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Blick des SC Weyhe geht in Richtung Landesliga

Das behaupten, was man hat – und mehr: Das bedeutet im Fall des SC Weyhe nur eins: Der Bremer Bezirksligist nimmt den Aufstieg ins Visier.
16.08.2019, 16:44
Lesedauer: 3 Min
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Von Thorin Mentrup
Blick des SC Weyhe geht in Richtung Landesliga

Der SC Weyhe will am Ende der Saison jubeln – und zwar über den Aufstieg in die Landesliga.

Thorin Mentrup

Eigentlich liegt es auf der Hand, dass der SC Weyhe in der an diesem Wochenende beginnenden Saison der Bremer Fußball-Bezirksliga auf die Landesliga schaut. „Verschlechtern will sich schließlich niemand. Wir wollen das behaupten, was wir haben – und mehr“, sagt Harald Meyer, der den SCW gemeinsam mit Dennis Lingnau trainiert. Und nach Rang drei im Vorjahr bleibt dementsprechend nur die Meisterschaft oder Rang zwei – und damit der Sprung in die nächsthöhere Spielklasse.

Seit knapp zwei Wochen ist die Welt bei den Weyhern wieder in Ordnung: „Es ist richtig Zug drin“, erkennt Meyer eine deutliche Steigerung der Qualität im Training. Das liegt daran, dass mittlerweile der Großteil der Spieler zurück ist aus dem Urlaub. Die Spielfreude ist spürbar für die beiden Coaches, die wie immer viel Fokus auf die Arbeit mit dem Ball gelegt haben. Kondition bolzen, das ist nicht der Ansatz Meyers und Lingnaus. Eine Spielidee haben sie ihrer Mannschaft in den vergangenen Jahren eingeimpft, und ihr Team hat sie verstanden. Der dritte Rang des Vorjahres war in Meyers Augen kein Zufall. Die Landesliga hätte schon heute die Realität sein können, „wenn wir in der Vorrunde konstanter gewesen wären“. Die Rückserie war dann richtig stark. „Daran wollen wir anknüpfen“, sagt der Trainer mit Blick auf die neue Serie, die mit dem Heimspiel gegen die Leher TS II (Sonntag, 13 Uhr) beginnt. Ein bisschen habe der verpasste Aufstieg schon an der Mannschaft genagt, umso größer ist nun der Hunger, den Sprung in die Landesliga in dieser Saison zu schaffen.

Lingnau und Meyer können auf ein eingespieltes Team vertrauen. Sven Bachmann, der nach langer Verletzungspause seit mehreren Wochen schmerzfrei ist, ist wie ein gefühlter Neuzugang, bei dem die Coaches nichts überstürzen wollen. „Wir werden Sven behutsam ans Team heranführen“, sagt Meyer. Die beiden externen Neuen haben bei der Pokalniederlage gegen Grohn ihr Pflichtspieldebüt gefeiert: Mohamed Mansour kam von der fünften Mannschaft des SV Werder Bremen. „Eigentlich verwunderlich, dass er so tief gespielt hat, denn er bringt viel mit“, ist Meyer davon überzeugt, dass der Außenbahnspieler, der im vergangenen Jahr noch in der Kreisliga B gegen die Weyher Zweitvertretung spielte, durchstarten wird. Nicht von unten nach oben, sondern von oben nach unten hat sich Dennis Rohmeyer orientiert. Er bekam beim Bremen-Ligisten Brinkumer SV wenig Spielpraxis, nun sucht er in Weyhe eine neue Herausforderung. „Dennis hat viel Talent, aber er braucht auch noch Zeit“, sieht Meyer beim 20-jährigen Offensivspieler vielversprechende Anlagen. Genau dort, in vorderster Front, hat sich im Sommer eine Lücke aufgetan. 35-Tore-Mann Gordy Mumpese hat den Sprung zum Brinkumer SV gewagt. „Diese Lücke können wir im Moment noch nicht schließen“, sagt Meyer, „aber wir sind auf einem guten Weg. Wir verteilten diese Aufgabe auf mehrere Schultern.“ Führungsspieler gibt es in Weyhe ohnehin genügend, unter anderem Christoph True, Dennis Lampe oder auch Sören Peters. Junge Kräfte wie Jesse Wieczorek oder Joel Braune übernehmen immer mehr Verantwortung. Weyhe ist gereift – aber auch schon weit genug für den Aufstieg?

Diese Frage muss das Team beantworten. „Daran müssen wir uns messen lassen. Das ist kein leichtes Unterfangen, aber alle stehen dahinter“, sagt Meyer. Er baut darauf, dass das Team an der Aufgabe wächst. Dass die Gegner nun nicht mehr unbedingt Hurra-Fußball gegen den SCW spielen werden, darauf bereiten Lingnau und Meyer ihre Elf ebenfalls vor. „Wir haben mehrere Spielsysteme: eins, das wir sehr gut beherrschen, eins, das schon ganz gut funktioniert, und ein ganz wildes“, verrät Meyer, ohne ins Detail gehen zu wollen. Klar ist: Weyhe will unausrechenbar sein. Das Trainergespann bleibt sich mit dieser Idee treu: Es arbeitet weiter an der steten Entwicklung seiner Mannschaft, blickt nicht nur aufs Punktekonto, sondern auch auf die Art und Weise, wie sie auftritt. Allzu großen Druck üben beide ohnehin nicht aus. „Wir müssen auch schwächere Spiele akzeptieren. Hauptsache wir lernen daraus“, verdeutlicht Meyer. Der Spaß dürfe nicht zu kurz kommen. Er und Lingnau wissen: Wer aufsteigen will, braucht nicht nur ein klares Ziel, sondern auch eine gewisse Lockerheit, um es zu erreichen.

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