ladestraße ausgebaut werden sollen. Die Bauarbeiten dort "laufen nach Plan", teilt Sprecherin Solveig Hannemann auf Anfrage mit. Die Dachdeckung sei fast abgeschlossen. Im Gebäude würden derzeit Elektronik, Lüftung, Sanitär und Heizung installiert. Im Außenbereich sei bereits etwa die Hälfte der Stellplatzanlage gepflastert. Dort sollen rund 170 Parkplätze "in Komfortbreite von 2,80 Metern" entstehen. Die Eröffnung des Famila-Marktes ist –Stand jetzt – für Mitte/Ende November geplant.

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